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samuel

Überlieferer der Zeit

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101

Saturday, May 4th 2013, 2:49pm

Oh, auch mal wieder im Lande. :) Da schreibe ich doch gleich einmal etwas dazu.

Vom Klang und der Akustik her, trägt natürlich der Auftrittsort das Seine dazu bei, dass der Besuch der Motette für mich zu einen interessanten Erlebnis geworden ist. Klare Stimmen und eine einnehmende Atmosphäre ließen bei mir keine Langeweile entstehen und ich kann nur jeden empfehlen, sich einmal im Leben wenigstens, beide Chöre anzuhören, zumal sich deren Zusammensetzung stimmenbedingt ja auch immer wieder ändert und somit auch die Form oder der Ausdruck des Gesangs, wenn du verstehst, was ich meine. Mir ist zumindest etwas klarer geworden, warum beide Chöre zu den Oberen in Deutschland gehören und über einige Dinge, die ich vorher mit den Thomanerchor verbunden habe und durchaus kritisch sehe (Mir geht es ab, einen Chor durch die rosa Brille zu betrachten.), denke ich nun etwas intensiver nach. Etwa, sind die Meinungen und Lobe über diesen Chor gerechtfertigt? Wie muss ein moderner Chor sich aufstellen? Genügt da voll und ganz die Konzentration auf solche Stücke geistlicher Natur? Ist die Form der Organisation des Chors (Internat, Schule und dazu eben noch die Musik) überhaupt passend? Das sind Fragen, die mich als Bewohner der Heimatstadt der Thomaner natürlich interessieren, jetzt nach dem ich sie zum ersten Mal wirklich live gehört habe, noch ein bisschen mehr. Du erinnerst dich vielleicht, ich war ja vom Thomaner-Kinofilm nicht so sehr begeistert (bin ich immer noch nicht).

Die Thomaskirche ist natürlich für solche Musik ein sehr geeigneter Auftrittsort und hier kommt diese sehr gut zur Geltung. Dagegen gibt es nichts zu sagen. Wenn Längen (und ja, die gab es auch) entstanden sind, dann deshalb, weil ich religiös nicht firm bin und an sich mit Kirche und Kirchenmusik nichts am Hut habe. Mir fehlt dazu einfach das Hintergrundwissen, als dass ich jetzt sagen kann, dass und das hat mir textlich nicht zugesagt und damit kann ich etwas und damit kann ich nichts anfangen. Tut mir leid, dir darüber deshalb auch keine Auskunft geben zu können, da ich nicht weiß, wie solche Musik zu sein hat. Natürlich bevorzuge ich auch einen Chor mit einen vielseitigen Repertoire, der auch moderne Stücke und Texte umfasst, vielleicht wird es dieses Jahr wieder etwas mit einen Besuch des Gewandhaus-Kinderchors und seines szenischen Spieles, aber einmal solch einen Chor zu erleben, fand ich eine ganz interessante Erfahrung, auf die ich mich aber auch erst einmal einlassen musste (mit Überwindungsschwierigkeiten, ich habe da länger gezögert).

Was natürlich etwas abschreckt, besonders auf junge Leute, ist dieses starre. Die Reden des Thomaspfarrers Wolff habe ich kaum verstanden und folgen können, obwohl das sicher alles kluge Worte gewesen sind. Aber gewisse Dinge sollte man vielleicht einfacher formulieren, um den Zugang auch zur jüngeren Generation zu finden, meine ich.

Gesanglich und vom Klang her, aber sehr interessant. Nur muss ich, wenn ich mal wieder eine Motette besuche (und das habe ich irgendwann noch einmal vor), mir einen besseren Platz suchen. Ich hatte ja leider keinen Chor- sondern einen Säulenblick und das hat sicher viel Atmosphäre mir auch genommen.
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Ender

Überlieferer der Zeit

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102

Saturday, May 4th 2013, 2:59pm

Ist ja nett ws Du da schreibst, aber Im Knabenchor-Hannover-Thread ausführlich zum Thomanerchor zu schreiben,
ist dann berechtigt, wenn dann auch über den Knabenchor Hannover geschrieben wird,
da es sich ja bei dem von Dir besuchten Konzert um eine Motette mit beiden Chören handelte.


Ender
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Hans-Dietrich Genscher
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samuel

Überlieferer der Zeit

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103

Saturday, May 4th 2013, 3:13pm

Da nun aber LuElectras Frage hier war (Natürlich hätte die auch verschoben werden können, vorher), habe ich es aber hier getan, zu antworten. Wegen einer Anfrage, so am Rande, werden hier ja sonst auch nicht Beiträge verschoben. Ich biete aber hiermit LuElectra einen Austausch per P.N. an, wenn sie es denn will, um natürlich hier beim Knabenchor Hannover, im Thomaner-Thread bei den Thomanern bleiben zu können. Das soll's dazu auch gewesen sein.
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Ender

Überlieferer der Zeit

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104

Saturday, May 4th 2013, 4:39pm

@samuel

LuElectra hatte die Frage in Bezug auf das Konzert gestellt, nicht in Bezug auf den Thomanerchor.
Die Frage hier zu beantworten ist also völlig in Ordnung, nur eben nicht einseitig.

Ender
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Ender

Überlieferer der Zeit

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105

Monday, October 7th 2013, 3:40pm

Erste DVD/BD vom Knabenchor Hannover!

Der Trailer dazu:




[attach]40168[/attach] [attach]40169[/attach]

Die DVD oder BD kann man direkt bei Rondeau bestellen (nah jetzigem Stand billiger als bei Amazon) oder zu einem späteren Zeitpunkt mich noch einmal fragen.

Der Inhalt der DVD/BD kann auch im Kino angesehen werden:

[attach]40170[/attach]



Ender
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This post has been edited 1 times, last edit by "Ender" (Oct 7th 2013, 4:07pm)

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samuel

Überlieferer der Zeit

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106

Monday, October 7th 2013, 5:04pm

Der Inhalt der DVD/BD kann auch im Kino angesehen werden


Vorausgesetzt, man lebt in Hannover. Schön, dass wir dort einen Kontaktmann haben. :knuddel_2:
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mawi

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107

Monday, October 7th 2013, 6:29pm

Von den "klassischen" Chören, die ich bislang erlebt habe, war der Knabenchor Hannover mit Abstand der interessanteste.
Das hing sicherlich auch mit den thematischen Darbietungen zusammen, die ansonsten wohl selten meinen Geschmack trafen.

Bei dem Weihnachtskonzert damals zeigte sich bereits sehr gut die Qualität des Chores.
Im Zusammenhang mit dem Thema des Konzertes und nach kurzem reinhören in den Videoclip kann ich die DVD/BluRay nur empfehlen.
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Ender

Überlieferer der Zeit

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108

Monday, October 7th 2013, 6:44pm

Hach, was bin ich froh,
dass wir mawis Segen haben! :)


Ender
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Ludwig

Kaiser

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109

Monday, October 7th 2013, 7:27pm

Danke Ender für die Vorstellung. Hört sich gut an.

Ich werde mir die BD zulegen.

Grüßle Ludwig.
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Ender

Überlieferer der Zeit

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110

Sunday, November 17th 2013, 9:07am

Knabenchor Hannover im Deutschen Bundestag

In der heutigen Feierstunde im Deutschen Bunfdestag, die ab 16 Uhr in der ARD übertragen wird, sorgt unter anderem der Knabenchor Hannover
für die musikalische Untermalung.


Ender
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Ludwig

Kaiser

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111

Sunday, November 17th 2013, 5:00pm

Danke für den Hinweis Ender.

Ich habe mir die Feierstunde angesehen.

Grüßle Ludwig.
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Haley

Administrator

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112

Sunday, November 17th 2013, 6:00pm

Schade, leider zu spät mitbekommen, habe beim Zappen nur die letzten Minuten erwischt.
Anscheinend gibt es keine Wiederholung.
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Ender

Überlieferer der Zeit

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113

Sunday, November 17th 2013, 7:00pm

Ach schade. Und ich hoffte auf eine Aufzeichnung, da ich den ganzen Tag weg war.

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Ender

Überlieferer der Zeit

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114

Tuesday, December 3rd 2013, 7:10pm

Adventskonzert 2013

[attach]41319[/attach]

%./6./7. Dezember 2013 um jeweils 20.00 Uhr in der Marktkirche zu Hannover.
Wie immer bin ich gern bereit, bei der Kartenbeschaffung zu helfen.

Das gleich Konzert wird wiederholt am 20. Dezember 2013 um 18.00 Uhr in der Kirche St. Michael in Schwäbisch Hall
und am 22.12.2013 um 20.00 Uhr in der Philharmonie in Essen.


Ender
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mawi

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115

Tuesday, December 3rd 2013, 8:13pm

Wie immer bin ich gern bereit, bei der Kartenbeschaffung zu helfen.
vor 10 Tagen gab es nur noch general Seating, Verzeihung, freie Platzwahl. Welche Plätze das betrifft, konnte man mir nicht sagen. Das Mittelschiff ist ja normalerweise mit Nummern versehen.
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Ender

Überlieferer der Zeit

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116

Tuesday, December 3rd 2013, 9:35pm

@mawi

Soll ich mich erkundigen?

Ender
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mawi

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117

Tuesday, December 3rd 2013, 10:00pm

@ender

gerne, aber bei 12 € gehe ich davon aus, dass man einen Stehplatz hinter einer Säule hat. Im besten Fall.
Für englischen Christmas Carols nehme ich das aber gern in Kauf. Meine Karte ist am 6. gültig.
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mawi

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118

Sunday, December 8th 2013, 1:51pm

ADVENTSKONZERT

KNABENCHOR
& LONDON BRASS

CHRISTMAS CAROLS

und Werke von
William Byrd, Benjamin Britten,
John Rutter, DavidWillcocks u.a.

so lautete die Einladung, die mich am 06.12.2013 in die Marktkirche Hannover führte. Weihnachtlich wurde es schon vor der Kirche. Gebrannte Mandeln, Kartoffelpuffer,Grillwürste, heiße Pfannen, Glühwein und allerlei Kunsthandwerk wurden angeboten. Nein, nicht extra wegen des Konzertes. Hier findet der traditionelle Hannoveraner Weihnachtsmarkt statt, auch wenn man inzwischen das Gefühl hat, dass die ganze Stadt ein großer Weihnachtsmarkt ist.

Vor zwei Wochen hatte ich durch Zufall von der Ankündigung für das Konzert erfahren, und da echte Christmas Carols auf dem Programm standen, führte mich mein Weg auch sogleich in die nächstgelegene Ticket-Verkaufsstelle. Um dort dannzu erfahren, dass bei allen drei Konzerten nur noch „General Seating“ angesagt war. Gut, ist zwar preiswert, heißt aber Platz nehmen in den Seitenschiffen. Beim Einlass eine Stunde vorher, so wie Ender es geraten hatte, erfuhr ich dann, dass die Konzerte aufgezeichnet werden um nächsten Jahr auf DVD (und BluRay?) zu erscheinen. Ist ja nicht das erste in diesem Jahr, an dem ich dann beteiligt bin. Ender war übrigens auch vor Ort (im selben Konzert). Das heißt auch, dass er in seinem Bericht über das selbe Konzert schreiben wird und wahrscheinlich auch manches anders erlebt hat.


Nachdem ich mir einen Platz im vorderen Bereich des linken Seitenschiffs, direkt an der Kirchenmauer und mit Blick auf die linke Seite des Chores gesucht hatte, galt meine Aufmerksamkeit dem Programmheft. Ich hatte ja schließlich reichlich Zeit.
Die Liedfolge klang verheißungsvoll, auch wenn einige unbekannte Lieder dabei waren.

Sing joyfully unto God our strength
Angelus ad Virginem
Coventry Carol
Hosanna to Son of David
Quem pastores laudavere
A spotless Rose
In dulci jubilo
Wexford Carol
Nun seid ihr wohl gerochen“
A Hymn to the Virgin
O come, all ye faithful
Gabriel's Message
Away in a manger
The Shepherd's Carol
Deck the hall
Joy to the world
The first Nowell
A merry Christmas
Hark! The herald angels sing

Erst während des Konzerts bemerkte ich, dass einige dieser Lieder nur instrumental präsentiert wurden. Und diese Instrumentallieder wurden vom „London Brass“ gespielt, einem Blechbläserensemble, bestehend aus vier Trompeten, Horn, Tuba und vier Posaunen. Gesehen habe ich sie nicht (außer beim Ein- undAuszug), aber sie stehen so im Programmheft. Für mich waren Christmas Carols mit instrumentaler Begleitung von Blechbläsern Neuland, glaube ich zumindest.
Wo ich gerade Programmheft erwähne: ich fand in der Werkeinführung eine Zeile, die ich als gutes Zeichen dafür deutete, dass es ein gelungener Abend werden könnte. Zitat: „..., und eine vom Sopran intonierte Obermelodie setzt dem Satz oftmals noch eine „klangliche Krone auf“.“ Zitat Ende. Das ließ hoffen.


Der Chor zog, begleitet von einem verhaltenen Klatschen, von hinten durch die Seitengänge ein, bezog Position und nachdem auch die Musiker ihren Platz gefunden und der musikalische Leiter Jörg Breiding Stellung bezogen hatte ging es auch gleich los. Keine Ansage, nichts. Hatte ich nicht erwartet, aber es störte mich nicht im Geringsten.

Das erste Lied Sing joyfully unto God our strength war mir nicht nur vom Titel unbekannt. Es erinnerte mehr an eine Motette, was in der Einführung, die sich auf die geschichtliche Entwicklung der Christmas Carols bezog, auch angedeutet wurde.

Das dritte Lied war das erste mir bekannte und ich war gespannt auf die „Originalversion“ des Coventry Carol. Ich vermute mal, Ender wird sicherlich genaueres dazu sagen können, inwieweit man versucht hat die Carols in ihrer Ursprünglichkeit zu präsentieren. Offensichtlich hat sich in England zwischenzeitlich die Aussprache geändert, denn die Worte Lully, lullay wurden in Lally, Lallay umgewandelt, während Libera z.B. eindeutig ein „u“ singt. Übrigens auch der Worchester Cathedral Choir, den ich gerade höre. Als Engländer sollten die doch eigentlich wissen, wie es richtig ausgesprochen wird. Dazu wird aber sicher gleich jemand eine Erklärung abgeben können. Im Allgemeinen ist mir ansonsten aber aufgefallen, dass man sich bei den lateinischen Texten durchaus der englischen Aussprache bedient hat.

Zurück zum Coventry Carol. Wie ich es befürchtet hatte fiel es mir schwer mich an eine andere Version als die mir bekannte zu gewöhnen. Vergleiche mit Libera möchte ich an und für sich komplett vermeiden, da dies eine andere Musik, eine andere Interpretation istund nichts mit einem klassischen Chor zu tun hat. Vielleicht kennt ihr es aber, wenn der Kopf statt dem tatsächlich gehörten einfach eine andere Version einspielt? Ich habe zu Hause übrigens so knapp 40 Weihnachts-CDs unterschiedlichster Interpreten liegen.

Lied Nummer fünf war A spottles rose, in der deutschen Übersetzung stand daneben der Text von „Es ist ein Ros entsprungen“. Es ist aber in der Melodie nicht die in Deutschland bekannte, trotzdem muss ich es schon irgendwo gehört haben.

Bei In Dulci Jubilo bekam ich das erste mal Gänsehaut. Als nämlich nach der ersten Strophe das Licht ausging spürte ich zum ersten Mal so richtig die Kälte des alten Gemäuers. Dazu saß ich ja auch noch direkt an der Wand. Der Grund für den plötzlichen Lichtausfall reihte sich nach und nach in den Seitengängen auf. Die Nachwuchsabteilung des Chores stieß mit Kerzen bewaffnet dazu und beleuchtete so ein wenig die Kirche. Bevor sie sich nach dem Lied zum Chor dazugesellten mussten die Kleinen die Kerzen aber wieder abgeben. Sicherheitsvorschrift, denn lebende Fackeln neigen dazu ein Konzert durch unkontrollierte Töne merklich zu stören.
Das möchte ich an der Stelle schon einmal positiv erwähnen, Misstöne gab es während des gesamten Konzertes nicht zu hören. Weder vom Chor, noch vom Publikum.

Dass ich in der Popmusik zu Hause bin merkte ich bei In dulci jubilo nur wieder zu sehr. Denn die instrumentale Variante vom Mike Oldfield mit einem wesentlich höheren Tempo gefällt mir besser, aber das hier war natürlich das Original. Libera singt es übrigens auch schneller.

Nun kam ein Lied, auf das ich mich aus bestimmten Gründen besonders gefreut hatte. Der Wexford Carol. Das Lied begann mit einer erwachsenen Solostimme, aber oh Schreck, ich erkannte keine Melodie?!? Was ich hörte erinnerte mich mehr an einen
gregorianischen Choral, auch wenn man den Ansatz der Melodie heraushören konnte (wenn man sie kannte). Ich wollte keine Vergleiche ziehen, aber hier muss ich trotzdem einmal erwähnen, dass ein in weiß gekleideter zehnjähriger Knirps in den letzten Monaten wesentlich mehr Melodie in die Anfangsstrophe gelegt hat, auch wenn er dafür in Gälisch gesungen hat.
Der Rest des Liedes wurde zum Glück vom gesamten Chor gesungen.

Nun seid ihr wohl gerochen (was immer das heißen soll) stammt aus demWeihnachtsoratorium BWV 248 von Johann Sebastian Bach und wurde vom London Brass alleine vorgetragen. Dies beeindruckte das Publikum so sehr, dass danach etwas passierte, was vorher nicht passierte und wohl eigentlich auch nicht passieren sollte. Das Publikum applaudierte. Zwar verhalten, weil nicht alle einstimmten, und genau das wirkte dann natürlich auch wieder etwas merkwürdig. Das Stück war übrigens auch beeindruckend vorgetragen.

...

This post has been edited 3 times, last edit by "mawi" (Dec 8th 2013, 2:41pm)

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mawi

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119

Sunday, December 8th 2013, 1:52pm

...

Seit Beginn des Konzertes wartete ich auf Lieder, bei denen der Sopran stärker hervorsticht und bei denen die versprochene Oberstimme eingesetzt wird. O come, all ye faithfull ist ja nun dafür prädestiniert. Das Lied wurde druckvoll mit der ganzen Kraft des Chores vorgetragen und brachte wieder einige Leute zum Klatschen, jedoch blieb auch hier der Einsatz einer Sopran-Oberstimme aus. Schade! Trotzdem gab es zwischendurch Gänsehautfeeling.


Da ich vorhin die Popmusik erwähnte, Deck the hall war für mich genau das richtige Stück. Oder auch We wish you a merry Christmas. Joy to the world wurde leider nur geblasen und ich erkannte es anfangs noch nicht einmal. Und auch Away in amanger war nur in einer Instrumentalversion verfügbar. Wieder schade.

Mit dem letzten Lied, ich hatte bereits jegliche Hoffnung verloren, kam dann doch noch ein deutlicher Sopran zum Einsatz. Hark! the herald angels sing geht auch nicht ohne und so steigerte sich das Lied schließlich umso mehr, je deutlicher der Sopran herausstach. Trotzdemhatte ich das Gefühl, dass der Höhepunkt des Liedes deutlich vor dem Ende war; ich hatte eher erwartet, dass dieser auch den Abschluss als krönendes Finale bildet. Wenn ich richtig gehört habe müsste die Obermelodie nicht von
einem, sondern eher von vier Sopranstimmen gesungen worden sein, wobei die Tonhöhen englischer Chöre nicht erreicht wurden.


Die Zugaben gehörten nicht wirklich ins Programm, denn White Christmas und Es ist ein Ros entsprungen (in der deutschenVerison) sind sehr wenig englisch.
Eine dritte Zugabe gab es auch noch, weiß aber nicht mehr welches Lied. Unter langem Applaus verabschiedeten sich Chorleiter, Solisten, Musiker und Chor.

An der Qualität des Chores lag es nicht, dass ich ein wenig enttäuscht die Kirche verließ. Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen und die lagen einfach da, dass Christmas Carols auch im englischen Gesangsstil präsentiert werden, wie ich ihn von einigen CDs verschiedener englischer Chöre kenne. Tatsächlich jedoch wirkte der Gesang eher steif, Kontraste zwischen Sopranstimmen und Erwachsenenstimmen fielen zu gering aus – man bezeichnet das glaube ich als fehlende Dynamik - und auf den Einsatz
von Sopransolisten wurde komplett verzichtet. Es war ein sehr guter Ansatz, aber leider eine etwas mutlose Umsetzung durch den musikalischen Leiter, was, und das möchte ich noch einmal ausdrücklich betonen, nichts mit der Qualität des Chores zu tun hat.


Ich habe mir gerade noch einmal zwei CDs vom Worchester Cathedral Choir und vom Kings Choir Cambridge angehört und habe dort gefunden, was ich in der Marktkirche vermisst habe.

This post has been edited 1 times, last edit by "mawi" (Dec 8th 2013, 2:39pm)

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samuel

Überlieferer der Zeit

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120

Sunday, December 8th 2013, 2:09pm

Danke, für deinen Bericht. Ich bewundere dich für dein Gedächtnis oder hattest du ein Notizblock dabei? Ich könnte mir das nicht alles merken bzw. würde sich das Konzert mit schon Gehörtem in der Erinnerung mischen. Ich mag die humorvolle aber zugleich ernsthafte und genaue Betrachtung und Beschreibung des Konzertes, welches trotz der genannten Kritikpunkte sich doch gelohnt zu haben scheint. Und was wäre das für ein Chor, wenn es keine Verbesserungsmöglichkeiten nach Oben gäbe? :)
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