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Ender

Überlieferer der Zeit

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81

Saturday, December 3rd 2011, 12:49pm

mawi und ich waren gestern abend im Adventskonzert. Bericht folgt. :)

Ender
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Hans-Dietrich Genscher
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milu

RobinZon

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82

Sunday, December 4th 2011, 3:53pm

Hallo mawi und Ender,

Ich wäre gern in Hannover gewesen, aber Dank meiner sprachlichen Probleme in Paris hatte ich ein finanzielles Desaster erlebt. In London konnte ich Dank mawi's und dancer's wertvollen Tipps "gerettet" werden. Ender gab mir auch Tipps für die Rückfahrt. Dumm nur, dass ich den Zug in die Gegenrichtung gewählt habe...
Ich hoffe, Ihr hattet ein schönes Konzert. :)

Gruß MiLu
Gruß MiLu

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Ender

Überlieferer der Zeit

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83

Sunday, December 4th 2011, 5:41pm

So, hier kommt der angekündigte Bericht!

"FREUEN SOLLEN SICH DIE HIMMEL"


ADVENTSKONZERT
des Knabenchor Hannover am 2. und 3. Dezember 2011
in der Marktkirche zu Hannover


A. Die Vorbedingungen
Der Knabenchor Hannover, bzw. sein Chorleiter, Professor Jörg Breiding, hatte sich etwas Besonderes für das diesjährige Adventskonzert ausgedacht.
Angeregt durch den Chor des Kings College in Cambridge/England, die traditionell "A Festival of Nine Lessons and Carols" aufführen in der typischen englische Carol-Tradition, Weihnachtslieder in einer bestimmten Art und Weise z.T. im Wechsel mit der Gemeinde zu singen. Das ganze wird dann noch durch Orgelzwischenspiele, sowie ein paar Lesungen biblischer und anderer Texte ergänzt, sodass am Ende ein abgerundetes Ganzes da ist.
Zu diesem Zweck bat Professor Breiding den hannoverschen Komponisten Siegfried Strohbach, eine bestimmte Auswahl an Weihnachtsliedern zu Chorsätzen so zu bearbeiten, dass sie dem englischen Vorbild nahe kommen.
Ein abgerundetes Ganzes war dabei sehr wohl herausgekommen. Erwarten darf man aber nicht, dass das englische Vorbild bis aufs i-Tüpfelchen erreicht wurde. Im Programmheft steht dazu (Zitat)"... dass sich die Chorsätze zum Teil an das Vorbild englischer Caroltradition anlehnen." Also mir hat das sehr gefallen, um es vorwegzunehmen.
Aber der Reihe nach.
Das Konzert, welches gut 2 Stunden dauerte, ohne Pause, war folgendermaßen aufgeteilt:
1. Advent 2. Maria 3. Die Geburt 4. Die Hirten 5. Weihnacht überall
Der Knabenchor sang sowohl nur mit den Knabenstimmen, inklusive Solisten, oder nur die Männerstimmen oder eben gemischt. Vieles wurde a capella gesungen, es gab Orgelvorspiel und -zwischenspiele. Ein hervorragender Sprecher, der ehemalige hannoversche Stadtsuperintendent Wolfgang Puschmann, konnte gewonnen werden, der die Texte hervorragend vortrug. Ulfert Smid, ein namhafter Organist, sorgte an den richtigen Stellen für die Einstimmung, Begleitung oder, wie bei einer guten Filmmusik, für das Halten des Spannungsbogens.

B. Das Konzert

Wir, d.h. mawi und ich, haben sehr gute Plätze in der dritten Reihe. Wir können ziemlich gut sehen, wie der Chorleiter mit den Jungen im Konzert arbeitet. Das allein ist schon spannend, wie kleine Gesten manchmal die entsprechende Wirkung zeigen.
Die Chormitglieder kommen herein und nehmen Aufstellung vorne vor dem Altar.
Hier der Ablauf des Konzertes. Die Sprechtexte bis auf einen sind nicht aufgeführt. Sie werden immer am Anfang eines der o.a. Abschnitte gesprochen, Bibeltexte passend zur Adventszeit und zum Weihnachtsgeschehen.

1. ADVENT
Macht hoch die Tür 4 Strophen, 1. und 4. Strophe zusammen mit dem Publikum.
Es kommt ein Schiff geladen
O Heiland, reiß den Himmel auf
Nun komm, der Heiden Heiland 4 Strophen, die 4. Strophe zusammen mit Publikum und Orgel
Wie soll ich Dich empfangen 4 Strophen, 1. und 4. zusammen mit Publikum und Orgel

2. MARIA
Ave Maria , aus der Adventsmotette "Freuen sollen sich die Himmel" (1960) von Siegfried Strohbach. Maria und Engel ganz wunderbar gesungen von Knabensolisten
Maria durch ein' Dornwald ging
Magnificat(2000) von Siegfried Strohbach

3. DIE GEBURT
Es ist ein Ros' entsprungen Hier sind auch Knabensolisten im Einsatz.
Ich steh' an Deiner Krippen hier, 3 Strophen, 1. und 3. mit Publikum und Orgel

4. DIE HIRTEN
Der Engel aber sprach zu ihnen (1998 ) Weihnachtsmotette von von Siegfried Strohbach
Gloria in Excelsis Deo(Les anges dans nos campagnes) 3 Strophen, 3. mit Publikum und Orgel
Kommet , ihr Hirten
Als ich bei meinen Schafen wacht'
Inmitten der Nacht
Ihr Hirten erwacht
Den die Hirten lobeten sehre(Quem pastores laudavere) Refrain jeweils zusammen mit Publikum und Orgel. Auch bei diesem Lied singt eine Gruppe Knabensolisten.
Am Ende kommen neue Chormitglieder mit Kerzen herein, Jungen die den Vorchor absolviert haben. Das ist schon eine Tradition, dass die Neuen an einer bestimmten Stelle im Adventskonzert den Schritt vom Vorchor zum eigentlichen Knabenchor machen.

5. WEIHNACHT ÜBERALL
In dulci jubilo 3 Strophen, 1.und 3. zusammen mit Publikum und Orgel
Lasst uns das Kindlein wiegen
Schlaf, mein Kindelein
Still, weils Kindlein schlafen will
Lieb Nachtigall wach auf
Fröhliche Weihnacht überall
O, du fröhliche 3 Strophen, 1. und 3. mit Publikum und Orgel

Ein neues Konzept, das ankommt und "den üblichen Weihnachtskonzerten" eine gewisse Monotonie nimmt. Obwohl nicht durchgängig nach dem englischen Modell gearbeitet wurde, kam bei diesem Adventskonzert eine faszinierende Frische durch, die den Spannungsbogen erhöhte und einfach Spaß machte. Professor Breiding und der Knabenchor Hannover sollten sich ruhig noch mehr trauen. Dieser Schritt zu einem etwas anderen Adventskonzert war goldrichtig!
Ich bin gespannt auf die nächsten Konzerte.

Ender
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mawi

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84

Sunday, December 4th 2011, 11:05pm

Gut, dass Ender berichtstechnisch schon einmal in Vorleistung getreten ist. Schließlich ist er Kenner der Materie und ich mag ja eigentlich gar keine Knabenchöre. Gut, dafür habe ich mir im Laufe dieses Jahres ungewöhlich viele unterschiedliche Chöre angehört und der Besuch des Konzerts des Knabenchor Hannover sollte dabei zum ersten Mal mir bekannte Musik liefern, Advents- und Weihnachtslieder. Vielversprechend war die Ankündigung, da, wie Ender es bereits geschrieben hatte, das Konzert an englische Caroltradition angelehnt war. Zitat aus dem Programmheft: "Gemeint sind damit Weihnachtsliedbearbeitungen, die auf eben diesem Wechsel zwischen Chor und Gemeinde mit Orgelbegleitung beruhen und die in der Schlussstrophe die Liedmelodie prononciert noch einmal in die Oberstimme legen." Bei der Beschreibung musste ich an einige Carols von den Angel-Voices-Alben denken.
Der von mir erwartete Effekt kam aber leider im Laufe des Konzerts etwas zu kurz.

Gleich beim ersten Lied (Macht hoch die Tür) legte sich eine Sopranstimme mächtig ins Zeug und sang eigentlich durchgehend oberhalb der Chorstimmen. Aufgrund der Plätze in der 3. Reihe war der Sänger schnell zu orten, wobei ich mir nicht sicher bin, ob für die Akustik ein Platz im vorderen Bereich tatsächlich so gut ist, da man eben sehr die einzelnen Stimmen gehört hat. Ein kleines Beispiel, was ich meine: Auf der Internetseite der Pueri Cantores St. Aegidien (Braunschweig) ist eine Aufnahme des Liedes "For the beauty of the earth" zu finden. Da offensichtlich das Mikrofon die Stimmen zielgerichtet aufgenommen hat, sind zwischendurch alle möglichen Einzelstimmen (auch mal schräg) zu hören. Der gleiche Chor, das gleiche Lied, dafür aber live in der Kirche und schon hatte man das Gefühl, die Angel-Voices würden auf der Orgelempore stehen.

Aber zurück zum Konzert. Die Knaben und Männer sangen durchgehend fehlerfrei, die Hauptsolisten hatten klare Stimmen und waren immer gut zu hören. Nur einmal hatte ich den Eindruck, als ob einem Solisten die Stimme weggeblieben ist, aber vielleicht hatte ich den Text falsch verfolgt. Interessant war der Aufbau des Konzerts, das thematisch gestaltet war und zwischendurch mit gesprochenen Texten aufgelockert wurde. Einzig die direkte Folge der Lieder "Fröhliche Weihnacht überall" und "O, Du Fröhliche" wirkte etwas befremdlich. Gewünscht hätte ich mir, dass die "freie Oberstimme in hoher Sopranlage" aus dem ersten Lied häufiger in Erscheinung getreten wäre. Beeindruckt hat mich aber der in der Folge häufiger in Erscheinung getretene Solist, der souverän und mit geradem Blick seine Solis meisterte.

Am Ende des Konzerts gab es einen nicht enden wollenden Applaus und man merkte, dass bei den Jungs erst nach einiger Zeit die Anspannung abfiel und sie realisierten, dass sie ihre Aufgabe gemeistert hatten.

Aber wie sieht es nun mit der Wirkung auf mich aus? Nun, meine Musik ist und bleibt die Popmusik. Seit LIBERA sehe ich die Welt der Chöre sicherlich auch mit anderen Augen, aber ein Fan dieses Musikbereichs werde ich wohl nie werden. Mal ein besinnliches Konzert, das ist ok.

Mawi
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Ender

Überlieferer der Zeit

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85

Friday, October 19th 2012, 10:52pm

Der Knabenchor Hannover war in diesem Sommer auf Konzertreise in Russland.

Die nächste Konzerttermine sind wieder im Heimatland, zum Beispiel

11.11.2012, 17.00 Uhr
Konzert in der Kilianskirche in Korbach
Geistliche und weltliche Chormusik

Also wer in Hessen wohnt, könnte da vielleicht hinfahren.

Am 18.11.2012, 10.00 Uhr
Gottesdienstsingen in der Marktkirche
in Hannover

Und der Höhepunkt im Dezember ist das alljährliche Adventskonzert
13., 14. und 15.12, 20.00 Uhr
Adventskonzerte 2012 in der Marktkirche in Hannover

[attach]34132[/attach]

Gern bin ich bereit beim Kauf von Eintrittskarten zu helfen.




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milu

RobinZon

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86

Friday, October 19th 2012, 11:00pm

Unterkunft auch in der Jugendherberge Korbach möglich ...
Ich war da schon mehrmals. Die Herberge ist in Ordnung und Korbach ist eine sehr schöne Stadt. Ich kann Euch die Stadt auch ein wenig zeigen, sogut ich kann. Die Marktkirche zum Beispiel ist direkt gegenüber dem Bürgerhaus. Von der JH ca. 20 Minuten sehr bequem.

Gruß MiLu
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Ender

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87

Thursday, November 29th 2012, 1:34am

Neue CDs des Knabenchor Hannover

Die Highlights der vergangenen 10 Jahre unter der Leitung von Jörg Breiding.

[attach]34868[/attach]

[attach]34869[/attach]



Und passend zur Jahreszeit -
das Adventskonzert des letzten Jahres:

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Gern bin ich behilflich beim Erwerb der beiden CDs.



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samuel

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Thursday, November 29th 2012, 5:23am

Ich suche mal am WE nach Hörproben, ehe ich was dazu sagen kann. Rein von der Aufmachung, sehen die doch ganz gut aus. Wenn die Musik auch so ist, ist das okay.
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Ender

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89

Friday, December 14th 2012, 11:27pm

Ich war am Donnerstag beim Adventskonzert vom Knabenchor Hannover(siehe auch Zuschrift Nr. 85).
Dieses Mal standen drei Kantaten von Johann Sebastian Bach auf dem Programm.
Da ich gerade nicht zu Hause bin, kann ich meinen Bericht erst fruehestens Sonnabend sehr spaet, wahrscheinlicher aber Sonntagabend schreiben.

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samuel

Überlieferer der Zeit

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90

Friday, December 14th 2012, 11:31pm

Drei Kantaten. Wie lange dauert so etwas? Nein, ich freue mich natürlich über deinen Bericht.
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Ender

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91

Tuesday, December 25th 2012, 12:56am

Endlich Weihnachtsruhe. Fernseher aus, sonst nervt's. CD an,natürlich Knabenchor Hannover, die Aufnahme vom letztjährigen Adventskonzert. Endlich Ruhe. Und nun habe ich viel zu tun. Es ist mir peinlich, dass ich den avisierten Bericht vom diesjährigen Adventskonzert(s. Zuschrift 85) noch nicht geschrieben habe. Aber es ging einfach noch nicht.

Aber nun.

[attach]35239[/attach]

Adventskonzert Knabenchor Hannover am 13. Dezember 2012 in der Marktkirche in Hannover

Ein Freund aus den USA besuchte mich nach Jahren mal wieder und dazu im Winter. Für jemanden aus Kalifornien das Kontrastprogramm. Aber er wollte nun endlich mal den Knabenchor Hannover kennenlernen. Daher besuchen wir außer dem großartigen hannoverschen Weihnachtsmarkt auch das diesjährige Adventskonzert des Knabenchor Hannover.
Ganz anders als in den letzten Jahren ist dieses Konzert. Statt einer ausgesuchten Auswahl an verschiedenen Weihnachtsliedern gibt es dieses Mal drei Kantaten des Barockkomponisten Johann Sebastian Bach. Während seiner Zeit als Thomaskantor in Leipzig, aber auch schon vorher bei anderen Dienstherren, musste Bach für jeden Sonntag des Jahres eine Kantate komponieren und aufführen. Diesem Schaffen verdanken wir etwa 200 Kantaten dieses Superstars der Barockmusik. Wie schon gesagt kamen drei dieser Kantaten zur Aufführung:
Nun komm, der Heiden Heiland (BWV 61) 1. Advent 1714
Christen, ätzet diesen Tag (BWV 63) 1. Weihnachtstag 1713 oder 1716
Jauchzet, frohlocket (aus BWV 248 = Weihnachtsoratorium) 1734
Eins sei gleich vorweg gesagt: es gab dieses Mal keine Knabensolisten. Der Knabenchor trat also "nur" als Chor auf, einmal sang eine kleine Gruppe. Schade! wird so mancher sagen. Die meisten Kantaten Bachs werden in der Regel mit erwachsenen Solisten in den Stimmlagen Sopran und Alt durch Sängerinnen und in den Stimmlagen Tenor und Bass durch Sänger aufgeführt. So auch hier. Spekulieren könnte man natürlich auch, dass dem Knabenchor eine ganze Riege Solisten durch Stimmbruch weggebrochen ist, wie ich es vor Monaten munkeln hörte und der Solistennachwuchs noch nicht weit genug ist. Aber wie gesagt, reine Spekulation.
Die erwachsenen Solisten und der Knabenchor Hannover wurden begleitet vom Barockorchester L'Arco, mit dem der Chorleiter, Professor Jörg Breiding, gern zusammenarbeitet.
Wie soll ich nun diese Kantatenaufführungen beschreiben? Das ist schwierig, man muss es eigentlich selber erleben.
Die erste Kantate, "Nun komm, der Heiden Heiland", eng verwandt mit dem gleichnamigen Kirchenlied in der Adventszeit, ist auch die kürzeste. Der Chor singt nur am Anfang und am Ende. Dazwischen singen die erwachsenen Solisten Rezitative und Arien. Sehr angenehme Bach'sche Kirchenmusik.
Ganz ähnlich aufgebaut ist die zweite Kantate, die zeitlich etwas länger ist. Auf mich hat diese Kantate deutlich frische, schöner, melodischer gewirkt.
Die dritte Kantate, das werden Kenner bestätigen ist natürlich immer der Knaller. Der Beginn des Weihnachtsoratoriums, wie Bach die Kantatenfolge zur Weihnachtszeit, komponiert während seiner Zeit in Leipzig, selber nannte. Hier konnte der Knabenchor Hannover so richtig kraftvollen Gesang zeigen. Der "Coro" "Jauchzet, frohlocket" ist für mich Gänsehaut pur!! Im Kontrast dazu stehen die drei Choräle, die eher sanfte Musik vermitteln. Mich persönlich rühren die Chorsätze dieser Kantate wie auch das gesamte Weihnachtsoratorium ungeheuer an. Ich weiß noch ganz genau wie ich einst als kleiner 9-10jähriger bei meinen Großeltern vor dem Lautsprecher eines Monoschallplattenspielers total fasziniert der Aufnahme von 1956 der Thomaner lauschte. Seitdem ist die Musik Bachs bei mir einprogrammiert und aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken.
So hat natürlich gerade diese Kantate eine besondere Bedeutung für mich. Ich hoffe nur, dass in dieser Aufführung durch den Knabenchor Hannover niemand bemerkt hat wie ich anfing zu schweben.
Das Adventskonzert 2012 des Knabenchor Hannover - einfach ein Genuss trotz der dieses Mal fehlenden Knabensolisten.
Übrigens wurde das gesamte Konzert an allen drei Terminen in Full HD aufgezeichnet. Im Herbst 2013 wird eine DVD herauskommen. Ich habe schon vorbestellt.



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samuel

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92

Tuesday, December 25th 2012, 12:03pm

Danke, für deinen Bericht. Dann war es wohl ein rundum gelungenes Konzert. Dir wünsche ich ein angenehmes und schönes Weihnachtsfest.
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Ender

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93

Friday, March 8th 2013, 11:23am

Johann Sebastian Bach, "Markuspassion" mit dem Knabenchor Hannover

[attach]36211[/attach]

Interessante Aufführungsorte insbesondere der letzte von dem ich berichten werde.
Gern bin ich bereit zu helfen beim Erwerb von Eintrittskarten. Per PM können auch
die Vorverkaufsstellen an den einzelnen Aufführungsorten erfragt werden.


Ender
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samuel

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Friday, March 8th 2013, 5:08pm

Schade das das Geld im Beutel nur endlich ist. Und nach den Tempokids werde ich leider im März keine großen Sprünge machen können. Mir bleibt wohl dann nur, deinen Bericht zu lesen. Darauf freue ich mich aber.
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Ender

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Sunday, March 31st 2013, 3:59am

Johann Sebastian Bach, "Markus - Passion"(BWV 247), Fassung von Simon Heighes
Aufgeführt am Karfreitag 2013 vom Knabenchor Hannover und namhaften erwachsenen Solisten sowie der Hannoverschen Hofkapelle in der Stiftskirche im Kloster Loccum[

Das Werk
Von Johann Sebastian Bach sind wohl die Johannes-Passion und die Matthäus-Passion sehr bekannt. Aus einem Nachruf zum Tod des berühmten Komponisten erhielt man Hinweise, dass es noch drei weitere Passionsmusiken gab,
die aber mehr oder weniger verschollen sind. Von der Markus-Passion allerdings ist der Text überliefert. Im Lauf der Jahrhunderte machten sich Musikexperten an den Versuch, die zu rekonstruieren. Intensiviert wurde dieses
Unterfangen in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Die überzeugendste und vollständigste Rekonstruktion gelang wohl dem britischen Musikwissenschaftler Simon Heighes, dessen Fassung beim Konzert am Karfreitag 2013 zur
Aufführung kam.

Der Aufführungsort
Das Kloster Loccum wurde 1163 von Zisterziensermönchen aus dem Kloster Volkenroda in Thüringen gegründet. Um 1600 wurde das Kloster evangelisch und die Klosterkirche nach und nach zu einer Gemeindekirche.
Diese Stiftskirche ist in der Neuzeit ein oft genutzter Ort für musikalische Aufführungen, insbesondere in diesem Jahr, dem 850. Jubiläumsjahr.
Das Kloster Loccum liegt im gleichnamigen Ort in der Gegend von Bad Rehburg-Stolzenau.

Das Konzert
Als Mitglied des Freundeskreis Knabenchor Hannover nutzte ich eine von diesem veranstaltete Tagesfahrt inklusive Klosterbesichtigung und gemeinsamen Mittagessen im eigens fürs Jubiläumsjahr errichteten Klostercafé.
Das Konzert findet am Nachmittag statt.
Um kurz nach 14 Uhr stehe ich vor dem Eingang der Stiftskirche. Auf den Eintrittskarten steht "Freie Platzwahl". Das Konzert ist ausverkauft. Es gelingt mir, Plätze für drei Bekannte und mich im Bereich der ersten
10 Reihen zu belegen. Prima Plätze. Da ich nun noch Zeit habe, lasse ich meinen Blick durch den Innenraum der Stiftskirche schweifen, die vor nicht allzu langer Zeit aufwendig restauriert wurde. Dieser Innenraum ist schlicht , schön und hell. Und er hat eine recht gute Akustik.
Bachs Wer, die "Markus-Passion", besteht aus 2 teilen à ca. 55 Minuten, unterbrochen von einer 20-minütigen Pause. Das Geschehen in dieser Passionsmusik umfasst die Bibelgeschichten von den Geschehnissen im Garten Gethsemane,
die nächtliche Verhaftung("Gründonnerstag"), die Verhöre durch die Hohepriester, die Verspottung, das Verhör durch den römischen Gouverneur Pilatus, das Geschrei des Pöbels, die Hinrichtung und Grablegung.
Nach einem kurzen Vorspiel beginnt der Knabenchor Hannover mit einem Chorus. Wie bei Passionsmusiken üblich, besteht auch dieses Werk aus dem Wechselspiel zwischen Recitativ(ein Sprechgesang mit Texten aus dem Markus-Evangelium),
Chorälen (gesungen vom Knabenchor), durch Sänger/Sängerinnen verkörperte Gestalten wie Jesus, Petrus, Pilatus, etc. Es ist also wie ein Musiktheaterstück mit einem Erzähler und verschiedenen Rollen, mit dem Unterschied, dass nicht gespielt
wird, sondern "nur" gesungen. Ein paar erwachsene Solisten waren Männerstimmen aus dem Knabenchor zusätzlich zu den engagierten Solisten. Alle Sänger/Sängerinnen, Solisten wie Knabenchor, singen hervorragend. Vielleicht ist es ja nur der
Effekt des Neuen, eine Bach'sche Passionsmusik, die so noch nie erklang, aber ich empfand diese Markus -Passion als besonders melodiös und variantenreich, weit über den "üblichen" BAch hinausgehend. Den Knabenchor möchte ich noch einmal
besonders hervorhebend. Die Jungen singen mit einer Inbrunst und so intensiv, dass das Werk sehr mitreißend wirkt, starke Emotionen auslöst. Ein nicht so wohliger Schauer läuft mir über den Rücken als die Jungen, den Pöbel spielend, singt
"Kreuzige ihn!". Sowohl in der der Pause, aber insbesondere nach Ende der Aufführung bin ich völlig berauscht von der Musik, noch völlig gefangen von der intensiven musikalischen Darbietung der Passionsgeschichte.
Am Ende der Aufführung gibt es, dem Anlass des Tages entsprechend, keinen Beifall. Und das ist gut so!

Aber ich hätte gern dem Knabenchor Hannover für die tolle Leistung gedankt...

Ich werde mir in jedem Fall die CD kaufen, die von diesem Werk in ca. einem Jahr herauskommt!



Ender
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samuel

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Sunday, March 31st 2013, 5:57am

Und ich hoffe, du machst uns dann zum gegebenen Zeitpunkt noch einmal auf dei CD aufmerksam. Obwohl ja Bach in meiner Heimatstadt lange gelebt und gewirkt hat, kenne ich mich in seinen geschaffenen Werken leider so gar nicht aus und bin immer froh, wenn ich jemanden habe, der etwas mehr darüber erzähln kann. Insofern danke ich dir, für deinen Bericht. Schon die Wahl des Aufführungsortes ist hoch interessant, integriert in einen ganzen Tag, während dessen man sich mit nichts anderen als den Chor und der Musik beschäftigt. Bin da schon sehr gespannt, auf die Informationen über den Chor, die du mir zukommen lassen willst. Dein Bericht macht neugierig.
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samuel

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Friday, April 26th 2013, 8:04pm

Ich bin gerade zurück, von einer gemeinsam ausgerichteten Motette des Thomanerchors, der den Knabenchor Hannover bei sich zu Gast hatte. Ein Bericht folgt in Kürze.

samuel
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Ender

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Friday, April 26th 2013, 10:27pm

Na, ich bin gespannt!

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samuel

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Sunday, April 28th 2013, 1:50pm

Nachdem mich seit gestern der europäische Bruder von "Montezumas Rache" eingeholt und die Lage sich aber heute etwas gebessert hat, komme ich erst jetzt dazu, den Bericht über meinen Besuch der Motette nachzuliefern. Ich hoffe, ihr verzeiht mir die kleine Verzögerung.

Der Besuch begann mit einer Überraschung, nämlich einer vollbesetzten Kirche. Ich hatte tatsächlich Probleme, einen Platz zu finden. Na gut, ich kam ja auch auf den letzten Drücker. Aber da die Kirche auch in Leipzig mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hat und die Schar der gläubigen Schäfchen stetig schrumpft, war ich nicht auf solch einen Andrang gefasst, was wohl nicht nur mit den Thomanern an sich zusammen hängt, sondern auch mit den Besuch des Knabenchors aus unserer Partnerstadt. Jedenfalls fand ich dann doch einen Platz, dummerweise in der letzten Reihe ganz hinten links im Seitenschiff der Kirche, mit Blick auf einer Steinsäule, diedie Sicht auf die zwei auftretenden Chöre unmöglich machte. So musste ich mich ganz auf die Akustik der Thomaskirche verlassen und kann euch daher nur vom Gehörten berichten. Einen optischen Eindruck gab es immer nur kurz, wenn mal ein Hannoveraner oder Thomaner sich auf dafür vorgesehene und reservierte Plätze setzte und da zwangsläufig die Zuhörerreihen streifen musste.

So sah ich leider nur alles sehr flüchtig und auch den Thomas-Pfarrer Wolff, in Leipzig durchaus eine Institution, nur mit Rücken zu mir. Ich saß also auch noch auf der falschen Seite der Kirche. Aber, woher soll man das auch wissen, wenn man zum ersten Mal solch eine Veranstaltung besucht?

Mit ihm ging es dann auch los. Er sprach über das Wagner-Jahr in Leipzig und über das Verhältnis und das Verständnis dieses Komponisten zur Religiosität und zur Kirche, auch ein Gruß nach Hannover durfte nicht fehlen. Man ist ja Partnerstadt und die Jungs aus Niedersachsen hatten Quartier bei Thomaner-Eltern gefunden und würden noch eine Führung durch das grundüberholte Alumnat bekommen, sowie ein gemeinsames Mittagessen mit den Thomanern selbst, bevor es zurück nach Hannover gehen würde. Doch, zuerst dieser gemeinsame Auftritt. Die Thomaner, wie gewohnt, in Kieler Bluse, die Hannoveraner in grauer Stoffhose oder Jeans und Hemnden (grau oder dunkelblau).

Nun ist es leider so, dass mir der Zugang zum Kirchlichen fehlt und ich auch nur bruckstückenhafte Kenntnisse über den christlichen Glauben habe und da erhebliche Lücken und fehlendes Grundwissen vorweisen kann. Gebe ich offen zu, was erklären soll, dass ich der Rede auch nur bruchstückenhaft folgen konnte und die gesungenen Stücke leider nicht einzuordnen weiß. Wie auch? Eines ist mir aber aufgefallen. Reden, in denen es um Relgiosität und Glauben geht, können sehr verwirrend sein. Zumindest wusste ich am Ende eines Satzes oft nicht, worum es denn am Ende ging. Schachtelsätze, die länger und schlimmer unverständlicher sind, als ich sie verwende (um euch eine Vorstellung davon zu geben).

Leider ist es mir daher nicht gelungen, dem Gesagten zu folgen: Dies mag auch ein Grund dafür sein, dass der Kirche der Nachwuchs heutzutage fehlt. Mir ging es dann auch hauptsächlich um den Gesang an sich. Aber auch den weiß ich hier leider nicht einzuordnen, da ich nicht sagen kann, wie dieses oder jene Stück zu klingen hat oder, was es genau bedeutet. Hier, trotzdem eine Auflistung nach Programmblatt:

- Johann Sebastian Bach: Fantasie G-Dur
- Anonymus - Alta trinita beata (ab jetzt gemeinsam mit dem Knabenchor Hannover)
- Johann Sebastian Bach: Singet dem Herrn ein neues Lied
- Georg Christoph Biller: St.-Thomas-Motette (mit Bariton-Solo: Thomaner Julius Sattler)

- Ansprache von Pfarrer Christian Wolff

- Gemeindelied: Lob Gott getrost mit Singen, EG 243
- Magnificant (Lobgesang)
- Oration (Gebet)
- Georg Christoph Biller: Herr Christ, dein bin ich eigen
- Christian Theodor Weinlig: Laudate Dominum

- Gebet (Vater unser...)
An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich zwar, wie alle, aufgestanden bin, aber das Gebet nicht mitgesprochen habe. Aus Prinzip nicht.

- Benedicamus (Lobpreis)
- Johann Sebastian Bach: Jesu, meine Freude

Aufgrund meiner fachlichen Lücken, wenn man denn so will, muss dieser Bericht hier enden. Ich hoffe, die jenigen, die es interessiert, wissen diese Stücke besser als ich einzuordnen. Mir bleibt daher nur, ein Fazit zu ziehen, dass es interessant war, mal eine Motette miterlebt zu haben, wie so etwas abläuft und am Ende ein paar Jungs aus den Kinofilm wiedererkannt zu haben (Wie klein die doch noch sind.). Leider muss ich sagen, aufgrund der Mehrstimmigkeit, die sicherlich passend war und der Tatsache, dass ich einen "Säulenplatz" hatte, war die Sicht sprichwörtlich getrübt. Ich werde irgendwann noch einmal eine Motette besuchen und dann sicher eher da sein, um eine besser Sicht zu haben. Aber ein wenig mehr kirchliches Verständnis als ich es habe, braucht man schon, um einen Nutzen aus solch einer Veranstaltung ziehen zu können. Leider.

samuel.
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Saturday, May 4th 2013, 2:22pm

Vielen Dank für deinen Bericht Samuel. Wie hat es dir nun, vom Klang her, gefallen? Also ich mein der Gesang.
Auch ich habe mal eine Motette besucht, damals von einem Domchor. Irgendwie habe ich mich dort auch sehr gelangweilt, es gab depressive Ledtexte wie "Selig sind die Toten" und so. Die Stücke damals waren aber wohl von einer Berühmtheit, einem der Mendelssohn's oder so.
Später habe ich dann selbst in dem besagten Domchor mitgesungen, scheiterte in meiner Motivation aber an dem langweiligen Repertoire das nur eine einzige Musikrichtung bediente. Ich verließ den Chor wieder & nahm mir vor nur noch in Chören mitzuarbeiten deren Repertoire mich tatsächlich interessiert :-p
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