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Registrierungsdatum: 19. Dezember 2003

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Sonntag, 4. April 2004, 23:54

3. Büchervorstellung

Der dreizehnte Sommer
von Clarence Steven Turner
OT A Measure of Dust

ISBN 3498064649

Eine Internatsschule, romantisch inmitten hügeliger Waldungen am Mississippi
gelegen, ein Tageslauf, der mit einem kurzen Morgengebet beginnt und mit einem
langen, meist viel zu langen Abendgebet endet, dazwischen Schulunterricht,
Streiche, Raufereien, Schwimmen und Baseball - das ist die schöne und behütete
Welt, in der Mark Torrance heranwächst. Doch eines Tages wird dem munteren,
aufgeweckten Dreizehnjährigen eröffnet, daß sein Aufenthalt in diesem Paradies
gefährdet ist, weil seine Eltern mit dem Schulgeld im Rückstand sind. Mark
soll zu ihnen nach Jackson fahren und ihnen einen Mahnbrief überbringen. Da
er die Busfahrt nicht bezahlen kann, darf er, zum erstenmal in seinem Leben,
trampen. Erwartungsvoll, mit 55 Cent in der Tasche und einem kleinen braunen
Koffer in der Hand, macht er sich auf den Weg.

Die Fahrt nach Jackson wird für Mark zu einem entscheidenden Erlebnis. Aufregende
Abenteuer und verwirrende Eindrücke erfüllen ihn mit Staunen, Angst und Glück. Auf
staubigen Landstraßen, am Rande sonnenverbrannter Baumwollfelder, in öden Rast-
stätten und abgelegenen Behausungen begegnet er einer neuen, ungeahnten Wirklichkeit
voller Enttäuschungen, aber auch voller wunderbarer Verheißungen. Das Zusammentref-
fen mit Fremden, die dem zutraulichen und verständigen jungen unwillkürlich ihre Nöte
und Geheimnisse enthüllen, Ereignisse, die mit der Gewalt eines Sturzbachs über ihn her-
einbrechen, das traurige Wiedersehen mit den Eltern, deren Ehe an der Arbeitslosigkeit
des Vaters zu scheitern droht, und schließlich das ersehnte Zusammensein mit der
vierzehnjährigen Geraldine, der er am Anfang seiner Fahrt begegnet ist und die ihn
auf der Rückreise zum Internat erwartet - jede dieser Erfahrungen führt Mark einen
Schritt weiter in die Welt der Erwachsenen, in die er mit banger Neugier und klopfenden
Herzens eintritt.
Mit seltener Eindringlichkeit beschreibt der amerikanische Autor in dieser Geschichte
eines intelligenten und sensiblen jungen, der von der Kindheit Abschied nimmt, jene
Phase des Lebens, in der die Welt neu ist, in der alles möglich und alles aufregend
erscheint. Ein sympathisches, menschlich ergreifendes Buch vom Aufbruch eines jungen
Menschen ins Leben, von den Hoffnungen und Zweifeln, den heimlichen Freuden und
Schmerzen des Erwachsenwerdens, und zugleich eine zarte, unsentimentale Liebesgeschichte.

The New York Times: «In diesem Buch ist genug Sonnenschein und Wärme, um die Dunkelheit
des Lebens zu vertreiben. Ein Roman, dessen Aufrichtigkeit und Wärme den Leser anrühren.»

Dallas Morning News: «Steven Turner demonstriert in diesem bewundernswerten Buch, daß
es für den Roman kein geeigneteres Thema gibt als das Erwachen und das Reifen des
Bewußtseins junger Menschen. Wie Mark Twains Huck Finn gehört Turners dreizehnjähriger
Mark Torrance zu den sensiblen, nachdenklichen, aber beherzten Menschen.»

Und hier noch das Titelbild von meiner Ausgabe :)



Und noch eine Leseprobe :

«Wo willst du hin, Kleiner?»

Ich drehte mich überrascht um. Ich hatte ein paar Minuten
lang nur den Verkehr im Auge gehabt. Vor mir stand einer
der beiden Collegeboys.

Ich sagte, «Hallo. Ich will nach Jackson.»
«Hast du was zu rauchen?»

«Wie bitte? Ach so, nein, leider nicht. Ich rauche nicht.»

Er war vielleicht zwanzig, sehr groß und recht gut ange-
zogen. Im Gesicht hatte er einige kleine Pockennarben, und
wenn er sprach, strich er sich mit den Fingerspitzen immerzu
über ein großes Muttermal auf der Wange.

Er fragte, wo ich herkäme. Als ich antwortete, aus Wes-
ley, nickte er. «Ich dachte mir, daß du noch zur Schule gehst.
Das ist aber ein hübscher Koffer, den du da hast.»

«ja, danke, der ist prima. Aber er gehört eigentlich nicht
mir, sondern meinem Daddy. Und er riecht so gut und ist
innen ganz mit rotem, weichem Leder gefüttert.»

«Hör zu, Kleiner, ich und mein Kumpel da drüben haben
uns so unsere Gedanken über dich gemacht.»

«Ach, wirklich?»

« Jaa. Und wir kamen zu dem Schluß, daß es uns kein
bißchen in den Kram paßt, daß du uns deinen Hintern hier
einfach so vor die Nase pflanzt.»

Ich wurde rot. «O Gott, daran hab ich überhaupt nicht
gedacht.»

«Es wird Zeit, daß du anfängst zu denken, Baby. Es gibt
Spielregeln. So ist das nun mal. Wer zuerst kommt, mahlt
zuerst - das ist das Gesetz der Straße.»

Ich nickte. «Klar. So muß es auch sein.»

Es war mir wirklich sehr peinlich, daß ich eine so gewich-
tige Regel nicht gekannt hatte. Wie dumm von mir! Und jetzt
dachte dieser Bursche auch noch, ich sei noch nie per Autostop
gereist. Ich griff nach meinem Koffer und ging hinter ihm her,
wobei meine Füße den roten Schotterstaub aufwirbelten. Sein
Kumpel war sehr klein. Er trug das Haar fest an den Kopf
Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben,
aber es hat nur genau so viel Sinn wie wir ihm geben.
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2

Montag, 5. April 2004, 00:07

Die schwarzen Brüder
von Lisa Tetzner

ISBN 3-7941-2231-3

Aus Not verkauften bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts
arme Tessiner Bergbauern ihre acht- bis fünfzehnjährigen Kinder
als Kaminfegerbuben nach Mailand. Sie mußten als lebende Besen
durch die finsteren, verrußten Löcher klettern und den Ruß mit
den nackten Händen herabwerfen. Die Arbeit war schwer und
ungesund, die Mühe und Gefahr groß. Mancher der Buben ging an
Unterernährung und Krankheit elend zugrunde. Etwas Rückhalt
und Freundschaft fanden sie einzig unter ihresgleichen. In ihrem
Bund der «schwarzen Brüder» hielten sie zusammen, wehrten sich
gegen ihr Elend und verstrickten sich in Kämpfe mit der Bande der
Straßenjungen.

Giorgio gerät unter die Räuber und fällt schließlich ohnmächtig
aus einem Kamin. Ein gütiger Arzt nimmt sich seiner an und hilft
ihm und seinen Leidensgenossen zur Flucht. Polizisten, Zöllner
und Hunde kommen den Flüchtigen immer wieder auf die Spur,
und wie die Menschenjagd ausgeht, hängt oft an einem Faden. Die
alte Nonna, Giorgios Großmutter, darf es noch erleben, daß ihr
Enkel als gemachter Mann in sein Heimatdorf zurückkehrt.

Durch eine alte Chronik hat Lisa Tetzner von dieser unglaublichen
Geschichte erfahren und sie später zu diesem spannenden und
bewegenden Jugendroman verarbeitet, von dem jetzt ein Kino-
und TV-Film gedreht wird.

Das Titelbild


Und eine Leseprobe:

«Da sind wir zu Hause.» Meister Rossi ging durch eine Tisch-
lerwerkstatt. An den Wänden hingen Sägen und Beile. Es
roch nach Firnis und Leim.

Sie gelangten in einen schmalen langen Gang. Von da führten
zwei Treppen nach oben; aber sie gingen weiter und kamen
in einen viereckigen halbdunklen Hof.

Der Meister schritt auf ein Tor zu, das in das hintere Haus
führte. Hier stiegen sie bis in den ersten Stock. Auf beiden
Seiten waren viele Türen.

«So», sagte der Meister, «da wohnen wir.» Er klinkte eine Tür
auf und trat in einen Korridor.

Vom Korridor, der in einem schrägen Verschlag endete, ge-
langte man in eine Küche. Es roch nach Zwiebeln.

«Bist du da?» fragte die hohe, kreischende Stimme einer Frau.
Der Meister antwortete: «Ja.»

«Hast du einen Buben mitgebracht?»

Der Meister sagte wieder nur: «Ja», und ging in die Küche hin-
ein.

Giorgio war auf dem Korridor stehengeblieben und sah sich
nach allen Seiten um.

«Wo hast du ihn denn?» fragte die Frau weiter.

«Bub!» Der Meister holte Giorgio und stellte ihn vor sich hin.
«Da ist er.»

Die Frau war genauso wie ihre Stimme. Hoch, bös und bissig.
Sie war außerdem übermäßig mager, hatte ein knochiges, falti-
ges Gesicht, schwarze, hervorstehende Augen, ein paar über-
große, abstehende Ohren, und ihr Mund war so breit, daß er
beinahe von einem Ende des Gesichtes zum andern reichte.
Über dem Mund sprossen wie bei einem Mann kleine, stach-
lige Haare.

«Taugt er etwas?» kreischte sie lauter und fuhr Giorgio erst
mit den Augen, dann mit ihren fahrigen, dürren Händen über
das Gesicht, die Brust und die Arme.

Die Hände waren heiß und feucht; denn die Frau hatte sie
eben erst aus dem großen Waschzuber genommen, der damp-
fend auf einem Stuhl vor ihr stand.

«Ich glaube schon», erwiderte der Meister.
Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben,
aber es hat nur genau so viel Sinn wie wir ihm geben.
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Marc

Hüter des Lichts

Registrierungsdatum: 25. Januar 2003

Beiträge: 2 055 Aktivitäts Punkte: 10 420

3

Montag, 5. April 2004, 20:31

coole Tipps Lord, klingen beide sehr interessant! :+:
Und ich kann's immer noch nicht wikrlich fassen, dass man sowas tut! :sick:
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