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samuel

findosbuecher

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1

Sonntag, 20. Mai 2012, 18:12

samuels Bücherkiste

Bei Filmen kann ich mich gerade noch zurück halten, obwohl meine Ausgaben diesbezüglich seit meiner Anmeldung bei CW sehr gestiegen sind, doch bei Büchern bin ich maßlos. Der Preis ist mir fast immer egal. Wenn ich etwas finde, was mir gefallen könnte, kauf ich es und so platzt mein Bücherregal aus allen Nägeln und meine Freunde fürchten schon meinen Tod, von eben diesen mal erschlagen zu werden, falls es in sich zusammenbrechen sollte. Denn ich sammle Bücher, lese sie und muss sie besitzen. Trotzdem möchte ich euch die Bücher, die ich für empfehlenswert halte, nicht vorenthalten und werde nun in unregelmäßigen Abständen, falls diese Aktion gut angenommen wird, meine absoluten Favoriten vorstellen.

Und hier ist das erste Buch:


Autorin: C. Kressmann-Taylor
Titel: Adressat unbekannt
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN: 3-499-23093-3
Seiten: 62

Gute Bücher müssen nicht dick sein. Mit unter reichen auch 62 Seiten, wobei man davon noch das Vorwort und das Nachwort ausklammern darf. Und so bleiben dann auch "nur" noch 48 Seiten reiner Lesestoff. Der aber, hat es in sich.

Handlung:
Gezeigt wird hier der fiktive Briefwechsel zwischen den amerikanischen Juden Max Eisenstein und den Deutschen Martin Schulse, die zusammen befreundet, eine Kunstgalerie in San Francisco gegründet haben. Doch Martin ist seiner Frau zuliebe nach Deutschland zurück gekehrt, gründet mit ihr dort eine Familie und arbeitet in der Stadtverwaltung von München. Und so leitet sein alter Freund Max die gemeinsame Galerie und beide schreiben sich über die Kontinente von ihren Glück, ihrer Familie und natürlich der Arbeit, doch von Brief zu Brief ziehen düstere Wolken herauf, denn es ist die Zeit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland. Anfangs plagen Martin Zweifel und auch Max ängstigen berichte aus Deutschland, die nach Amerika getragen werden, arbeitet doch seine Schwester Elsa in Deutschland und Österreich als Theaterschauspielerin.
Es kommt, wie es kommen muss. Die Freundschaft der beiden nimmt eine dramatische Entwicklung. Martin wird immer mehr von der nun herrschenden grausamen Ideologie vereinnahmt und bittet schließlich Max um der alten Freundschaft willen, aufzuhören, weiter Briefe zu schreiben. Die Freundschaft hatte Martin zuvor selbst aufgekündigt. Doch als Max' Schwester Elsa durch Martins Mitschuld stirbt, rächt sich Max bitter. Seine Waffe...weitere Briefe.

Wertung:
Diese Werk, was man literarisch als Briefnovelle einordnen müsste, empfehle ich jeden, der sich für Geschichte interessiert, denn so oder ähnlich könnten viele Briefwechsel in dieser Zeit zwischen den Kontinenten verlaufen sein. Basiert dieses Werk einer ehemaligen Werbetexterin doch auf real exestierenden Briefen, die als Vorlage dienten. Bemerkenswert ist, diese Geschichte wurde als Fortsetzungsgeschichte schon 1938 veröffentlicht, in der New Yorker Zeitschrift "Story". Nur das Vorwort von Elke Heidenreich sollte man überspringen und erst hinterher lesen.

Übrigens: Ich habe dieses Werk als Schullektüre in meinen ehemaligen Gymnasium durchsetzen können. Das spricht doch für sich, oder?

Euer samuel.

P.s. Freue mich über Kritiken, Rezensionen zu diesen Buch, Änderungsvorschlägen und Anregungen.
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Jonny

Torwächter

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2

Sonntag, 20. Mai 2012, 18:22

Das hört sich echt interessant an! :thx: für diesen neuen Thread, ich freue mich auf weitere Beiträge.
Gruß Jonny :sun:
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samuel

findosbuecher

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3

Montag, 21. Mai 2012, 18:31

Petr Ginz "Prager Tagebuch 1942-1942"


Autor: Petr Ginz
Verlag: Berlin Verlag
ISBN: 3-8270-0641-4
Seiten: 192

Im Jahre 2003 nimmt der erste israelische Astronaut eine Kopie der Zeichnung "Mondlandschaft" von Petr Ginz mit an Bord der Raumfähre Columbia, die beim Wiedereintritt in die Erdathmospäre verglüht. Die Namen der Astronauten werden mit den Unglück unsterblich, ebenso das Bild eines Jungen, welches weltweit im Fernsehen gezeigt wird. Es ist die Zeichnung von Petr Ginz, der im Prag der 30er und 40er Jahre lebte, ein Junge der der tschechische Gegenpart zu einem Mädchen ist, dessen Tagebücher heute weltberühmt sind. Genau, wie Anne Frank, hat auch Petr unter der Besetzung durch die Nazis zu leiden, denn der Junge ist nach grausamer Definition Halbjude und damit in Visir des Vernichtungsapperates der Deutschen.

[attach]32244[/attach]Petr Ginz "Mondlandschaft"

In dieser Zeit schreibt petr Ginz sein Tagebuch und genau, wie Anne Frank, hält er fest, was um ihnn herum passiert und doch ist dieses Tagebuch ganz anders. Er schreibt nüchtern, hält das Erlebte und die Veränderungen, wie ein Journalist fest und lässt die Gefühle außen vor, im Gegensatz zu Anne Frank, die ja ausführlich ihre Gefühlswelt beschreibt. Petr Ginz' Gefühle liest man zwischen den Zeilen, wenn seine Freunde und Leherer, Bekannte und Verwandte nach und nach verschwinden und immer mehr Verbote auch ihn treffen., die er mit teils grausamen Humor notiert.
"Es ist neblig. Juden müssen ein Abzeichen tragen. Auf dem Weg zur Schule habe ich 69 >Sheriffs< gezählt.", heißt es da zum Beispiel, doch nur so sind die Gegebenheiten für ihn zu ertragen.

[attach]32245[/attach]Tagebuchseite im Original. Petr beschreibt den Judenstern.

Und gleichwohl die Zeiten immer bedrohlicher werden, lässt er sich seine Lebenslust und seinen Wissensdurst nicht nehmen. Er schreibt auf, was er lesen will, was er davon im Monat geschafft hat, er schreibt selbst Gedichte und hat bis zu seinen Lebensende 8 Romane geschrieben, alle nach Jules Verne, den er bewunderte. Heute sind davon noch einer erhalten und die Tagebücher, sowie zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen. Sie lagern in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel.
Auch nach seiner Deportation nach Theresienstadt können die Nazis seinen Wissensdrang nicht stoppen. Auch hier liest er und lernt bei anerkannten jüdischen Größen, die den Kindern heimlich Unterricht geben und verfasst die Lagerzeitschrift "Vedem".
Petr Ginz starb im Alter von 16 Jahren in Auschwitz.

[attach]32243[/attach]Petr Ginz und seine Schwester Eva Ginz (später: Chava Pressburger)

Bewertung:
Jeder von uns kennt die Tagebücher der Anne Frank, doch sollte man gerade diese Zeit aus so vielen unterschiedlichen Blickwinkeln, wie möglich, betrachten. Dieses Buch, herausgegeben von Petrs Schwester Chava Pressburger, die heute in israel als Künstlerin tätig ist, empfehle ich daher jeden Interessierten und den jenigen, die diese Zeit aus der Sicht eines, wie ich finde, hoch intelligenten und besonderen Jungen, erfahren wollen. In den Buch wechseln Fotos der Familie Ginz mit den Tagebucheinträgen des Jungen, Gedichten und Zeichnungen, von denen man nicht glauben mag, dass sie alle aus der Feder eines 14-jährigen Jungen entsprungen sind.

Petr's Gedicht über die Auswirkungen der Verbote durch die Nazis, vertont von Nizza Thobi:


Chava Pressburger im Interview über das Tagebuch ihres Bruders:


Auch ein kleiner Film entstand mit dem Titel "The last flight of Petr Ginz", den Trailer könnt ihr hier sehen.

Ich hoffe, ich konnte euch ein weiteres lesenswertes Buch vorstellen.

Euer samuel.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »samuel« (21. Mai 2012, 18:46)

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samuel

findosbuecher

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4

Samstag, 26. Mai 2012, 13:54

Es ist so weit, ich habe gerade die letzte Seite umgeblättert und nun hier,
meine Kritik zu "Kinder" von Jürgen Seibold.



Autor: Jürgen Seibold
Verlag: Piper Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3-492-27397-7
Seiten: 416

Informationen zu Jürgen Seibold:
Jürgen Seibold wurde 1960 geboren und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart. Er ist gelernter Journalist und arbeitet als Schriftsteller. Seibold ist Autor einer erfolgreichen Regio-Krimireihe.

Handlung:
An sich sind die Pietsch's eine ganz normale und durchschnittliche Familie. Vater, Mutter und drei Kinder leben in der Nähe von Stuttgart in einer idyllischen Kleinstadt, wo jeder jeden kennt. Der Mann hat einen Bürojob in einer Firma, die gerade um's Überleben kämpft und seine Frau baut sich gerade ihren eigenen Catering-Service auf und die Kinder, 11, 12 und 14 Jahre alt, besuchen ein privates Gymnasium. Man gehört zum, schon besser verdienenden Bürgertum, ansonsten ist man aber eine normale spießige Familie mit Häuschen und Garten. Ein ganz normales und gemütliches Leben, a´lso. Doch mit der Ruhe ist es vorbei als zwei neue Lehrer, das Ehepaar Moeller beginnen zu unterrichten. Ein neuer Wind weht durch die Klassenzimmer. Strenge, Disziplin, Angst und Druck regieren bald unter den Schülern. Jeder will der beste sein. Alle anderen bleiben auf der Strecke. Wer nicht mithalten kann, dem zeigen die Mitschüler nun, welche Stellung er oder sie in der Hierarchie der Klasse einnimmt und nicht wenige Eltern reagieren betroffen auf die Reaktionen ihrer Sprösslinge und machen ihrer Proteste Luft, die sich bald aber verflüchtigt. Die Noten der meisten Schüler werden besser, die Disziplin der Kinder bessert sich. So schwinden die Zweifel an den Moellers und ihren Methoden. Bis ein Schüler stirbt.

Wertung:
Pädagogische Lehrmethoden gibt es wahrscheinlich genau so viele, wie Sandkörner. Die einen wirken mehr als andere. Die Frage ist, wie und mit welchen Mitteln. Jürgen Seibold zeigt in seinen Roman, wie Druck sich auswirken kann und unter welchen Einflüssen Kinder stehen. Sind es doch die Lehrer und die Mitschüler, die einen neben Eltern und Geschwister doch am meisten beeinflussen. Und der Druck der Gesellschaft, geht es doch heutzutage mehr um gute Noten als um alles andere. Die Frage, ob sich das eigene Kind an der schule wohlfühlt, ob es sich im Unterricht beteiligt und in den Pausen mit anderen zusammen spielt, leisten sich wohl nur die Eltern, deren Kinder sowie so gute Noten nach Hause bringen und an sich pflegeleicht sind. Zumindest habe ich die Erfahrung bei mir und meinen Klassenkameraden aus meiner Schulzeit machen können. Man unterhält sich ja, mit seinen Eltern und Klassenkameraden, auch über Elternabende. Seibold zeigt in einer drastischen Variante, wie aber Lehrer auch einen unheilvollen Einfluss auf Kinder ausüben könenn. Wie Druck und Neid miteinander gegen die eigenen Mitschüler wirken und was für Folgen dabei entstehen können. Und man hofft inständig dabei, dass diese fiktive Geschichte und eine pädagogische Organisation wie "Padea" nie wirklich werden wird. Möglich wäre sie allemal.

Leseempfehlung für die jenigen, die unterschwellige Psychothriller lieben, aber nicht in die ganz extreme Thriller-Schiene rutschen möchten. Auch, muss man sich von der ursprünglichen Form dieser Literatur-Art abwenden. Beim Lesen schwankt man zwischen das Buch zur seite zu legen und etwas anderes zu lesen, weil es irgendwie doch unheimlich und kalt ist ode den Drang, doch noch das Kapitel zu Ende zu lesen. Im Endeffekt aber, kann man das Buch nicht anders, als auslesen und dann beruhigt zu wissen, wie die Geschichte ausgegangen ist. Denn, Seibold hält seine Leser. Bis zur letzten Seite.

Euer samuel.
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Jonny

Torwächter

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5

Samstag, 26. Mai 2012, 19:09

Cool, vielen Dank!

Das Buch hört sich echt interessant an. :)
Gruß Jonny :sun:
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samuel

findosbuecher

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6

Mittwoch, 13. Juni 2012, 20:51

"Sorry, Ihr Hotel ist abgebrannt" und "Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt" von Stephan Orth und Antje Blinda


Autoren: Stephan Orth, Antje Blinda
ISBN (Hotel abgebrannt): 978-3-548-37410-9
ISBN (Landebahn verfehlt): 978-3548373263
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Seiten: 214 und 192

Informationen über die Autoren:
Stephan Orth und Antje Blinda sind gemeinsam bei "Spiegel Online" als Redakteure im Reise-Ressort tätig.

Inhalt:
Hotelzimmer aus der Hölle, verwechselte Zielorte, Flugzeuge, die nur durch Paketklebeband "gewartet" werden und verlorenes Gepäck. Aber auch aufmerksame Flugbegleiterinnen, fürsorgende Hoteliers und "hilfreiche" Taxifahrer. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben und so hat ein jeder seine eigenen Geschichten, mal mehr oder weniger kurios, erschreckend oder zum lachen (meist erst hinterher) von seinen Reisen zum Besten zu geben. Und das haben sich auch beide Autoren zu Nutze gemacht und Besucher der Online-Plattform des "Spiegels" nach ihren Kuriositäten und ganz persönlich Erlebten befragt. Und so ganz nebenbei räumt man in "Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt" auch noch mit einigen Wissenslücken rund ums Fliegen auf.

Wertung:
Touristen und solche die es werden wollen, bringen einen oft genug zur Verzweiflung. es ist noch nicht lange, seit dem ich im Reisebreich arbeite und ich kenne selbst schon Geschichten, die den gemeinen Tourismuskaufmann darüber nachdenken lassen, ob "das" jetzt zum Heulen oder Lachen ist. Da gibt es Kunden, die wollen Sportwaffen mit auf ihren Amerika-Trip mitnehmen :ham: (Versuche das mal einer amerikanischen Airline klar zu machen. Unmöglich.) oder Allergiezimmer, aber gleichzeitig ihren Hund mitnehmen :D (Geht nicht.). Meine persönlich erlebte Lieblingsgeschichte ist das gebuchte Hotelzimmer und der Kundenwunsch nach Meerblick. Das Hotel stand allerdings in Wien. Geografie lässt grüßen.

Für alle, die einen Ausschnitt aus dieser kuriosen Welt der Reisenden erleben wollen, ohne sich selbst in "Gefahr" zu begeben, im Frachtraum einer südamerikanischen Kleinmaschine zwischen Ziegen auszuharren, touristisch tatsächlich Erlebtes nachlesen möchten und dabei die eine oder andere Lachträne vergießen wollen, für alle die sind beide amüsante Bücher durchaus empfehlenswert.

Last, but not least und gar nicht zu den Büchern gehörig:


Bis zum nächsten Mal, gute Reise.

Euer samuel.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »samuel« (13. Juni 2012, 22:59)

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Kasus

Zauberer

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7

Mittwoch, 13. Juni 2012, 22:35

Ich glaub die beiden Bücher treffen genau meinen Geschmack :D :lolextrem:
LG,Kasus
Willst du glücklich sein im Leben…
trage bei zu and’rer Glück,
denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eig’ne Herz zurück.
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samuel

findosbuecher

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8

Mittwoch, 20. Juni 2012, 18:53

Monumentalwerke - Etwas für absolute Bücherwürmer.

Unter Freunden bin ich bekannt dafür, dass ich immer und ständig mindestens ein Buch mit mir herum trage, um jede ruhige Gelegenheit zu nutzen, zu lesen. In gewissen Abständen finden sich dann auch Werke der Kategorie "Monumentalwerke und Wälzer" darunter. Möglichst viele Seiten, die einen dazu zwingen, sich lange und intensiv mit einen Thema, mit einer Romanwelt oder ähnlichen zu beschäftigen. So war "Krieg und Frieden" meine Freizeitlektüre im Abi-Jahr. Das ganze Jahr, da ich nicht jeden Tag gleichmäßig viel gelesen und zwischendurch immer wieder andere Bücher parallel gelesen habe. Das ist meine zweite Schwäche, trotz angefangenen Buch, ein anderes nebenher lesen. Noch verwirrt mich das nicht, zumal ich dann immer unterschiedlichste Thematiken mir heraussuche. Auch wissenschaftliche Standartwerke, wie "Holocaust" von Ian Kershaw gehören zu meinen Lesestoff, anspruchsvoll, detailliert und informativ, seriös. Heute habe ich mir aus der "Das Lied von Eis und Feuer"-Reihe, den ersten Band besorgt. Ob ich danach noch die folgenden Bände lese, wer weis das schon? Aber irgendwann bekomme ich dann bestimmt mal wieder Lust auf einen "Wälzer", vor dessen Anblick andere schon kapitulieren. :) Es gibt übrigens noch andere Vorteile von solchen Büchern. Sie sehen schön aus im Regal, man hat lange etwas davon und wenn man ganz stark ist, kauft man so lange kein anderes Buch, bis man dieses ausgelesen hat (Klappt bei mir bestimmt nicht.).
Euer samuel.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »samuel« (21. Juni 2012, 05:53)

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samuel

findosbuecher

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9

Samstag, 23. Juni 2012, 08:35

Kindheit bei Scientology - Verboten!


Autorin: Ursula Caberta
ISBN: 978-3-442-15595-8
Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag, München
Seiten: 160

Information über die Autorin:
Ursula Caberta gilt als gute Kennerin der internationalen Sektenszene und arbeitet als Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology bei der Behörde für Inneres in Hamburg, betreut dort Aussteiger und berät Angehörige im Umgang mit in Sekten verfangenen Familienmitgliedern. Ihr Buch "Schwarzbuch Scientology" war ein großer Erfolg, so dass sie mit diesen Buch ihren Blick auf die Kleinsten richtete, die sich nicht gegen die Vereinnahmung von Scientology selbst wehren können.

Inhalt:
Einfach Kind sein, schreien, toben, spielen, mal laut sein und Unsinn machen, sich einmal in den Arm nehmen und trösten lassen, dann wieder spielen. Solch eine Kindheit ist den Kleinsten in Scientology nicht möglich. Die meisten Kinder kommen über ihre Eltern in die Fänge dieser menschenverachtenden Sekte ohne ein Mitspracherecht zu haben, ohne sich wehren zu können. Als kleines Kind ist man sowie so geneigt, den unmittelbaren erwachsenen umgebenden Personen alles zu glauben und so werden schon die Kleinsten für die Sekte indoktiniert, haben später nur schwer die Chance, auszusteigen. Doch, wie sieht so eine "Kindheit" überhaupt aus? Dies zeigt Ursula Caberta am fiktiven Beispiel des kleinen Edwin, der schon in eine scientolgisch geprägte Familie hineingeboren wird und begleitet ihn bis hin zu drei möglichen Ausstiegsszenarien.
Dazwischen liegen Stationen, wie die umstrittenen Auditings oder auch Aufenthalte in Scientology-Schulen (Dänemark, nahe der deutschen Grenze) und -Internate (Groß-Britannien), wo auch die Kleinsten auf Linie gebracht werden sollen, denn Kindheit gibt es bei Scientology nicht.

Wertung:
Dieses erschreckende Buch sollte, meines Erachtens, Bestandteil jedes Ethik- oder Gemeinschaftskunde-Unterrichtes sein, denn es schildert ein Leben, was wirklich so passieren kann, wenn man Kind und in der Organisation von Scientology gefangen ist. Dabei ist die Figur Edwin zwar fiktiv, die Stationen und Szenarien aber, resultieren aus wirklich Erlebten und wahren Ereignissen, die so geschehen sind und heutzutage leider immer noch geschehen. Belegt wird das ganze durch Zitate und Bezugnahme auf vorliegende Aussagen (von Aussteigern und natürlich Scientologys Betrachtungen selbst).

Unbedingte Kaufempfehlung!!!

Empfehlenswert, ebenfalls nach einer wahren Geschichte: "Bis nichts mehr bleibt." (Spielfilm über tatsächliches Scientology-Familiendrama. Einfach mal googlen.)

Euer samuel.
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samuel

findosbuecher

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10

Freitag, 13. Juli 2012, 05:24

Die Herren von Winterfell aus der Reihe "Das Lied von Eis und Feuer"

ISBN: 978-3442267743
Seiten: 576
Autor: George R. R. Martin
Verlag: Blanvalet

Es gibt Bücher, die schrecken alleine durch Ihren Anblick vom Lesen ab und die Werke von Martin gehören zweifellos dazu. Natürlich braucht man für sie Zeit und eh man alle gelesen hat, dauert es eine ganze Weile.
Wer sich aber traut, taucht in eine mystische, mittelalterlich angehauchte, Fantasy-Welt ein, deren Akteure so vielfältig sind, dass ein jeder Leser seine Lieblinge haben wird.

In Band 1 seiner ersten Fantasy-Saga Das Lied von Eis und Feuer 1. Die Herren von Winterfell erzählt Martin in einer bunten Mischung aus Intrigen, geballter Handlung, romantischen Liebesgeschichten und geheimnisvollen
Abenteuern das Leben der Herren von Winterfell. Die Existenz dieses Adelsgeschlechts ist von der durch die klimatischen Veränderungen hervorgerufenen Ausweitung der Jahreszeiten auf bis zu mehrere Jahrzehnte bedroht
und hat durch seine menschlichen Perversionen nahezu jeglichen Zauber verloren.

Der Leser muss sich allerdings von der Vorstellung ewig jugendfreier Fantasy befreien und damit auch anfreunden können. Etwas für Harry-Potter-Fans also, die diesen Punkt in den Büchern der Autorin J. K. Rowling, eine Frau, die
ich immer noch hoch verehre, immer kritisiert hatten. Die Kapitel sind nicht etwa mit Handlungsüberschriften gekennzeichnet, sondern mit den Namen der dort Rolle spielenden Hauptakteure, so dass man ein und die selbe Sache, bzw. die
Entwicklung der Geschichte aus unterschiedlichen Standpunkten heraus erfährt. Anfangs kann dies verwirren, doch findet man sich sehr schnell in der, vom Autor geschaffenen Welt, zurecht. Mitunter entstehen aber auch Längen, bis mal
wieder ein Kapitel mit den Lieblingscharakter kommt, aber auch die kann man überstehen. Meine sind inzwischen Bran natürlich, Catelyn und Eddard Stark, aber auch Jon.
In den ersten Bänden (der deutsche Verlag hatte wohl aus rein wirtschaftlichen Interesse den englischen Original-Band in zwei deutsche geteilt - wie auch konsequent dann alle folgenden) beginnt die Geschichte und man lernt erst einmal
die wichtigsten Akteure nach und nach kennen.

Wie es weiter geht? Keine Ahnung. Das war der erste Band, den ich gelesen habe. Wann die weiteren folgen, weiß ich noch nicht.

Euer samuel.
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bumblebee08

Entdecker

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Wohnort: Hamburg

11

Sonntag, 15. Juli 2012, 10:30

Die Herren von Winterfell

hallo samuel,
das ist ja wieder einmal eine tolle buchbesprechung.
anscheinend liest du sehr viel, denn deine wortwahl ist sehr
flüssig und beeindruckt mich.
wenn ich anfange, ein buch zu lesen, fangen nach wenigen seiten
meine augen an zu tränen und das wars dann mit lesen.
aber du hast damit bestimmt keine probleme.
bin trotzdem schon gespannt auf deine neuen buchbesprechungen.
bumblebee08
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samuel

findosbuecher

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Beiträge: 8 780 Aktivitäts Punkte: 35 370

12

Sonntag, 15. Juli 2012, 15:48

@bumblebee08: Danke für dein Kommentar. Ja, ich lese sehr viel und bin immer noch stolz, sagen zu können, dass die Summe, die ich für Bücher ausgebe, immer noch höher ist, als die für Filme. Vielleicht wären Hörbücher für dich das richtige, wenn das mit deinen Augen nicht klappt?

Jetzt aber, erst einmal, für dich und alle anderen Mitleser, ein neues Buch. Zurzeit lese ich den zweiten Teil der Reihe: "Das Lied von Eis und Feuer", will euch aber nicht so lange warten lassen. Deshalb hier ein anderes Werk, was ich vor einiger Zeit gelesen habe.

Kind 44


Autor: Tom Rob Smith
ISBN: 978-3442472079
Seiten: 509
Verlag: Goldmann Taschenbuch Verlag

"In der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Doch ein Mörder geht um - und niemand darf ihn stoppen."

Diktaturen bestehen v.a. aufgrund eines, von ihnen geschaffenen, Systemes aus Kälte, Angst, Terror und Spionage, getragen von Menschen, ebenfalls aus Angst, aber auch aus Machtgier oder Idealismus und Überzeugung. Getragen von Geheimdiensten.
In einen der berühmtesten und berüchtigsten, der Stalinzeit, arbeitet der Geheimdienstoffizier Leo Demidow und kann, als in Moskau 1953 die Leiche eines kleinen Jungen gefunden wird, nackt und fürchterlich zugerichtet, die Augen vor den Offenkundigen nicht verschließen.
Leo beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, stößt auf weitere Morde, die ihn durch halb Russland führen. Doch noch während der ersten Überlegungen wird ihm klar, dass er selbst zum Gejagden geworden ist.

Krimis gehören nicht, zu den von mir überlicherweise, bevorzugten Genre und doch habe ich mir diesen gekauft, nachdem es in einer Literatursendung (Ich glaube, bei 3Sat.), vorgestellt wurde. Das Thema ist schließlich umwoben, von geschichtlichen Hintergrund und der Leser taucht sofort, mit den ersten Zeilen schon, hinein, in eine Welt aus Angst und Kälte, die zu damaliger Zeit die Weiten Russland bestimmte. Tom Rob Smith versteht es dabei Wahrheit und Fiktion perfekt zu vermischen. In seinen Erstlingswerk gelingt es ihn, zu beschreiben, wie ein, auf Terror gestütztes Regime funktioniert und wie sich unterschiedlichste Charaktere darin bewegt haben (können). Da gibt es den Karrieristen und den Loyalen, den Idealisten und den Oppositionellen, die Ehefrau, die nur aus Angst geheiratet hat, weil eben der Mann beim allmächtigen KGB arbeitet und dann ist da noch eine andere Welt, außerhalb des Systemes, die offiziell nicht existiert. Alleine die Mischung macht dieses Werk schon lesbar genug. Man mag es vielmehr gar nicht weg legen und liest unter Zwang immer weiter, obwohl der Inhalt teilweise sehr grausam und fast schon zu spannend für die Nerven ist. Wie ein Ertrinkender fast, der verzweilt nach jeden Strohhalm greift, blättert man immer nervöser von Seite zu Seite und begleitet Leo Demidow auf seine gefährliche Reise. Und hier beginnt die eigentliche, von Smith ausgedachte Geschichte um diese grausame Mordserie, die es aber, in Abwandlung, schon wieder Realität, wirklich gegeben hat. Wenn auch viel später, nämlich von 1978 bis 1990 mordete Andrei Romanowitsch Tschikadilo, der nach seiner Verhaftung angab, 56 Menschen auf den Gewissen zu haben. Der hier beschriebene

Leo Demidow verfolgt den, der wahren Geschichte nachempfundenen, Mörder und ahnt nicht, wie nahe er den Mörder wirklich ist. Und das, sein Leben lang.

Ich habe dieses Buch gelesen, wie gesagt als Ausnahme, da ich bis dahin von Krimis die Finger gelassen habe. Nicht mein Genre, wie gesagt. Aber mit diesen Werk ist Tom Rob Smith etwas großes gelungen. So viel Spannung und Zittern, ja Mitleiden mit den Figuren habe ich noch nie erlebt und auch wusste ich nicht, wie dieses Terrorregime im Alltag wirkte und funktionierte, wie dies der Normalbürger sah, kennt man doch eher die Sicht von Politikern, Diplomaten und eben ehemaligen Offizieren und Geheimdienstlern. Diese Perspektive, die der Roman "Kind 44" ausführlich thematisiert, war mir neu und schon alleine deshalb, hochspannend, zumal die Geschichte der Morde reale Hintergründe aufweist.

Empfehlung: absolut

Weiteres:
Tom Rob Smith schrieb weitere Bücher, sollte doch die Geschichte um Leo Demidow eine Trilogie werden. Herausgekommen sind die Fortsetzungen "Kolyma" und "Agent 6". Tendenz, schwächelnd. Ist das "Kind 44" als Erstlingswerk des Drehbuchautors Tom Rob Smith zurecht ausgezeichnet, mit den Steel Dagger Preis als bester Thriller des Jahres, nimmt die Qualität der Nachfolge-Werke mit jeden Kapitel ab. Allenfalls "Kolyma" würde ich empfehlen, als Fortsetzung zu lesen, setzt sich hier doch die, auch charakterliche, Veränderung von Leo Demidow fort, die in "Kind 44" seinen Anfang genommen hat. "Agent 6" liest man dagegen nur noch der Vollständigkeit halber. Es fehlt aber nichts, wenn man sich dieses Werk dann doch nicht zu Gemüte führt. Doch, für "Kind 44" gilt, ein absolutes "Lese-Muss".

Euer samuel.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »samuel« (15. Juli 2012, 15:54)

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samuel

findosbuecher

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13

Freitag, 3. August 2012, 20:54

"Sie nannten mich >Es<", "Der verlorene Sohn" und "Ein Mann namens Dave".



Autor: Dave Pelzer
ISBN-13: 978-3442150557
ISBN-13: 978-3453873186
ISBN-13: 978-3453877429
Verlag: Wilhelm Heyne Verlag München

"Du hast mein Leben zur Hölle gemacht. Jetzt ist es an der Zeit, dass ich dir zeige, wie die Hölle ist!" Mit diesen Worten zerrt die Mutter ihren fünfjährigen Sohn wie von einen teuflichen Plan besessen zum Herd und hält seinen Arm an die orange-blaue Gasflamme, bis ihnen der Geruch von versenkter Haut in die Nase steigt. Die schir unglaubliche Geschichte einer Kindesmisshandlung: Jahrelang wird Dave von der eigenen Mutter brutal geschlagen und in grausamen "Spielchen" beinahe umgebracht.
Immer wieder wird er Zielscheibe ihrer ungezügelten Aggression - physische und psychische Folter von beinahe unvorstellbarer Grausamkeit. Einzugreifen und der rohen Gewalt ein Ende zu bereiten wagt in der Familie niemand. Erst als seine Lehrer sich einmischen, kommt für den bereits halb verhungerten Jungen die Rettung. Ein aufrüttelnder Schicksalsbericht, der uns alle mit der Frage konfrontiert, wie lange man die Augen vor elterlicher Gewalt verschließen darf.

Ich habe kürzlich, das von olli15 vorgestellte Buch, "Ich war Kind C" von Christopher Spry angefangen zu lesen und bin sofort in Tränen ausgebrochen und dass, wo ich bei Büchern insgesamt eine gewisse Nüchternheit in der Betrachtungsweise lege. Doch, kann man dies bei einen solchen emotionalen Thema überhaupt, darf man überhaupt gefühlskalt bleiben? Nein. Bei den Thema -Kindesmisshandlung- hört der Spaß auf und man tut gut daran, zu erinnern, dass es eben nicht nur Kinder gibt, die von ihren Eltern liebevoll umsorgt und beschützt werden, sondern eben auch solche, die gequält, verletzt, vergewaltigt werden, die man hungern lässt oder psychisch fertig macht. Meist von der unmittelbaren Verwandtschaft ausgehend.
Bei Pelzer war es, wie auch bei Christopher Spry, die Mutter, die ihr eigenes Kind quälte, sich sadistische Strafen für Nichtigkeiten ausdachte und vollstreckte. Dabei beginnt Pelzer von einer anfangs glücklichen Kindheit zu erzählen, die sich nach und nach jedoch in ein Gefängnis des Schreckens wandelte und aus der alleine niemals heraus gekommen wäre. Es beginnt mit immer heftiger werdenden Schlägen, bis hin zum Trinken von Spülmitteln und auch eine heiße Herdplatte wird dem Jungen zum Verhängnis. Hungern muss er sowie so und Klamotten muss er abtragen, bis sie ihn, buchstäblich, vom körper fallen. In der Schule wird er bald deswegen ausgegrenzt, "Smelzer Pelzer" wird sein grausamer Spitzname werden. Und doch gibt es immer wieder, erst einen, dann kleinere und schließlich große Momente, in der er sich Stück für Stück seinen Weg und Sieg erkämpft, um schließlich der Hölle seiner Mutter zu entrinnen. Alleine freilich, hätte er das nicht geschafft. Jedoch gab es auch für ihn Menschen, die aufmerksam genug waren, seine Lage zu erkennen.

Wertung:
Um seine Lebensgeschichte, seine Schicksalsschläge zu verarbeiten, gibt es viele Wege. Schreiben ist einer und den haben sowohl Dave Pelzer und Christopher Spry gewählt. Wobei Pelzer mit seiner Geschichte schon viel weiter ist, als Spry, der mit der Verarbeitung seiner Erfahrungen noch ganz am Anfang steht. Kindesmisshandlung gibt es in allen Gesellschaftsschichten, meist bewegen sich die Täter im unmittelbaren Umfeld des opfers. Das macht sie schwerer angreifbar. Würde man einen Kind sofort die geschichten über den "bösen" Onkel glauben, der einen selbst doch immer so nett und zuvorkommend erscheint und überhaupt, in der eigenen Familie gibt es das nicht? Die Realität sieht leider zahlreich anders aus, so dass es hunderte Daves und Christopher gibt, die ähnlich leiden müssen und nicht alle schaffen es, den Kreislauf der gewalt zu entkommen und zu entfliehen.
Helfen können da meist nur Außenstehende, denn das Opfer selbst, ist dazu meist nicht mehr in der Lage. Und Hilfe kann schon ein klein wenig mehr Aufmerksamkeit bedeuten, die einen Stein ins Rollen verbringen zu mag.
Diese drei Bücher regen zum nachdenken über uns, die Gesellschaft und die Umgebung, in der wir Leben an und zu mehr Aufmerksamkeit. Denn die ist die größte Hilfe, die man selbst geben kann. Jeden Tag.

Empfehlung: EIN MUSS.

Euer samuel.
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bumblebee08

Entdecker

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Wohnort: Hamburg

14

Montag, 6. August 2012, 10:15

Ich war Kind

hallo samuel,
obwohl diese geschichte unendlich grausam ist, hat du gerade dieses buch
besprochen und auch über deine emotionen etwas gesagt.
wieder einmal eine gelungene buch besprechung.
ein trauriges thema, aber die gewalt der eltern sollte man
nicht unterschätzen.
was sollen kinder machen, die so von den eigenen eltern drangsaliert
werden ? die denken garantiert nicht, dass das eine form der
aufmerksamkeit, der zuwendung ist.
damals, als eltern noch ihre kinder verprügeln durften, hat sich doch
niemand um die schreie der kinder gekümmert. das kenne ich nur zu gut
aus eigenen erfahrungen.
aber wer haut in dem alter schon ab ? vor allem wohin soll man gehen, wovon
soll man leben, wo kann man schlafen ? alles fragen, an die ein kind nach einer
weiteren tracht prügel nicht denkt. hauptsache weg ! weg von diesen legalisierten
volterknechten namens eltern.
das erste mal, als ich von zu hause abgehauen bin, da war ich 5, aber die polizei
bringt kinder sofort wieder zurück, wenns geht mit dem hinweis, dass eine tracht
prügel schon helfen wird, damit man nicht noch einmal ab hauen wird.

das von dir beschriebene buch beschreibt prügel exzesse. ist es fiktion oder
realität ? was ist wirklich passiert und was nur hinzu gefügt, um diese buch
besser verkaufen zu können. aber wer kauft sich solch ein buch ? was sind das
für menschen, die wissen, was sie erwartet ?

kannst du verstehen, was ich meine ?

bumblebee08
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samuel

findosbuecher

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15

Montag, 6. August 2012, 20:22

RE: Ich war Kind



kannst du verstehen, was ich meine ?

bumblebee08


Ich versuche es.

Natürlich sind die Geschichten beider, von Christopher Spry als auch von Dave Pelzer unendlich grausam zu lesen. Für mich selbst, der ich eine glückliche Kindheit hatte, ist das sehr schwer gefallen, Seite für Seite immer neue perfidere Gewalt zu lesen, die diesen beiden Jungen tatsächlich angetan wurde. Denn beide schreiben über das, was sie erlebt haben und lassen dabei noch eine ganze Menge grausamer Dinge, die ihnen angetan wurden, weg. Beide schreiben nur über das, was ihnen angetan wurde und nicht über das, was ihre Geschwister teilweise auch ertragen und erleiden mussten und Christopher Spry betont, dass er die Geschehnisse ausdrücklich nicht erzählt und beschreibt, wegen denen seine "Mutter" zwar angeklagt aber nicht verurteilt wurde. Er erwähnt, dass es da Punkte gab, aber er beschreibt sie nie, so ausführlich, wie das Leid, wofür es genug Beweise gab und der Richter sie auch verurteilt hat. Diese Bücher verharmlosen also eher das Erlebte noch, als dass sie mit der ganzen Wahrheit herausrücken. Sie entsprechen dem, was in amtlich nachzlesenden Protokollen zu finden ist, können also, wer die Quellen kennt und des Englischen mächtig ist, nachgeprüft werden. Beide Autoren betonen das in ihren Büchern.

Sie sagen aber auch, dass sie ihre ´Geschichten aufgeeschrieben haben, zu allererst für sich selbst. Als Teil eines lange immerwährenden Verarbeitungsprozesses, selbst erst einmal das Erlebte irgendwie greifbarer zu machen. Es ist also Verarbeitungsliteratur, nicht für die große Masse. Es soll den Leser die Augen öffnen, aber das sagte ich schon, vor allem aber sollte ihnen das Aufschreiben selbst helfen. Beide engagieren sich heute für Kinder, die in der selben Situation wahren, wie sie damals. Das mal so nebenher erwähnt, aber auch darum geht es nicht in den Büchern. Die ganzen Geschichten sind belegt und nachprüfbar.

Diese Bücher sind gewiss keine Verkaufsschlager, aber das sollen sie auch nicht sein. Es dient einfach nur der Verarbeitung des Erlebten.

Dass du noch zu der Generation gehörst, die Prügel erleben musste, tut mir leid und dass es bei dir sogar mal so kam, dass du abhauen wolltest, auch. Ich kann mich nur an eine einzige Ohrfeige erinnern, die mich gerade einmal gestreift hat. Die Person, die das gemacht hat, hat mehr geweint als ich kleiner Steppke, der ich damals war und seit dem, gab es nie mehr so etwas, was man auch nur annähernd als körperliche Gewalt hätte bezeichnen können. Klar gab es mal Streit, es wurde mal geschimpft, geweint, geschrieen, Türen zu geschlagen oder Tage lang nicht mehr miteinander geredet bzw. nur das nötigste. Aber das war es auch schon.

Ich hoffe, ich konnte dir meine Sicht und auch die Sicht der Autoren, was die mit ihren Büchern erreichen wollten, etwas deutlicher machen.
Schreibe dir das auch noch als PN.

LG

samuel.
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samuel

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16

Samstag, 11. August 2012, 10:25

Gebrauchsanweisung für Schweden und Gebrauchsanweisung für Irland


Autoren: Antje Rávic Strubel (Schweden) und Ralf Sotscheck (Irland)
Verlag: Piper Taschenbuch
ISBN-13: 978-3492275569
ISBN-13: 978-3492275941

Wer nicht die Möglichkeiten hat, zu reisen oder vorher sich über das betreffende Land informieren will, für den gibt es unzählige Möglichkeiten, zumal das Internet heute, selbst entlegene Winkel unseres Planeten für jeden zugänglich macht. Darüber hinaus, hat man sich für ein bestimmtes Land entschieden, gibt es natürlich Unmengen von Literatur darüber, aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Und ein sehr interessanter, informativer und humorvoller ist der Blick von Menschen, die dieses oder jenes betroffene Land zu ihrer Heimat gemacht haben. Ihre Erlebnisse und Geschichten sind die Grundlage für die Reihe "Gebrauchsanweisung für..." und jeder Leser, wird, wenn er schließlich diese Länder bereist, ähnliche Erfahrungen machen dürfen und sich freuen, über Dinge, die er aus den Büchern wiedererkennt. Und für jeden ist etwas dabei, so gibt es inzwischen Städte-Ausgaben über Berlin, bis hin zu London oder Paris, über Leipzig, bis hin zu Schweden, Norwegen, Irland, Italien, China, die Türkei und noch viele andere lohnenswerte Reiseländer.

Ich beschränke mich heute auf "Gebrauchsanweisung für Schweden" und lasse "Irland" außen vor, da ich da gerade am Anfang mit dem Lesen bin.

Schweden ist ein rund herum tolles Land, aber erschließt sich die Faszination des ganzen erst auf den zweiten Blick. Und so muss der zurückkehrende Tourist allerlei Vorurteilen begegnen. Für die meisten Menschen besteht dieses Land nämlich nur aus Mücken, Elche gibt es auch und ziemlich kalt soll es dort sein. Dabei hat Schweden eine ganze Menge zu bieten, ein Bildungssystem, was seines gleichen nur in Skandinavien selbst findet, eine großartige Natur mit riesigen Wäldern und sauberen Flüssen und Seen, eine faszinierende Küstenlandschaft und coole, ständig sich wandelnde Städte. Dem Land gelingt der Spagat zwischen Demokratie und Monarchie, man liebt und lebt den Frieden und pflegt ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu den Nachbarländern. Schweden ist zudem das Land mit den meisten "Morden", zumindest, wenn man den Buchhandlungen glauben will, schließlich hat Mankell den Schweden-Krimi perfektioniert und dann gibt es da noch freche Jungs aus Lönneberga und starke Mädchen mit roten Zöpfen.

Herzlich willkommen in Vimmerby, Geburtsort der Nationalheldin und Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Schweden ist aber auch das Land, wo das Streichholz erfunden wurde, kinderfreundliche Kassen im Supermarkt garantiert nicht elternfreundlich platziert sind (Man muss nämlich, um dahin zu gelangen, erst an eine Wand voller Süßigkeiten zum Selbstbedienen vorbei. Natürlich alles für Kinder in Greifhöhe.), dass Land in dem der nächste ICA (große Supermarktkette) meilenweit entfernt sein kann und man an Ikea garantiert nicht vorbei kommt. Kommt man wirklich nicht. Tatsächlich scheint schon Berlin mehr Filialen zu haben, als das gesamte Ursprungsland. Wer also erfahren will, was das meist geklaute Straßenschild Schwedens ist, was es mit der typischen roten schwedischen Häuserfarbe auf sich hat und warum jenseits des nördlichen Stockholms für die Schweden alles Böse anfängt, der sollte unbedingt zu diesen Buch greifen. Aber auch natürlich, wer etwas über die Geschichte und Kultur erfahren und sich in den Mittsommernächten treiben lassen will, gesättigt durch schwedische Köstlichkeiten von kanelbullar bis köttbular oder älgkorv und surströming.

Schweden ist ein Land, was man unbedingt erlebt haben muss. Das wird schnell klar und die Autorin Antje Strubel hat keinen kleinen Anteil daran, dass ich inzwischen fünf Mal in verschiedenen Teilen dieses Landes gewesen bin.

Wiedererkennungswert Schwedens im Buch: auf jeder Seite
Reiselust nach dem Lesen: geweckt

Insgesamt räumt die Autorin mit vielen Vorurteilen und Fragen auf, die man über Schweden haben kann. Wer aber einen gewöhnlichen Reiseführer mit Hoteltipps und Preisauskünften erwartet, liegt falsch. Vielmehr zeigen die Bücher der "Gebrauchsanweisung für..." eine sehr subjektive Sicht auf das jeweilige Land und punkten mit Erlebnisberichten und großen Wissen über die Mentalität und Gefühlswelten der Einheimischen. Zur gewöhnlichen Reiseliteratur und den Reiseführern von ADAC bis Marco Polo ist dies aber eine ideale Ergänzung. Für davor und auch danach, gibt es dann doch so manchen Geheimtipp und hinterher freut man sich natürlich, dass man "das" im Urlaub genau so erlebt und empfunden hat.

Euer samuel.
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samuel

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17

Sonntag, 2. September 2012, 08:39

Als die Tiere den Wald verließen


Autor: Colin Dann
Seiten: 309
Verlag: Ueberreuter
ISBN-10: 3800023725
ISBN-13: 978-3800023721

Im europäischen Fernsehen gibt es zu allen Zeiten immer wieder Lichtblicke im manchmal recht zweifelhaften Programm, so war in meiner Kindheit in den 90er Jahren die Serie "Als die Tiere den Wald verließen" eine meiner Lieblingsserien, die ich auch heute noch gern schaue. Diese leibevoll gezeichnete Zeichentrickserie, die diesen Namen auch tatsächlich verdient, entstand aus einer Kooperation verschiedener europäischer Fernsehsender heraus und lief dem entsprechend auch in vielen sprachlichen Fassungen auf den Kanälen. Für mich war es die Sendung in der ARD, für die britischen Kinder kam diese Serie auf BBC, aber auch in Dänemark, in Frankreich, in Schweden, in Spanien und der Türkei war die Serie zu sehen. Schade eigentlich, dass solch ein Meisterstück heute anscheinend nicht mehr gelingt und kein Fernsehsender Ambitionen zeigt, solch ein Projekt zu verwirklichen.

Wie dem auch sei. Auch für diese Serie gab es eine Buchvorlage und diese kommt von Colin Dann, der bei einen britischen Verlag arbeitete und mit diesen ersten Roman gleich einen Erfolg landete. Die deutsche Ausgabe ist im Üeberreuter-Verlag erschienen und enthält den ersten Teil "Die Flucht" und den zweiten Teil "Die Reise zum Hirschpark".

Worum geht es?
Die Menschen nehmen sich alles, ohne Rücksicht auf die Natur und zerstören, um ihre Städte zu errichten, auuch ganze Wälder und so ist es nur eine Frage der Zeit bis auch die letzten Tage des Thalerwaldes gezählt sind, in denen es schon jetzt an Wasser mangelt, da der Teich zugeschüttet wurde und der Bach zu einen schlammigen Rinnsal verkommen ist. Täglich werden immer mehr Nester und Behausungen der Tiere zerstört und Fuchs, Dachs, Eule, Wiesel und andere Tiere immer mehr in die Enge getrieben. Guter Rat ist also teuer und bitter nötig und so wird eine Versammlung der verschiedensten Tierarten einberufen. Im Bau des alten Dachses beratschlagen die Tiere, was zu tun ist, aber nur die verspätet auftauchende Kröte weiß, wo ein sicherer Platz zum Leben ist. Der Weißhirschpark. Doch, der Weg dahin ist weit und voller Gefahren. Diese können sie nur überstehen, wenn sie sich gegenseitig helfen und beschützen. Gar nicht so einfach, wenn Fressfeinde neben einander her laufen müssen. Darum wird der Eid zum gegenseitigen Schutz gesprochen und bald schon wird aus den unterschiedlichsten Tieren eine verschworene Gemeinschaft.

Die erste Folge der Serie:

Empfehlung: unbedingt (Das Leben ist halt nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen, sondern auch manchmal grausam. Aber genau das zeigen Buch und Serie uneingeschränkt und verschweigen und verschönern nichts.)

Serie, läuft manchmal noch in den dritten Programmen, ist aber auch auf YT zu finden und inzwischen gibt es alle drei Staffeln auf DVD zu kaufen. Dabei geht die Serie weiter als das Buch und behandelt auch das Leben der Tiere im Weißhirschpark selbst. Unbedingte Kaufempfehlung!



DVD - Staffel 1, DVD - Staffel 2, DVD - Staffel 3, das Buch.

Euer samuel.
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samuel

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18

Freitag, 7. September 2012, 21:39

Ich habe es mal gewagt, bei medimops.de zu bestellen, obwohl ich sonst nicht so der Fan bin von Gebraucht-Bücher-Käufen. Aber ich hab's jetzt einfach mal probiert. :) Im Einkaufskorb landeten insgesamt 7 Bücher (5 x sehr gut, 2 x gut), zum Gesamtpreis von 22,97 Euro. Die meisten Bücher gingen für 2,99 Euro über die Theke. Hoffentlich klappt das alles. Folgende Bücher habe ich bestellt:

1. Betty Mahmoody "Nicht ohne meine Tochter"
Mein altes Exemplar lebt inzwischen in mehreren Einzelteilen, ist durchgewellt und mit lauter Knicken übersäht und es fehlen einige Seiten. War ja ein aussortiertes Bibliotheksexemplar und ging schon durch zu viele Hände. Da musste jetzt mal Ersatz her.

2. Betty Mahmoody "Aus Liebe zu meiner Tochter"
Griff ins Blinde, die Fortsetzung des weltberühmten Bestsellers kenne ich noch nicht und möchte die unbedingt lesen.

3. Stephan Orth und Antje Blinda "Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt"
Habe ich hier schon vorgestellt und mein eigenes Exemplar an jemanden verliehen, als "Urlaubslektüre". Da blieb es dann auch, es wurde vergessen. Dies ist also meine zweite "Ersatzbeschaffungsmaßnahme".

4. Evelyn Sanders "Mit Pellkartoffeln und Popcorn"
Diesen heiteren und kurzweiligen Roman muss man gelesen haben. Von meinen alten Exemplar fehlen aber Seiten und ein halber Buchrücken. War ein lädiertes Flohmarktexemplar und jeder Ersatz sieht bestimmt besser aus.

5. Helene Carrere d'Encausse "Nikolaus II."
Das ist jetzt wieder etwas für mich Geschichtsinteressierten und beleuchtet die Politik des letzten Zaren, seine Fehlentscheidungen, aber auch seine Persönlichkeit. Grundsätzlich erwarte ich nichts neues, da ich schon einiges über Nikolaus II. gelesen habe, aber ich lese gern auch mal verschiedene Sichtweisen.

6. Margaret Peterson Haddix "Schattenkinder"
Dieses Buch ist der 1. Band einer sechsteiligen Reihe und zeichnet die Welt einer fiktiven Diktatur, die nach großen Hungersnöten jeder Familie nur zwei Kinder erlaubt. Luke jedoch ist ein Drittkind, so genanntes "Schattenkind" und kann daher nur im Verbrogenen auf den Dachboden des Hauses seiner Familie leben, um so der Bevölkerungspolizei nicht aufzufallen. Doch eines Tages entdeckt er, dass im Nachbarhaus auch ein Drittkind leben muss.

Ich glaube, das werde ich als erstes lesen. :) Und dann entscheiden, ob ich die Reihe weiterlese.

7. Evelyn Sanders "Mit fünfen ist man kinderreich?/"Werden sie denn nie erwachsen?"
Zwei Bände in einen. Und hoffentlich auch mit viel Humor. Werden aber nicht meine letzten Sanders-Bücher sein.

Das war's erst einmal. Mal sehen, in welchen Zustand die Bücher tatsächlich bei mir ankommen, die Preise waren doch sehr gering. Einen "Zustandsbericht" folgt bei Paketöffnung. :D

Euer samuel.
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samuel

findosbuecher

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Beiträge: 8 780 Aktivitäts Punkte: 35 370

19

Dienstag, 11. September 2012, 18:42

Heute ist meine erste Medimops-Bestellung an Büchern bei mir zu Hause angekommen und vor ein paar Minuten habe ich dann das Paket aufgemacht. Das Ergebnis ist durchwachsen.

1. Schnelligkeit
Ein Wochenende und ein Wochentag lag zwischen meiner Bestellung und der Entgegennahme des Paktes durch die Nachbarn. Akzeptabel. Ich habe auch schon mal länger auf eine Bestellung gewartet, auch inländischer Bücher, bei Amazon. Drei Tage sind vollkommen in Ordnung.

2. Vollständigkeit
Auch hier keine Punktabzüge. In den Paket war alles drinnen, was ich bestellt habe.

3. Zustand
Das ist wohl der Punkt, der am meisten interessiert. Zur Erinnerung: Drei Bücher wollte ich aus guten Gründen ersetzen und die anderen als zusätzlichen Lesestoff. Laut Medimops befanden sich zwei Bücher in guten Zustand, der Rest ist als "sehr gut" deklariert.

Nun reden wir hier von Gebrauchtbüchern, neuwertigen Zustand habe ich folglich gar nicht erwartet und habe doch auch Bücher im Paket gefunden, die nicht oder nur einmal gelesen bzw. wohl ins Regal gestellt und vergessen wurden. Überrascht hat mich der Zustand von "Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt", "Schattenkinder" und Radau im Reihenhaus". Alle drei Bücher haben den Zustand "sehr gut" wohl zurecht getragen, bis auf etwas dunklere Seiten, die bei einen Gebraucht-Buch verzeihlich sind, nicht vergilbt, und ein paar angeraute Ecken im Buchumschlag, was auch nicht beim Lesen stört, guter Zustand. Leserillen habe ich keine bemerkt. Lose Seiten, umgeknickte, fehlende oder eingerissene Seiten habe ich auch nicht bemerkt. Diese drei Bücher waren ein voller Erfolg.

Als Softcover bestellt, als Hardcover bekommen habe ich, mit Schutzumschlag "Nicht ohne meine Tochter", normale Gebrauchsspuren und trotzdem keine Knicke, etwas angedunkelte Seiten, aber immer noch ein sehr guter Zustand für ein Gebrauchtbuch. Ich schätze, höchstens einmal gelesen. Auch das ist in Ordnung.

An Leserillen nicht zu überbieten ist "Pellkartoffeln und Popcorn, aber die Seiten sind noch in einen sehr guten Zustand. Keine Knickseiten oder Risse.
"Nikolaus II." ist als gebrauchtes Piper-Buch in einen ordentlichen Lesezustand, aber auch nicht mehr, an den Rändern gibt es, wenn auch ganz ganz kleine, undefinierbare Fleckchen. Vielleicht schmirgel ich hier ein wenig Rand ab Angeraute Ecken, aber ich beschwere mich nicht.

In grenzwertigen Zustand befinden sich "Aus Liebe zu meiner Tochter" und der Sammelband "Mit Fünfen ist man kinderreich - Werden sie denn nie erwachsen?" Seiten sind sehr vergilbt, aber immer noch ungeknickt und ohne Risse. Leserillen, natürlich vorhanden. Im Vergleich aber, sind es die Bücher, die mich vom Zustand am meisten enttäuschen.

Fazit:
5 x Daumen hoch, 2x Daumen zur Seite, 1x Daumen ganz nach unten. Überwiegend hat sich die Bestellung gelohnt, doch werde ich darauf in Zukunft nur noch zurückgreifen, wenn ich sparen will oder vergriffene oder sehr verbilligte Ausgaben unbedingt suche. Ansonsten werde ich wohl weiterhin Neuware kaufen, auch, wenn ich da meinen Geldbeutel schröpfe.
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Registrierungsdatum: 3. März 2004

Beiträge: 4 815 Aktivitäts Punkte: 24 975

Danksagungen: 2

Wohnort: Region Stuttgart

20

Dienstag, 11. September 2012, 19:07

Was sind denn Leserillen? Haben manche einen so stechenden Blick daß beim Lesen Rillen ins Papier graviert werden? :lol:
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