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samuel

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61

Dienstag, 22. Januar 2013, 18:22

Kai Meyer "Der Kreuzworträtselmörder"

[attach]35626[/attach]

Autor: Kai Meyer
Seiten: 283
Verlag: Weltbild-Verlag
ISBN-10: 3860479547
ISBN-13: 978-3860479544

Autor:
Kai Meyer, 1969 in Lübeck geboren, ist ein deutscher Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor und gilt als V ertreter der deutschen Phantastik. Nach den Studium des Films, Theaters und der Philosophie begann er ein Volantariat bei einer Tageszeitung und arbeitete anschließend als Filmkritiker und schließlich für eine Kölner Boulevardzeitung. Danach begann er seine Tätigkeit als freier Schriftsteller und schreibt u.a. für Erwachsene und Jugendliche, Romane und Comics, auch Drehbücher und Hörspiele. Fünf seiner Romane veröffentlichte er unter einen Pseudonym "Alexander Nix", alle liegen inzwischen aber unter seinen richtigen Namen vor. Er wurde u.a. für den deutschen Bücherpreis nominiert, 2003. Seine Werke wurden in über 30 Sprachen übersetzt. "Der Kreuzworträtselmörder" war einer seiner ersten Romane.

Handlung:
Am 15. Januar 1981 geschieht in Halle ein Verbrechen, welches als eines der schlimmsten Gewaltdelikte an Kindern in die jüngere deutsche und v.a. in die Kriminalgeschichte der DDR eingehen wird und Halle und Umgebung in Aufregung versetzt. Aus einen Jugendtreff verschwindet ein kleiner Junge. Trotz groß angelegter Suche entdeckt die Volkspolizei nicht die geringste Spur. Bis zwei Wochen später an einem Bahngleis ein Koffer gefunden wird. Darinliegt die Leiche des Jungen und der einzige Anhaltspunkt, den die Beamten haben werden. AusgefüllteKreuzworträtsel. Mit diesen Beweismittel macht sich die Polizei an die Arbeit und durchkämt in einer einzigartigen Aktion und den Sammeln von Schriftproben die ganze Stadt, getrieben von den Vorgesetzten, kritisch beäugt von den Herrschaften der Partei und unter den Druck der eigenen Empfindungen, denn die meisten Polizisten haben selbst Kinder. Doch schließlich gelangt man auf eine Spur.

Rezension:
Einige Jahre nach der Wende erschien dieses Buch, was sich mit einen der berühmtesten Verbrechen auf DDR-Gebiet beschäftigte und der Autor musste sich die Frage gefallen lassen, ob man das darf, sich als Schriftsteller für Romane anhand eines authentischen Kriminalfalls zu profilieren. Nichts anderes macht Kai Meyer mit den Kreuzworträtselmord-Fall, der unter diesen Titel tatsächlich in die jüngere Kriminalgeschichte Ostdeutschlands einging und die Menschen in Halle und Neustadt (später Halle-Neustadt) erschütterte. Schließlich fragte sich die Bev ölkerung schon damals, wie sie es eigentlich bei jeden Verbrechen macht, warum so etwas passieren konnte und wer zu so etwas fähig ist. Und die Wahrheit, die an's Licht kam, war grausam. Das kleine Opfer, ein zierlicher, etwas kleiner und blonder Junge, wurde grausam zugerichtet und ermordet und seine Überreste dann in einen Koffer an Bahngleisen deponiert. Doch, der Fall bleibt den beteiligten Kriminalbeamten nicht nur deshalb im Gedächtnis. Viel mehr ist es die groß angelegte Suchaktion, die anhand vonb Schriftproben den Täter auf die Spurkam - eine Aktion, wie sie nur in einer Schein-Demokratie möglich war, die ihre Bürger auch sonst scheinbar lückenlos überwachte und bespitzelte. Dieses System der polizeilichen Arbeit und den Leben in Halle und Neustadt, geprägt durch die Tristesse der Plattenbauten und der schlechten Luft, verursacht durch die umliegenden Chemieindustriewerke und Fabriken, beschreibt der Autor gut nachvollziehbar für all jene, die das Glück hatten, diese Zeiten nicht mehr erlebt zu haben. Alle anderen werden sich diese wieder gut in Erinnerung rufen können. Der Autor beschreibt auch, wie Polizisten manchmal auch gegen die Widerstände des eigenen Staates und seiner Vertreter arbeiten mussten und welche Auswirkungen eine unbedachte Äußerung, ein Wutanfall an der falschen Stelle, haben konnte und welche Anstrengungen unternommen werden mussten, um diesen Kinder-Mord aufzuklären. Meyer beschreibt aber auch das Leben des Täters und stellt anhand einiger Lebensepisoden dar, warum dieser ein so schreckliches Verbrechen begann. Die Geschichte selbst liest sich flüssig und man hat das beängstigende Gefühl, hautnah dabei zu sein. Mal auf der Seite des Täters, mal auf der der ermittelnden Polizisten. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack, der Selbstprofilierung des Autors. Kai Meyer, obwohl man ihn wegen seiner ausführlichen Recherche-Arbeit loben muss, hätte besser daran getan, ein Sachbuch statt eines Romanes über diesen Fall zu schreiben.

Fazit:
Dieser Roman empfiehlt sich für all jene, die sich einen Kriminalfall am liebsten in solcher Form nähern. Es empfiehlt sich aber wirklich, sich mit den Original-Fall zu beschäftigen, vielleicht in Form eines Sachbuches, was es inzwischen auch geben dürfte oder anhand der zahlreichen Dokumentationen und Berichte, die ihren Weg auf YT gefunden haben. Wie z.B. hier. Der Fall wurde nach der Wende neu aufgerollt. Heute lebt der Täter anonym, wieder frei nach bundesdeutschen Recht, irgendwo in Deutschland.

Euer samuel.

P.s. Bitte keine Diskussion über Recht und Gerechtigkeit bzw. das Strafmaß und etwa Forderungen nach der Todesstrafe für solche Täter, wie sie u.a. auf YT aufgetaucht sind. Hier soll es reinweg um das Buch gehen.
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Ender

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Dienstag, 22. Januar 2013, 18:38

Danke für die Vorstellung, samuel.

EIn Sachbuch zum Thema wäre z.B.dieses.


Ender
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samuel

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63

Mittwoch, 23. Januar 2013, 17:14

Ich besitze jetzt, für diesen verlinkten Blog eine Genehmigung zur Veröffentlichung von Covern und Leseproben der Verlagsgruppe Randomhouse, also ziemlich vieler Einzel-Unterverlage. Daher werde ich meine Rezensionen jetzt auch auf diesen Blog püosten können, ohne in Schweißtropfen zu baden. ezensionen wird es von mir hier auch weiter geben, natürlich. Aber, den Blog möchte ich Schritt für Schritt ausbauen. Design und Struktur und alles, muss noch daran gefeilt werden. Mal sehen, wie weit das geht. Momentan findet ihr als erste Rezension meine Theo-Boone-Rezension darunter. Schritt für Schritt will ich mir die Genehmigungen weiterer Verlagshäuser einholen. So, wie ich sie halt brauche.
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samuel

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64

Samstag, 2. Februar 2013, 13:57

Zsuzsa Bank "Die hellen Tage"

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Autorin: Zsuzsa Bank
Seiten: 541
Verlag: Fischer Taschenbuch
ISBN-10: 3596184371
ISBN-13: 978-3596184378

Autorin:
Zsuzsa Bank wurde 1965 geboren und arbeitete als Buchhändlerin, bevor sie zuerst in Mainz, dann in Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur studierte. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman "Der Schwimmer" wurde sie mit den aspekte-Literaturpreis und dem Deutschen Bücherpreis ausgeteichnet. Ein weiterer Roman, ebenfalls Träger mehrer Preise, folgte kurz darauf, sowie der Erzählungsband "Heißester Sommer". Dafür erhielt die Autorin den Bettina-v on-Arnim-Preis.

Handlung:
In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri helle Tage der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt. Aber schon die scheinbar heile Welt ihrer Kindheit in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat einen unsichtbaren Sprung: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, und Ajas Vater, der als Trapezkünstler in einem Zirkus arbeitet, kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Karl, der gemeinsame Freund der Mädchen, hat seinen jüngeren Bruder verloren, der an einem hellblauen Frühlingstag in ein fremdes Auto gestiegen und nie wieder gekommen ist. Es sind die Mütter, die Karl und die Mädchen durch die Strömungen und Untiefen ihrer Kindheit lotsen und die ihnen beibringen, keine Angst vor dem Leben haben zu müssen und sich in seine Mitte zu begeben. Zsuzsa Bánk erzählt die Geschichte dreier Familien und begleitet ihre jungen Helden durch ein halbes Leben: Als Seri, Karl und Aja zum Studium nach Rom gehen, wird die Stadt zum Wendepunkt ihrer Biographien – und zur Zerreißprobe für eine Freundschaft zwischen Liebe und Verrat, Schuld und Vergebung.
(Quelle: Amazon.de)

Rezension:
Dass man mit Bestsellern auch einmal, es kommt selten genug vor, daneben liegen kann, musste ich mit "Die hellen Tage" erfahren, doch da man ja zuerst das Positive hervorheben soll, fange auch ich damit an. Die Autorin v erwendet einen wahrhaft poetischen und eindrücklichen Schreibstil, wie man ihn nur in wenigen Werken heutzutage findet. Schachtelsätze als Stilmittel, intensive Beschreibungen von Landschaften und Umgebung und dann das sich Verlieren ins Detail tun ihr Übriges, was dieses Buch sicherlich besonders macht. Auch bei der Aufmachung hat man sich Mühe gegeben und mit der Aquarellzeichnung ein interessantes Cover geschaffen, welches die drei Hauptpersonen als Kinder auf einen Weg neben einen Kirschbaum zeigt und damit zugleich Hinweis ist, auf den Ort, in dem sich die Geschichte großteils abspielt. Kirschblüt. Es zeigt aber auch das Dreieck dieser nie ganz auseinandergehenden Freundschaft der Kinder namens Serie, Aja und Karl und deutet zugleich an, dass alle drei ihr Schicksal zu tragen haben. Sie sind v on dem Betrachter aus, nur mit den Rücken zu sehen. Das war aber auch alles an Positiven, leider, was ich irgendwie zusammenkratzen konnte.

Mittlerweile bin ich auf Seite 356 und damit habe ich schon über die Hälfte eines Buches durchgelesen, von dem ich mir jetzt wünsche, nie dazu gegriffen zu haben. Denn das Buch ist sowohl langwierig geschrieben als auch ständig wiederholend und immer nur, sind es einzelne, ganz wenige Abschnitte, manchmal nur Zeilen, die es wert sind, gelesen zu werden, denn wer das erste Drittel "Die hellen Tage" gelesen hat, kennt auch den Rest, von dem ich nicht weiß, weshalb die Autorin wochenlang damit Bestseller-Listen belegen konnte bzw. immer noch tut. Warum ich das Buch dann nicht weglege, ist ganz einfach erklärt. Ich lese aus Prinzip immer die ersten hundert Seiten eines Buches, so viel Chance bekommt jeder Autor und jede Geschichte bei mir und entscheide meist danach, ob es wirklich wert ist, meine Zeitdamit zu verbringen. Die Antwort lautet dann auch "Ja.", denn sonst wären ja auch die ersten 100 Seiten sinnlos gewesen, also wird das komplette Buch gelesen und am Ende bin ich meist auch glücklich darüber. Nicht so hier. Dieses Buch ist seine 9,99 Euro einfach nicht wert, die Geschichte, fast bis zur Unerträglichkeit, kitschig und neben Schlaftabletten die beste Medizin, sollte man nicht einschlafen können. Spätestens nach 10 Seiten und damit einhergehenden mindestens 3 Wiederholungen in Beschreibungen von Platanen, Wegen und Situationen klappt man automatisch das Buch zu und hat für eine ganze Weile die Motivation verloren, die Geschichte weiterzulesen, was ich nur deshalb mache, weil ich kein ungelesenes Buch in meinen Regalen stehen haben will. Auch Quatsch, an sich, aber ich bin nun mal so.

Es tut mir leid, für alle Liebhaber des Buches "Die hellen Tage", aber ich kann miit diesen Buch überhaupt nichts anfangen und es wird wahrscheinlich auf ewig in meine Regal stehen und nur dieses eine Mal komplett gelesen werden. Mittelmäßigkeit, wie Damiano als Bewertung vergab, errreicht dieses Werk bei mir nicht einmal. Dazu hinterlässt das Buch zu viel ermüdeten depressiven und kitschigen Mehltau, gegen denen Rosamunde Pilcher-Filme geradezu erfrischend wirken. Eine Punktwertung von einen Punkt für das Cover und einen für den Schreibstil und die Geschichte zusammen. Mehr als das, lässt dieses Buch nicht zu.

Schade.

Ein enttäuschter samuel.
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samuel

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Sonntag, 10. Februar 2013, 05:42

Heute spreche/schreibe ich mal nicht selbst, sondern lasse der lieben Sina den Vortritt. Sie stellt eine super Idee vor, wie man über seine gelesenen Bücher pro Jahr den Überblick behält. Buchmappen.


Ich habe dieses Jahr so etwas ähnliches, nicht so ausführlich, aber dennoch. Ich notiere mir nur Titel, Autor, Seitenzahl und Verlag. Eine Punktbewertung findet bei mir nicht statt. Für eine ausführliche Ausarbeitung fehlt mir die Zeit und die Geduld, aber auch der Durchhaltewillen.
Ein Buch aber, was mir gefällt, z.B. aufgrund der Charaktere, merke ich mir auch so und warum ich das gern gelesen habe. Einen Artikel wird es auch über sog. Buchvlogs und Blogs von mir geben (ist zumindest geplant). Demnächst werde ich eine Rezension schreiben, zu "Durch die Dunkelheit" von Oliver Richter und dann auch den letzten Teil der Schattenkinder-Serie zu Ende lesen. Darauf freue ich mich schon und auch davon wird es eine Gesamtrezension geben. J. K. Rowlings "Ein plötzlicher Todesfall" liegt auch schon länger auf meinen SuB und auch das werde ich euch vorstellen.

Am 11.02. (also morgen) gehe ich zu einen Vortrag von Andreas Kieling, derzeit Deutschlands gefragtesten und bekanntesten Tierfilmer, der u.a. den Panda Award gewonnen hat, so etwas, wie der Oscar für Tierfilmer. Er wird dort von seiner Arbeit erzählen, es gibt die Möglichkeit Fragen zu stellen und seine Bücher signieren zu lassen und auch darüber werde ich berichten.

Euer samuel.
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samuel

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66

Dienstag, 19. Februar 2013, 10:10

Andreas Kieling - Mein Leben mit wilden Tieren
Deutschlands bekanntester Tierfilmer erzählt...

Andreas Kieling – Mein Leben mit wilden Tieren

Aufgrund der CW-losen Zeit kam ich natürlich nicht dazu, wie geplant, von Andreas Kieling zu berichten, der am 11.02. (Montag) zu Gast in einer der vielen studentischen Kultureinrichtungen meiner Stadt gewesen ist und dort einen Vortrag über sein Werdegang als Tierfilmer, seiner Arbeit und kurioser Erlebnisse gehalten hat, aber das hole ich jetzt einmal nach. Andreas Kieling ist derzeit der beste und bekannteste Tierfilmer Deutschlands und steht dabei bekannten Größen, wie den in den Ruhestand getretenen britischen Kollegen David Attenborough von der BBC um nichts nach. Fast genau so populär und mit immer wieder interessanten und spektakulären Bildern, die auch ihn vor der Kamera zeigen und natürlich jede Menge Tiere, hat er inzwischen eine große Fangemeinde, die mitunter sich nichts sehnlicher wünscht, als ihn einmal zu einer seiner Expeditionen zu begleiten oder zumindest ihn hautnah zu erleben und ihre Fragen zu stellen.

Dazu und auch sonst hatte ich am 11.02. Gelegenheit und machte mich deshalb, natürlich mit diversen, von ihm geschriebenen Büchern im Gepäck, auf und wartete mit mehr als hundert anderen Interessenten in abendlicher Kälte vor einer der zahlreichen studentischen Kultureinrichtungen meiner Stadt, bis wir endlich eingelassen worden. Die Karten, für mich und meinen Bruder, hatte ich schon einige Tage im Vorverkauf besorgt, was auch nötig gewesen ist, denn es war alles, bis auf den letzten Platz besetzt und nach etwas Wartezeit ging es auch schon los. Andreas Kieling betrat die Bühne und begann sofort zu erzählen.
Seine Kindheit, seine erste Arbeit als Förster und seine Anfänge als Tierfilmer, wo er sich besonders mit Bildern von Grizzleys in Alaska und Kanada einen Namen gemacht hatte. Damals, eine Sensation. Er berichtete von einem Jahr Aufenthalt in China, einen zahmen Igel und zeigte, wer der zweite Kamera-Mann ist (oder einer davon), der ihn auf seinen Reisen begleitet. Er berichtete auch von den Gefahren und Strapazen seiner Arbeit und das die gefährlichsten Verletzungen, die er sich mal zugezogen hatte, nicht etwa von Grizzleys oder Schlangen herrührten, sondern von Wildschwein-Keilern. Einer von denen hatte den jungen Förster Kieling mal mit voller Wucht attakiert.

Nach so viel Spannung ging es in die Pause, Bücher wurden signiert und auch ich legte meine gekauften Exemplare vor, z.B. ein Hardcover von „Bären, Lachse, wilde Wasser“ aus der ersten Auflage. Kieling hat sich gefreut, denn heute wird dieses Buch nur noch als Softcover verkauft und gerade meine Ausgabe hat wohl inzwischen Seltenheitswert. Auch konnte ich mit ihm einige Worte wechseln und mich nach Vortragsende (die Pause war nur sehr kurz) mit ihn fotografieren lassen. Insgesamt also ein gelungener Abend.

Das nächste Projekt von Andreas steht übrigens schon in den Startlöchern und die nächste Vortragsreise mit anderen Thema ebenso. Was es darin dann zu hören gibt, wollte Andreas Kieling natürlich nicht verraten. Sicher ist nur eines, ich werde dann in jeden Fall wieder dabei sein.

Euer samuel.

P.s. Hier noch ein Photo eines der Autogramme und der Vortragende selbst.
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samuel

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67

Samstag, 2. März 2013, 19:08

*Die Rezension beschränkt dieses Mal Inhaltsbeschreibungen auf ein Minimum, um die Gefahr von Spoilern, die hier sehr hoch ist, zu vermeiden. Seht es mir nach.*

Eigentlich hatte ich den Kanal voll und wollte erst einmal nichts mehr aus den Bereich der Fanatsyliteratur lesen, doch habe ich mich von einen Foren-Mitglied dazu überreden lassen, dieses Buch doch in die Hände zu nehmen (Ender *hust*) und nun die letzten Zeilen gelesen. Was folgt, ist meine Buchkritik.

Sergej Lukianenko "Trix Solier - Zauberlehrling voller Fehl und Adel"

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Autor: Sergej Lukianenko
Seiten: 581
Verlag: Beltz & Gelberg
ISBN-10: 3407743343
ISBN-13: 978-3407743343

Autor:
Sergej Lukianenko, der 1986 in Kasachstan geboren wurde, lebt heute in Moskau und war früher lange Zeit als Psychiater tätig. Danach machte er sich vor allem als Drehbuchautor und Schreiber russischer Fantasy einen Namen und ist einer der wenigen Autoren, die es geschafft haben, auch international verlegt zu werden. Bekannt sind vor allem seine "Wächter"-Bücher, von denen inzwischen zwei verfilmt wurden und andere Werke, wie "Das Schlangenschwert" oder "Trix Solier - Zauberlehrling voller Fehl und Adel". Mit seinen Büchern ist er in seiner Heimat erfolgreicher und beliebter als Joanne K. Rowling. In seinen Büchern lässt er imer wieder Anspielungen auf die russische Gesellschaft, Politik und auch sonst einfließen.

Handlung:
Trix, Thronerbe des Co-Herzogtums Gris & Solier, und seine Familie werden Opfer eines Putsches, bei dem ihn alles genommen wird: Eltern, Schloss, Vermögen und Besitz. Doch der Vierzehnjährige, nun mehr Waise, schwört Rache und alles zu versuchen, um seinen rechtmäßig ihm zustehenden Platz wieder einzunehmen. Bloß wie? Die wilder und freie Welt außerhalb der Schlossmauern ist nichts für zarte und behütete Jünglinge. Grässliche Untote, verwirrte Feen und minderbemittelte Minotauren machen einen das Leben schwer und das ist so ganz anders, als es Trix vom Hofe aus gewohnt ist. Doch dann entdeckt er, genauer gesagt, der große Magier Sauert... Entschuldigung, Sauerampfer! ...ein bisher ungenutztes Talent. Ist Trix vielleicht zum Magier berufen? Und wie kann man diese Kräfte nutzen, seinen Schicksal etwas zum Glück zu verhelfen und nebenbei die Fürstin Tiana zu befreien, die zwangsverheiratet werden soll? Trix und seine neuen Freunde schmieden einen tollkühnen Plan...

Rezension:
Wie gesagt, ich hatte genug von Fantasy und wollte endlich einmal wieder etwas mit realistischen Hintergrund lesen, doch Enders Überredungskünste, meine Neugier und ein günstiges Mängelexemplar taten ihr Übriges und so habe ich mir, anfangs mit großer Skepsis, zum ersten Mal ein Werk des russischen Autors Lukianenko vorgenommen. "Trix Solier - Zauberlehrling voller Fehl und Adel" beschreibt eine Art, fast mittelalterlich wirkende Welt, nicht düster, aber trotzdem voller Abenteuer und magischer Wesen, die sich hinter der von Joanne K. Rowling geschaffenen Szenerie nicht zu verstecken braucht und noch einmal eine ganze qualitative Stufe gelungener ist, als etwa die "Schule der Magier" von Henry Neff. Kein Wunder also, dass Lukianenko zu den beliebtesten unter den modernen russischen Autoren gehört. Und dabei ist er alles, system- und gesellschaftskritisch gegenüber seinen eigenen Land und der Welt an sich. Er versteht es zudem, Modernitäten wie den hochgeputschten und überhypten IPod glaubwürdig in seine Ideenwelt zu übertragen und ist dabei witzig und überhaupt nicht langweilig. Tatsächlich taucht man mit den ersten Zeilen schon in eine wunderbare Welt ein und hat diesen "Wälzer" in Windeseile gelesen. Der Schreibstil ist flüssig und die Charaktere, bis auf die winzigsten Nebenfiguren und rauschkrautsüchtigen Feen, liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Träger der Geschichte ist der Hauptprotagonist Trix natürlich, der im Verlaufe eine unglaubliche Wandlung durchmacht, die es Spaß macht, sie zu verfolgen und zu beobachten. Ja, fast hat man das Gefühl, die Abenteuer an der Seite des gestürzten Co-Herzogs gleichsam mitzuerleben und verbringt so vergnügliche Stunden, bis man auch das letzte Wort aus Lukainenkos Feder gelesen hat.

Hoch zu loben ist, neben Lukianenko, auch der Verlag. "Beltz & Gelberg" haben sich mit der Aufmachung, sowohl der Paperback- als auch der Hardcover-Ausgabe übertroffen und ein paar Elemente der Geschichte graphisch hervorragend verwirklicht. Ein Schmuckstückfür das Bücherregal, welches neben der hoch-qualitativen Geschichte diese Wirkung zusätzlich unterstreicht und würdigt, wo andere Verlage es sich weit einfacher machen und man die Lieblosigkeit, mit der Literatur teilweise behandelt wird, förmlich spüren kann. Dies ist hier, Gott sei Dank, nicht der Fall und so wird der Cover-Käufer magisch angezogen. Sicher die Wirkung eines Trix Solierschen Zauberspruches, der nicht seine Wirkung verfehlt, doch vor allem gelesen werden, sollte es. Das ist es unbedingt wert. Tatsächlich sehe ich dieses Werk qualitativ auf gleicher Linie mit J. K. Rowlings Buchreihe, die dennoch ganz anders ist. Hatte ich bei Neff noch das Gefühl, einen halben Harry Potter zu lesen, ist dem hier nicht so.

Das war sicher nicht der letzte Lukianenko, den ich gelesen habe. Band 2 "Trix Solier - Odyssee im Orient" gibt es schließlich auch noch und dann noch die Wächter-Reihe usw usw...

Unbedingte Empfehlung!

Euer samuel.

P.s. CW-Links zu Amazon scheinen noch nicht zu funktionieren. Muss bei der Server-Problematik vielleicht überprüft werden. Daher erst einmal normale Links.
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »samuel« (2. März 2013, 22:59)

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samuel

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68

Sonntag, 3. März 2013, 12:42

Oliver Richter "Durch die Dunkelheit"

[attach]36115[/attach]

Autor: Oliver Richter
Seiten: 223
Verlag: Books on Demand
ISBN-10: 3844824472
ISBN-13: 978-3844824476

Buch gibt es auch für den Kindle.

Autor:
Oliver Richter ist Reiseverkehrskaufmann und Fachcouch bei einen großen Internet-Reiseveranstalter. Er lebt in Leipzig und schrieb 2012 sein erstes Buch, mit Hilfe eines Crowdfunding-Programmes und eines Internetverlages. Neben seines eigentlichen Berufes zeichnet er eigene Comics und übt sich in graphischer Gestaltung.

Handlung:
Drei beste Freunde wollen nach den Abitur gemeinsam einen Berg besteigen, wie sie es schon oft getan haben. Doch dieses eine Mal endet das Abenteuer nicht mit der Euphorie des erklommenen Gipfels, sondern in einer Katastrophe. Von einen Augenblick auf den anderen ist nichts mehr so, wie zuvor und das Dreieck der Freundschaft bricht in alle Himmelsrichtungen auseinander. Jeder, der drei Freunde, geht seinen eigenen Weg, um mit den unglücklichen Erlebnis fertig zu werden und sie verlieren sich. Doch statt einer heilsammen Zukunft beginnen dunkle Zeiten, in denen der Schicksalsschlag zur Prüfung wird. Shawn, Tom und Fiona müssen sich diesen stellen und darüber hinaus wachsen. Sie begegnen neuen Sichtweisen und denken über Vergangenes nach. Eine Geschichte von Liebe, Freundschaft und Tod. Und von der Hoffnung, dass der Weg durch die Dunkelheit ins Licht führt.

Rezension:
Vorbei die Zeiten, als Neulinge in der Welt der Autoren noch auf die Gunst und das Wohlwollen von Verlegern und Lektoren angewiesen waren, sich einen Knebelvertrag unterwerfen mussten oder, was es auch gibt, einen hohen Betrag vorfinanzieren mussten, um überhaupt die Möglichkeit einer eventuellen Veröffentlichung zu bekommen. Heute geht das alles viel einfacher und unkomplizierter und ausnahmensweise ist hier die technische Errungenschaft des Internets einmal zu loben, wo es doch sonst aller Orten verteufelt wird. Denn diese ist die Plattform für Internetverlage, deren Konzept so einfach wie genial ist und sich, nicht zu Unrecht, immer größerer Beliebtheit erfreut, besonders, wenn man erst einen Einstieg in die Welt der Autoren finden will und noch gänzlich unbekannt ist. Man schickt seine Geschichte, egal was man schreibt, als PDF-Dokument ein, in genau der Schriftart und den Format, welches man am Ende bekomen möchte. Dann wählt man aus vorgefertigten Umschlägen oder gestaltet einen eigenen selbst und wählt die Art des Einbandes aus. Zu guter Letzt entscheidet man dann noch, ob man nur für sich ein Exemplar gebunden haben möchte oder eines mit ISBN-Nummer, welches dann auch der gesamten Welt möglich ist, dieses käuflich zu erwerben. So entsteht dann ein Buch, für das man einen Endpreis festlegt, schließlich möchte man damit ja auch etwas verdienen und immer nur dann, wenn ein Exemplar bestellt wird, wird auch eines gedruckt. Egal, ob die Bestellung jetzt im normalen Buchhandel oder bei diversen Internetversandhäusern abgegeben wird. Dies spart Zeit und Geld, vor allem für den Autor selbst und erspart eine ganze Reihe von Zwischeninstanzen, mit denen sich der Schreiberling sonst herumschlagen müsste.

Diesen Weg hat Oliver Richter für sein Erstlingswerk gewählt und obendrein noch Crowdfunding dazu genutzt, um sein Projekt wenigstens etwas bekannter zu machen und so entstand sein erster Roman "Durch die Dunkelheit", welches ich hier vorstellen möchte. Die Geschichte und Handlung sind dabei, an sich, nichts neues. Drei Freunde unternehmen zusammen, nach überstandener Prüfung, etwas gemeinsam, sozusagen als Highlight oder letztes großes Abenteuer, bevor der Ernst des Lebens und Studierens beginnt und der fröhlich begonnene Ausflug dreht und wendet sich in eine Katastrophe und nun muss jeder der Protagonisten mit den Erlebten fertig werden, erlebt dabei seine ganz persönliche Hölle. Wie gesagt, an sich nichts neues. Entscheidend ist aber, wie eine solche Geschichte erzählt wird und das kann der Autor gut. Man kommt schnell in die Handlung hinein, die Charaktere sind auf ihre Art alle sympathisch, auch die später etwas böswilligen, und auf ihre Art lern- und wandlungsfähig. Gerade letzteres kann man schon einmal bei professionellen Autoren vermissen und so war ich als Leser positiv von diesen Erstlingswerk überrascht (Wobei ich aus persönlichen Gründen nicht ganz neutral sein kann, das gebe ich zu. Warum, das ist eine andere Sache?!). Der Schreibstil ist flüssig, wenn auch in den ersten Kapiteln etwas sprunghaft und das ist dann auch der einzige Kritikpunkt, den ich gefunden habe. Manche Situationen und Szenarien hätte der Autor etwas ausführlicher beschreiben können. Tatsächlich hätten ein paar mehr Seiten und damit mehr Handlung nicht geschadet, aber sei's drum. Die Handlungsstränge sind, jeder für sich und alle zusammen, logisch und Alltagsprobleme, wie das Zusammenleben und Treffen unterschiedlicher Kulturen werden ebenso verdeutlicht, sowie, was echte Freundschaft bedeutet, vor allem, wenn sich die Betroffenen, jahrelang aus den Augen verlieren und irgendwann wieder aufeinander treffen und das auch das nicht ganz unproblematisch sein kann. Sehr viel für ein Erstlingswerk, um so erstaunlicher, dass es rundum gelungen ist und ich bin da wirklich sehr mäkelig, vor allem, wenn es um solche Geschichten geht. Keine Neuerfindung also, was sowie so bei der Vielzahl an Literatur schwierig ist, aber eine gelungene Darstellung, die es sich trotzdem lohnt, sich damit zu beschäftigen. Luft nach Oben gibt es ja bekanntlich immer und in sofern hoffe ich, dass das nicht das einzige Projekt dieser Art dieses neuen Autoren ist.

Euer samuel.


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samuel

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69

Samstag, 9. März 2013, 21:43

Vor kurzen hatte ich ein kleines Login-Problem bei Medimops und konnte daher nichts bestellen, doch nach einer kurzen Anfrage und das ging wirklich schnell, kann ich nun wieder bestellen. Der erste Einkaufskorb, für dieses Jahr bei Medimops, sieht dann auch so aus.

Kirsten Boie:
Nicht Chicago. Nicht hier.

Sergej Lukianenko:
Das Schlangenschwert.

Michael Ende:
Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch.

David Grossmann:
Zickzackkind

Christine Nöstlinger:
Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse

Morton Rhue:
Boot Camp

Colin Dann:
Was die Tiere im Park erlebten.


Ihr seht, ich bin zurzeit dabei, mein Kinder- und Jugendbuchregal etwas aufzustückeln (und nebenbei meine Wunschliste abzuarbeiten, an der ein nicht nähererwähnter lieber CWler nicht ganz unschuldig ist. ;) )

Da alle Bücher gebraucht sind, habe ich insgesamt nur 20 Euro und ein paar Zerquetschte bezahlen müssen. Ein guter Preis für 7 Bücher, die neu wesentlich mehr gekostet hätten. Ohne diese Gebrauchthandel könnte ich mein Lesevolumen ohnehin nicht mehr bewältigen.

Jetzt, meine Frage. Welche dieser aufgelisteten Bücher kennt ihr/kennt ihr nicht? welche fandet ihr gut und warum? Weshalb sollte ich dies und das (Obwohl ich das sowie so vorhabe.) unbedingt lesen und wie sieht es mit anderen Büchern der aufgelisteten Autoren aus.

Über das angekommene Paket berichte ich natürlich, sobald es angeliefert wurde.

LG
samuel
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samuel

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Donnerstag, 14. März 2013, 16:23

Kurz vor den Tempokids, die ich dieses Mal auch besuche, kam heute das bestellte, große und schwere Paket an und da das immer etwas von Weihnachten hat, konnte ich natürlich nicht mehr an mich halten. Zumal das Wetter passt.
Noch einmal, bei meiner Bestellung handelt es sich um gebrauchte Bücher, allesamt im angegebenen Zustand von gut - sehr gut und keines teuerer als 2,99 Euro, so dass ich insgesamt nur etwas über 20 Euro bezahlen musste.
Das ist okay, bei 7 Büchern, die zusammen neuwertig über 50-60 Euro gekostet hätten und ich bin, wieder einmal, voll auf zufrieden.

Kein Buch hat irgendwelche eingerissenen oder gar lose Seiten, arge Vergilbungen. Höchstens einmal eine angeraute Ecke, aber das sind ja normale Gebrauchsspuren. Tatsächlich sehen alle Exemplare so aus, wie nur einmal bzw. überhaupt nicht gelesen.

Wer sparen will (auch bei DVDs - da habe ich auch schon gute Erfahrungen gesammelt), für den ist Medimops.de genau richtig.
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Hibiki

Hüter des Lichts

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71

Donnerstag, 14. März 2013, 16:58

(auch bei DVDs - da habe ich auch schon gute Erfahrungen gesammelt)

Tja, ich eher nicht. Seit ich mal von Medimops eine vom Zustand her als "sehr gut" bezeichnete DVD erhielt, die sehr zerkratzt war, halte ich lieber Abstand von den großen Wiederverkäufern, die es mit Zustandsbeschreibungen nicht so genau nehmen und/oder diesbezüglich andere Vorstellungen haben wie ich.
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samuel

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Donnerstag, 14. März 2013, 19:11

Wenn du dir sog. "Unpacking"-Videos anschaust und auf das datum achtest, scheinen die sich aber gebessert zu haben. Ich hatte, bei den drei Bestellungen bei Medimops, bisher nur bei 2 Büchern etwas zu beanstanden, aber das war nicht weiter schlimm. Bei DVDs hatte ich bisher keinen Grund zur Beanstandung.
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Damiano

Torwächter

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Montag, 18. März 2013, 11:08

Lieber Samuel,

ich habe mittlerweile "Der Leguan will das nicht" gelesen und kann dir teilweise zustimmen.

Auch ich hatte meine Probleme mit dem Schreibstil und den Zeitsprüngen. Allerdings fand ich anders als du das ständig wiederkehrende Motiv mit den Schlangen nicht gelungen. Am meisten genervt haben mich aber die (nicht) abgeschlossene Beziehung der Protagonistin zu Gianni und Margherita mit ihren Problemen.

Am interessantesten war der Roman, wenn es um die Arbeit mit Andrea, Petar und Co. ging, was bei der Länge dann auch durchaus hätte häufiger der Fall sein können.

Nicht verschweigen möchte ich die beiden bislang besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe (als Tipp):

Clemens J. Setz - Indigo (der großartigste Roman, der mir seit langem begegnet ist)
Simon Lelic - Ein toter Lehrer

Vielleicht ist ja was für dich dabei.

Liebe Grüße,

Damiano
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samuel

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Montag, 18. März 2013, 22:01



Nicht verschweigen möchte ich die beiden bislang besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe (als Tipp):

Clemens J. Setz - Indigo (der großartigste Roman, der mir seit langem begegnet ist)
Simon Lelic - Ein toter Lehrer

Vielleicht ist ja was für dich dabei.



Aber hallo, ist notiert. Weiß leider noch nicht, wann ich dazu kome, die zu lesen, aber klingt doch zumindest schon einmal interessant.
Ja, die Stellen um Andrea, Petar und Co fand auch ich sehr gelungen und ich hätte darüber gerne mehr erfahren. Volle Zustimmung.
Aber auch der Einblick in die Probleme des italienischen Bildungssystems finde ich interessant.
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samuel

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75

Donnerstag, 21. März 2013, 23:43

Heute mal eine Sachbuch-Vorstellung, aus den Bereich -Gesellschaft und Geschichte-.

Stefan Aust "Der Baader-Meinhof-Komplex"

[attach]36358[/attach]

Autor: Stefan Aust
Seiten: 672
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-10: 3442469015
ISBN-13: 978-3442469017

Autor:
Stefan Aust, 1946 geboren in Stade, ist einer der profiliertesten Journalisten Deutschlands. Bekannt wurde er mit seiner Arbeit beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel, welches er von 1994 - 2008 als Chefredakteur leitete, begann er seine Arbeit 1966als Redakteur bei "konkret" und arbeitete dort zusammen mit Ulrike Meinhof. Federführend war er an der Entstehung von SpiegelTV beteiligt und eröffnete bis zu seinen Rückzug das gleichnamige Magazin. Der Norddeutsche lebt mit seiner Familie in Hamburg-Blankenese auf einen Reiterhof und schrieb mehrere Bücher, von denen "Der Baader-Meinhof-Komplex" sein bekanntestes ist. Politisch setzte er sich immer wieder mit den Werdegang der RAF auseinander und wurde für seine Werke mehrfach ausgezeichnet.

Rezension:
Heute weiche ich mal von meinen üblichen Rezensionsschema ab, da bei einen Sachbuch nach "Handlung" und "Rezension" zu unterscheiden, widersinnig wäre und zu nichts führen würde. Schließlich ist "Der Baader-Meinhof-Komplex" ja keine Erfindung, die der Phantasie eines Autoren entsprungen ist. Nein, all die im Buch beschriebenen Geschehnisse haben sich so zugetragen, mitten in Deutschland von Mitte der 60er Jahre, bis hinein ins Jahr 1998. Zu diesen Zeitpunkt hatten die letzten Reste der einst gefürchtesten "Organisationen" sich mit einen Bekennerschreiben selbst aufgelöst. Begonnen innerhalb der studentischen Protestbewegung, die die alten Werte und Ansichten infrage stellte und bald auch politische Modernisierung und Neuorientierung forderte, angesichts einer immer schnelllebigeren Welt, unter Eindruck des Vietnam-Krieges und der Geschichte und den Verhalten der Eltern-Generation zu ihrer eigenen Vergangenheit, sahen einige wenige unter ihnen nur den Weg in die Radikalität und in den Untergrund. Die bekanntesten Gesichter, die diesen Weg gingen und so Veränderungen nach ihren Vorstellungen erzwingen wollten, waren Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Ulrike Meinhof, die damals schon bekannt war durch ihre Arbeit als Journalistin bei "konkret".

Und hier setzt Stefan Aust an, kannte er die spätere Terroristin noch aus gemeinsamen Berufsjahren persönlich und zeichnet in seinen Buch, sieben Jahre nach den Selbstmord der 1. Generation der RAF in Stammheim, die blutigen und mörderischen Pfade auf, deren Details bis heute noch nicht alle restlos geklärt sind und zerstört zugleich Legenden, die von der "isolationsfolter", die keine war, bishin zur "vermutlichen Tötungsabsicht" durch den Staat. EWr zeigt aber auch, wo Kritik und Zweifel berechtigt sind und das nicht alle Mitglieder der Roten Armeefraktion der selbsternannten Führung bis zur letzten Konsequenz mitgegangen sind. Aust erklärt die gesellschaftlichen Hintergründe einzelner Mitglieder der ersten bis zur dritten Generation und fast kann man sogar verstehen, weshalb die RAF das wurde, was sie wurde und warum sie scheitern musste. Doch eines ist auch klar. Die RAF hat die Bundesrepublik verändert, nicht so wie sie wollte, dennoch war sie Nagelprobe und Hrausforderung zugleich. Die Bundesrepublik, egal, was man von ihr halten mag, hat sie bestanden.

Euer samuel

P.s. Als ergänzung zu empfehlen, vielleicht noch einen Tick interessanter und besser geschrieben: Butz Peters "Die RAF - Tödlicher Irrtum".
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samuel

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76

Freitag, 22. März 2013, 16:58

Heute einmal, ein Buch aus der Kinder- und Jugendsparte.

Kirsten Boie "Nicht Chicago, nicht hier."

[attach]36364[/attach]

Autorin: Kirsten Boie
Seiten: Oetinger Taschenbuch
Verlag: 120
ISBN-10: 3841502040
ISBN-13: 978-3841502049

Autorin:
Kirsten Boie, 1950 geboren, studierte Deutsch und Englisch an der Universität Hamburg, bevor sie in Literaturwissenschaft über Berthold Brecht promovierte. Sie unterrichte zunächst an einer Gesamtschule in der Hansestadt und gab diesen Beruf später, zugunsten ihrer Familie auf. 1985 erschien ihr erstes Buch "Paulke ist ein Glücksgriff", welches sofort erfolgreich wurde und etablierte sich damit als Kinder- und Jugendbuchautorin. Viele Werke von ihr, sind inzwischen vertont wurden. Besonderer Beliebtheit erfeut sich bei jungen Lesern die "Möwenweg"-Reihe, welche von den Kritikern schon als modernes "Bullerbü im Reihenhaus" bezeichnet wurde. Sie erhielt einen Lehrauftrag an der Universiät Oldenburg und war Schirmherrin des Kinderbuchhauses Hamburg.

Handlung:
Niklas ist ein ganz normaler dreizehnjähriger Junge. Etwas klein für sein Alter, schmächtig, aber ansonsten in der Klasse integriert. Die Schule läuft mehr schlecht als recht und so ist der Junge über die erste Zwei seit langem, in Geschichte, ziemlich erfreut, die er sich zusammen mit Karl, dem Neuen in der Klasse, erarbeitet hat. Doch die Freude ist schnell getrübt, fehlt nach Karls Besuch eine CD, die dieser nicht zurückgeben will, tatsächlich bestreitet der die Tat, auf die weitere verfolgen. Langsam gerät Niklas in eine Spirale aus Gewalt, Terror und Angst, aus der er sich selbst nicht mehr befreien kann. Seine eigenen Eltern wollen ihn anfangs nicht glauben, die Lehrerin schiebt Niklas' Zweifel auf eine pubertäre Phase des Jungen und als die Eltern schließlich an die Polizei herantreten, zeigt sich die Machtlosigkeit des Rechtsstaates. Für die sind das alles Bagatellen. "Hier ist doch nicht Chicago.", meint der Vater verzweifelt und ist ratlos. Kindern wie Niklas scheint man nicht helfen zu können, nicht helfen zu wollen...

Rezension:
In einer immer brutaler und schnelllebiger werdenden Welt, müssen auch unangenehme Themen immer wieder diskutiert werden und Kirsten Boies Werk "Nicht Chicago, nicht hier." liefert einen Ansatz, sich mit einen solchen auseinander zu setzen. Denn "Mobbing" ist und bleibt brandaktuell. Ein Phänomen, welches sich quer durch alle Gesellschafts- und Altersschichten zieht, alle Berufsgruppen betrifft und schon im Kindesalter beginnen kann, widmet sich die Autorin in Form der Hauptfigur eines dreizehnjährigen Jungen, der so normal wie alle anderen in seinen Alter auch, mit Problemen in der Schule, schlechten Noten und der beginnenden Pubertät zu kämpfen hat. Da er eher zum schlechteren Drittel seiner Mitschüler gehört, ist er froh, mit jemanden für die nächste Projektarbeit zusammen arbeiten zu können, obwohl ihn der Neue nicht ganz geheuer ist. Denn Karl ist verschlossen, einsilbig und bestimmend, er fordert und Niklas sieht sich gezwungen zu liefern und nachzugeben. Bei der CD seiner Schwester und später beim Computerlaufwerk seines Vaters. Damit beginnt eine Spirale aus der sich der Junge, der sich nicht erklären kann, warum nun ausgerechnet er, nicht mehr selbst zu befreien weiß. Anfangs schenkt ihn auch niemand Glauben und später merkt er, dass selbst die Polizei mehr als machtlos ist. Für Bagatellen werden keine Maßnahmen ergriffen und dreizehnjährige Jungs bekommen keinen Polizeischutz, den Niklas auch nicht will, aber der Junge, der einfach nur die schützende und helfende Hand eines Erwachsenen sucht, sucht vergeblich und muss so mit seiner Krise "Karl" selbst fertig werden, welches ihn bis zum Ende nicht gelingt.

Insgesamt gehört "Nicht Chicago, nicht hier." zu einen der deprimierenden Werke von Kirsten Boie, der Kontrast zu den Möwenweg-Büchern könnte nicht größer sein. Und dennoch oder gerade deswegen, ist es vielleicht eines ihrer stärksten Geschichten, die sich insgesamt schnell und flüssig lesen lässt. Darum geht es hier aber nicht. Nein, es geht darum, ein Thema zu präsentieren, Kindern etwas näher zu bringen und zu zeigen, was Mobbing, egal in welcher Form dies geschieht, mit seinen Opfern anrichten kann, das jeder zum Opfer werden kann und die in keinen Fall daran selbst schuld sind. Letzteres, eine nur zu gern und nicht näher erläuterte Begründung für die Situation der Betroffenen, meist hervorgetragen von den Tätern selbst oder Außenstehenden, die eigentlich eingreifen müssten. Der Schreibstil ist flüssig und die Aufteilung in zwei Perspektiven, einmal der Verlauf des Mobbings an sich und zum anderen der Versuch der Eltern, ihren Sohn zu helfen, tut ihr übriges.

Eine Stärke, dieses Buch endet nicht positiv, denn die Thematik lässt so etwas kaum zu und gerade dies Kindern im Alter von 10 - 12 Jahren, die eigentliche Zielgruppe, begreiflich zu machen, ist etwas, was gerade im Kinderbuchsektor ungeheuer selten vorkommt. Doch Kirsten Boie traut ihren jungen Lesern dies zu. Eine Tatsache, die ihr hoch anzurechnen ist. Doch hier liegt eine Gefahr. Man stelle sich vor, ein Mobbing-Opfer, momentan eh in einer schier ausweglosen Situation liest dieses Büchlein, noch schlimmer, wenn ein solches ein "Täter" in die Hände bekommt, falls die überhaupt lesen. Der Tenor "Auch die Bösen erreichen manchmal ihr Ziel" ist in dieser Vorstellung einfach unerträglich bzw. ist Boies Werk wohl kaum dazu gedacht, einen Hoffnungsschimmer zu vermitteln. Für Kinder als Mobbing-Opfer wohl kaum der richtige Lesestoff.

Sprachlich hält sich die Autorin an die Umgangssprache, einfach, aber "so, wie man halt spricht", schließlich reden wir hier von einen sehr jungen Leserkreis. Ein sprachliches Wunderwerk darf man also nicht erwarten. Die Personen bleiben für den Erwachsenen oder zumindest älteren Leser etwas verschwomen, tatsächlich hätte Boie gut daran getan, sich der Ausarbeitung und Charakterisierung ihrer Figuren mehr Zeit zu widmen. Auch dies, ein Schwachpunkt, den aber die Zielgruppe wohl verzeihen mag.

Fazit ist, dieses Buch gehört zu den eher durchwachsenen Kinder- und Jugendbüchern, die sich zwar mit einen hoch brisanten und wichtigen Thema beschäftigen, aber mit den Nachgeschmack behaftet sind, dass ein paar Seiten mehr, nicht geschadet hätten, denn aus den Thema selbst, hätte man mehr machen können. Der geneigte Leser wird Niklas, der Hauptfigur, wohl am Ende wünschen, dass er "nach Karl" auch wieder positve Menschen kennenlernt. Doch, ob und wie lange Niklas braucht, um wieder Vetrrauen in seine Umgebung zu bekommen, lässt Kirsten Boie offen. Schade eigentlich.

Euer samuel
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samuel

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Donnerstag, 28. März 2013, 07:51

Michael Ende "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch"

[attach]36480[/attach]

Autor: Michael Ende
Seiten: 240
Verlag: Thienemann
ISBN-10: 352217948X
ISBN-13: 978-3522179485

Autor:
Der 1929 in Garmisch geborene Autor von Kinder- und Jugendbüchern, wie "Momo" oder "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" gehört zu den woh, auch außerhalb Deutschlands, profiliertesten und bekanntesten Autoren. Er schrieb Filmkritiken, Texte für politisches Kabarett und mit seiner "Unendlichen Geschichte" machte er sich entgültig auch im Ausland einen Namen. In den Film zu "Momo" spielte er außerdem höchstpersönlich eine kleine Nebenrolle. Nach den Tod seiner ersten Frau heiratete er eine Übersetzerin, die einige seiner Werke auch ins Japanische übersetzte. Seinen literarischen Nachlass verwaltet das Deutsche Literaturarchiv in Marbach am Neckar. Michael Ende starb im Jahre 1995.

Handlung:
Ort der Handlung ist die Villa Alptraum, Wohn- und Arbeitsstätte des Geheimen Zauberrates Beelzebub Irrwitzer, der kurz vor Jahreswechsel damit konfrontiert wird, dass er seinen ungeheuerlichen Vertrag, den er einst mit den Teufel einging, möglichst viele böse Taten zu verrichten, nicht zur Zufriedenheit seines Auftraggebers erfüllen konnte. Sollte es ihn nicht gelingen, bis Mitternacht seinen vertraglichen Pflichten nachgekommen zu sein, würde er gepfändet und dürfte fortan nicht mehr unter den Menschen sein Unheil verrichten. Vor den gleichen Problem steht auch Irrwitzers Tante, die Geldhexe Tyrannja, der es ebenso wie ihren Neffen nicht gelungen ist, ihren Vertrag zu erfüllen und möglichst viel wirtschaftliches UNheil herauf zu beschwören, denn beide haben jeweils einen Spion aus den Rat der Tiere in ihren Häusern und so liegt es an den molligen Kater Moritz und an den Raben Jakob, der an "Reissmatismus" leidet, noch während des Zusammentreffens der Bösewichte, deren teuflichen Plan zu verhindern, die Welt mit einen satanarchäolügenialkohölischen Wunschpunsch in den Abgrund zu stürzen.

Rezension:
Zu Michael Ende selbst, brauche ich wohl nicht viel zu schreiben. Ein jeder kennt seine Werke, von "Momo" bis zur "Unendlichen Geschichte" und doch lohnt sich auch hier ein Blick über den Tellerrand hinaus, denn "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" beweist ebenso die schriftstellerische Genialität von Michael Ende und sein Vertrauen in die junge Leserschaft, komplizierte Zusammenhänge in einfacher Form vermittelt, auf die Realität zu übertragen und zu verstehen. Dass Geld nicht alles ist und Menschen ins Unglück stürzen kann, dass das Böse nicht immer siegt und dass man sich, wenn man das Gefühl hat, es tun zu müssen, auch gegen scheinbar übermächtige Gegner zur Wehr setzen sollte, auch wenn man glaubt, ganz alleine dagegen ankämpfen zu müssen und überhaupt nicht die Voraussetzungen dafür zu erfüllen, einen solchenKampf zu gewinnen. Denn, das Leben ist ein solcher Kampf, ständig gegen das Ungemach und Übel ankämpfen zu müssen, doch der Einzelne kann mehr ausrichten als er denkt. Diese Grundessenz, verpackt in einer wundervollen und phantastischen Geschichte mit zahlreichen witzigen Reimen, lohnt es sich darüber einmal nachzudenken, denn in jeden von uns steckt ein wenig von den vier Hauptpersönlichkeiten, die in dieser Geschichte vorkommen. egal ob nun vom bösen Zauberer Irrwitzer" oder der Hexe Tyrannja die Rede ist, oder vom einfältigen Katerchen Moritz und den leidenden Raben Jakob.

Bücher haben eine medizinische Wirkung, besonders wenn von Wunschpünschen die Rede ist und dabei ein Werk herauskommt, welches mit unglaublich viel hintergründigen Witz und Humor gewürzt ist, gewürzt mit phantasievollen Zeichnungen und einen lockeren flüssigen Schreibstil mit einer roßzügigen Prise hintergründigen Anspielungen und nach den man das ganze ein paar Stunden köcheln...äh...gelesen hat, hat man als Ergebnis zwar keinen vollen Magen, es sei denn man verschlingt das Buch wortwörtlich, aber zumindest unglaublich gute Laune, denn Michael Endes Roman für Kinder, Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene hat es in sich und gehört in jedes gutsortierte Bücherregal oder sollte zumindest einmal im Leben gelesen werden, auch wenn es oder gerade weil es nicht zu den bekanntesten Werken des deutschen Schriftstellers gehört, denn Ende ist eben nicht nur der Schreiber, der "Unendlichen Geschichte" oder eben "Momo". Mit seiner Phantasie hat er noch viele andere wunderbare Szenarien geschaffen, die es unbedingt gilt, zu entdecken. Ich habe dieses Buch gelesen, als es mir nicht sonderlich gut ging und danke den jenigen, der mir dieses wärmstens empfohlen hat. Nach der Lektüre ging es mir sofort besser, so dass wieder einmal die Aussage bestätigt ist, dass man mit Humor eine Menge erreichen kann, über Probleme nachzudenken oder einfach einmal abzuschalten und dies kann man mit Michael Endes Werk sehr gut. Daher von mir, eine Empfehlung, für die ihr kein Rezept aus der Apotheke benötigt, lediglich einen Gang zum nächsten Buchladen. Nur eines, Das Rezept für den "satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch" ist dann doch nicht zur Nachahmung empfohlen.

Euer samuel.
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samuel

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Mittwoch, 10. April 2013, 22:30

Ein Nachtrag...

Seit Bestehen des Büchermarktes ist auch dieser immer wieder den Zeitgeist und der bestimmenden Gesellschaftsschicht unterworfen und so bekommt ein jeder die Literatur, die er verdient. Konkret heißt das, unter vielen Druckseiten, die man sich im Nachhinein lieber erspart hätte, tauchen hin und wieder Exemplare auf, die man eigentlich in jeden Bücherregal finden müsste bzw. die es wirklich wert sind, gelesen zu werden. Zu solchen Büchern gehört sicherlich die Jugendbuch-Reihe "Schattenkinder" der Amerikanerin Maragaret Peterson Haddix, die ich hier schon einmal vorgestellt habe, zumindest den ersten Band. Im Deutschen gibt es insgesamt sechs.

Band 1: Schattenkinder (hier zu meiner Rezension von damals)
Band 2: Schattenkinder - Unter Verrätern
Band 3: Schattenkinder - Die Betrogenen
Band 4: Schattenkinder - In der Welt der Barone
Band 5: Schattenkinder - Im Zentrum der Macht
Band 6: Schattenkinder - Gefährliche Freiheit

Verlag: dtv extra
Autorin: Margaret Peterson Haddix

Hier, noch einmal zum Inhalt, falls sich jemand nicht zu meiner Rezension durchklicken möchte:
In Lukes Welt sind pro Familie nur zwei Kinder erlaubt. Luke hat bereits zwei ältere Brüder ...
Luke ist ein Schattenkind, der dritte Sohn seiner Eltern in einer Gesellschaft, die nur zwei Kinder pro Familie erlaubt. Die Strafen, die auf einen Verstoß gegen das Bevölkerungsgesetz stehen, sind drakonisch: Würde Luke entdeckt, müsste er mit dem Tod rechnen. So ist er gezwungen, sich zu verstecken. Als der Wald um das Haus seiner Familie einer Wohnsiedlung weichen muss, darf er nicht mal mehr nach draußen ans Licht. Er verbringt seine Tage allein in einer dunklen Dachkammer – bis er im Fens-ter des gegenüberliegenden Hauses das Gesicht eines Mädchens entdeckt; und das, obwohl es in dieser Familie schon zwei Jungen gibt.
Die Begegnung mit Jen, die wie er ein Schattenkind ist, eröffnet Luke eine ganz neue Welt. Via Internet hat Jen mit anderen dritten Kindern Kontakt und plant eine Protestkundgebung, mit der sie durchsetzen will, dass die Dritten endlich ein Existenzrecht bekommen. Luke ist beeindruckt von der Tatkraft und der Lebenslust, die Jen aufbringt. Zum ersten Mal im Leben erfährt er, was Freundschaft ist, und beginnt Hoffnung in die Zukunft zu setzen. Aber kann man mit 12 Jahren einem totalitären Regime die Stirn bieten? Hat so eine Revolte auch nur die geringsten Aussichten auf Erfolg? Jen setzt Luke unter Druck, bei der riskanten Aktion mitzumachen.
Doch er ist ganz anders aufgewachsen als Jen, ihr Selbstvertrauen fehlt ihm, er kann nicht über seinen Schatten. Als Jen allerdings von der Demonstration nicht zurückkehrt, fasst Luke einen folgenschweren Entschluss ...
(Quelle: Amazon.de)


Ender war dann auch so begeistert von dieser Buchvorstellung, dass er sich sofort auf die Suche nach den originalausgaben gemacht hat, die gibt's sogar im Schuber, und er bekam nicht sechs, sondern sieben Bände. Nämlich folgende:
Band 1: Among the Hidden (1998 )
Band 2: Among the Impostors (2001)
Band 3: Among the Betrayed (2002)
Band 4: Among the Barons (2003)
Band 5: Among the Brave (2004)
Band 6: Among the Enemy (2005)
Band 7: Among the Free (2006)

Wie er die Schattenkinder-Reihe findet, wird er euch sicher selbst erzählen, wenn er die Reihe beendet hat, aber ich möchte ohnehin auf etwas anderes hinaus. Warum gibt es im Deutschen nur sechs und im Englischen ein Band mehr? Welchen Band hat man im Deutschen ausgelassen?

Die Antwort:
Der englische Band 6 fehlt, ohne dass es den deutschen Leser auffallen würde. Ich hatte zumindest keine Logik- oder Aufbau-Fehler entdecken können und so rückt, für die deutschen Leser unbemerkt, der englische Band 7 an Stelle 6 und der eigentliche Band "Among the Enemy" fehlt. Warum?

[attach]36658[/attach]

Heute habe ich die Antwort vom Verlag dtv extra erhalten:

Sehr geehrter Herr...,

vielen Dank für Ihre ausführliche Mail.
In der Tat haben wir den fehlenden Band aus inhaltlichen Gründen (Wir sahen darin für ein deutsches Publikum zu viele sehr amerikanische Elemente) nicht übernommen und demzufolge auch nicht übersetzen lassen. Wir planen auch derzeit nicht, dies nachzuholen.

Leider ist dies keine positive Nachricht für Sie, vielen Dank für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen,

...

Nun habe ich für solch eine Aktion leider nicht allzu viel Verständnis, weiß aber auch nicht, ob es denn einen genügend großen Markt für ein Jugendbuch mit dermaßen vielen amerikanischen Elementen (wenn es mal so stimmt) gibt, dass es sich die jugendliche Zielgruppe in Deutschland kaufen und es sich lohnen würde, solch ein Buch aufzulegen. Daher bleibt uns Lesern erst einmal nur, wenn wir die komplette Reihe lesen wollen, den englischen Band 6 zu kaufen und ihn zwischen den deutschen Bänden zu stellen.

Aber, selbst wer nur die deutschen Bände lesen will, hat auch eine großartige Buchreihe im Regal stehen.

Euer samuel.

P.s. Eine Gesamtrezension erfolgt irgendwann einmal, wenn ich genügend Zeit habe. Versprochen.
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samuel

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79

Montag, 15. April 2013, 09:08

Sergej Lukianenko "Das Schlangenschwert"

[attach]36746[/attach]

Autor: Sergej Lukianenko
Seiten: 640
Verlag: Beltz & Gelberg
ISBN-10: 340780993X
ISBN-13: 978-3407809933

Autor:
Sergej Lukianenko, der 1986 in Kasachstan geboren wurde, lebt heute in Moskau und war früher lange Zeit als Psychiater tätig. Danach machte er sich vor allem als Drehbuchautor und Schreiber russischer Fantasy einen Namen und ist einer der wenigen Autoren, die es geschafft haben, auch international verlegt zu werden. Bekannt sind vor allem seine "Wächter"-Bücher, von denen inzwischen zwei verfilmt wurden und andere Werke, wie "Das Schlangenschwert" oder "Trix Solier - Zauberlehrling voller Fehl und Adel". Mit seinen Büchern ist er in seiner Heimat erfolgreicher und beliebter als Joanne K. Rowling. In seinen Büchern lässt er imer wieder Anspielungen auf die russische Gesellschaft, Politik und auch sonst einfließen.

Handlung:
Eines Tages entscheiden sich die Eltern des 13-jährigen Tikkirej, von ihrem Verfassungsrecht zu sterben Gebrauch zu machen. Tikkirej lebt auf dem Wüstenplaneten Karijer, und seine Mutter, eine Minenarbeiterin, ist, ebenso wie zuvor bereits der Vater, arbeitslos geworden. Nun kann sich die Familie das Leben unter der Kuppel von Karijer nicht mehr leisten, und die Verbannung ins radioaktiv verseuchte Äußere wäre ohnehin der sichere Tod. Mit ihrem Verzicht aufs Leben können die Eltern zumindest ihre Sozialanteile auf ihren Sohn übertragen, sodass dieser eine Ausbildung machen kann, die ihm das Überleben sichert.

Aber Tikkirej denkt gar nicht daran, unter der sicheren, aber trostlosen Kuppel von Karijer sein Dasein zu fristen. Viel lieber heuert er auf einem Raumtransporter an -- als „Modul“ eines mit Menschenmaterial arbeitenden und über Hirne vernetzten Bordcomputers. Auf diesem Wege kommt er nach Neu-Kuweit, wo es ihm endlich gefällt und er im undurchdringlichen Stasj einen treuen Gefährten findet. Als die Freunde nach einem Angriff der Inej Neu-Kuweit verlassen müssen, wird Tikkirej auf Avalon in die Geheimnisse der Sternenritter eingeweiht. Hierzu gehört auch das Schlangenschwert, eine halb lebendige Waffe, die mit den Gedanken ihres Trägers verschmilzt. Und dann wird Tikkirej als Spion nach Neu-Kuweit zurückgeschickt. Ein Abenteuer auf Leben und Tod nimmt seinen Lauf...

Rezension:
Nach dem "Zauberlehrling voller Fehl und Adel" ist dies mein zweites Buch, welches ich mir von Sergej Lukianenko in's Regal stellen werde und auch beim "Schlangenschwert" handelt es sich wieder um ein großartiges Werk des Stars der russischen Urban-Fantasy-Szene Lukianenko. Doch im Vergleich zu "Trix Solier" ist diese Geschichte um einen ganzen Zacken düsterer und beginnt schon mit dunklen Vorzeichen, von denen der geneigte Leser in ihren Bann gezogen wird, obwohl er oder sie den Drang haben werden, das Buch zur Seite zu legen und etwas anderes Optimistisches zu lesen, aber dies nicht zu können, weil mit jeden einzelnen Satz die Spannung unweigerlich steigt und man gar nicht anders kann als das Schicksal des jungen Tikkirey oder, wie ihn seine Freunde nennen, Tikki, zu verfolgen. Und nach dem man die ersten Kapitel (also ein Drittel des Buches muss man schon etwas durchhalten können) überwunden hat, wird es auch etwas freundlicher, von der Umgebung her, in der der 13-jährige Hauptprotagonist sich nun befindet und von den Handlungs-und Erzählsträngen, die dennoch nichts an Spannung einbüßen. Wieder gewürzt mit Anspielungen auf Politik und Gesellschaft unserer Zeit, lässt Lukianenko so ein phantastisches Bild der Zukunft vor den Augen seiner Leser entstehen, von der man nur hoffen mag, dass sie so nie eintreffen mag, wenn auch einige bedeutende wissenschaftliche Forschungen in Richtung der dort beschriebenen Objekte gemacht werden. Seien es nun Marketingstrategien, wie man andere Menschen beeinflusst, Waffen, die einen praktisch unbesiegbar und den Gegner wehrlos machen oder einfach nur Zukunftsforschung, wie wir morgen leben könnten, wenn die Menschheit es schafft, zu überleben. Und so werden die anfangs sehr zahlreich erscheinenden Seiten nur so weggelesen, zumal der Schreibstil des Autors angenehm flüssig und keinesfalls langweilig ist - wie gesagt, Spannung pur.

Der Hauptprotagonist Tikkirey ist dabei die ganze Zeit über sehr glaubwürdig, seine Gefühle und Handlungsweise jederzeit nachvollziehbar. Das gleiche gilt auch für die anderen Figuren, etwa den etwas merkwürdigen Helfer mit den bezeichnenden Namen Stasj oder den Jung-Phagen Alexander und auch für die "bösen" Charkatere hat man zwar keine Sympathien mehr, aber auch ihre Handlungen sind logisch. Der Leser bekommt dabei unauffällig ein Lehrstück, wie leicht sich Massen beeinflussen lassen, wie sich Diktaturen an die Macht putschen können, ohne die gesamte Bevölkerung hinter sich zu wissen (es reicht ein kleiner überzeugter Teil, der Rest muss "nur" mitlaufen) und die Auseinandersetzung mit den Selbstbestimmungsrecht über das eigene Leben oder eben den selbst gewählten Tod.

Nur, wer ein etwas zarteres Gemüt hat und mit Düsternis nicht allzu gut umgehen kann, sei dieses Buch nicht empfohlen, alle anderen sei gesagt, sie werden sich kräftig gruseln, zumindest zu Beginn des Buches. Später dann, wird der Leser belohnt durch lichte und auch mal fröhliche Stellen, die aber dennoch nichts am Ernst und der Spannung der Thematik und der Geschichte selbst ändern. Zum Schluss wird es dann übrigens hoch-philosophisch und die Kenntnisse der menschlichen Psychologie, die der Autor mit sich bringt, wirken hier und werden sehr gut veranschaulicht. Einzig die eingewobene Darstellung über genetische Re-Produktion etwa, die der Autor mit einfließen lassen musste, um seine Geschichte logisch werden zu lassen, ist etwas verwirrend und es empfiehlt sich über manche Stellen länger nachzudenken. Wer sich das aber zutraut, der bekommt mit den "Schlangenschwert" einen großartigen Roman in die Hände.

Euer samuel.

P.s. Dieses Werk gewann 2007 den Internationalen Buchpreis. Zu diesen Anlass spielte Markus Krojer (als Tikkirey) mit seiner Mutter eine der Buchszenen nach.

Euer samuel.
---
@Zusatz: Mal etwas zu meiner Lesestatistik, falls es jemanden interessiert.

Ich habe mir dieses Jahr vorgenommen, 24 Bücher mindestens zu lesen. Heute fange ich Buch Nr. 15 an, bisher macht das 5224 gelesene Seiten, liege also gut in der Zeit.
Davon sind 9 Softcover und 5 Hardcover-Bücher darunter. Eine offene Buchreihe habe ich (wenn man nur die deutschen Übersetzungen heranzieht) inzwischen beenden können.
7 Bücher davon waren neu gekauft, der Rest (ebenfalls 7) gebraucht. Bisher war ein Flop darunter, dummerweise ein gehypter Bestseller dieser Tage.
Mit den anderen Büchern hatte ich bisher Glück. Auf meinen SUB liegen noch nur 4 ungelesene Bücher. Meine Amazon-Wunschliste wächst beinahe täglich.
Das Jahr ist inzwischen in der 16. Kalenderwoche, also habe ich pro Buch durchschnittlich 1,14 Wochen benötigt, wobei natürlich die Wälzer (ab 500 Seiten rechne ich da - insgesamt 5 Stück) längere Zeit in Anspruch nehmen.
Am Tag lese ich durchschnittlich mindestens eine halbe Stunde, meist aber viel mehr.

So viel zu meiner Lesestatistik, wie steht es mit eurer?
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:bw: Rezension zu: Sarah Hilary - Seelenkinder

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samuel

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80

Sonntag, 21. April 2013, 19:09

Aargh. Ich ärgere mich gerade richtig. Irgendwie hat mein PC wieder Murks gemacht und der Beitrag, den ich gerade geschrieben hatte, ist weg, bevor ich ihn speichern konnte. Na ja, neuer Versuch. Mal sehen, ob ich das genau so gut, noch einmal, hin bekomme.

Morton Rhue "Boot Camp"

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Autor: Morton Rhue
Seiten: 284
Verlag: Ravensburger
ISBN-10: 3473582557
ISBN-13: 978-3473582556

Autor:
Morton Rhue wurde 1950 in New York City geboren und verbachte seine Kindheit auf Long Island. Nach einen Besuch des Colleges, welches er abbrach, studierte er in Wisconsin Literatur, anchdem er einige Jahre als Straßenmusiker in Europa gelebt hatte. Danach verdiente er sich als Zeitungsreporter und Werbetexter, veröffentlichte Kurzgeschichten in den Zeitungen der New York Times, im "The New Yorker" und im "Esquire"-Magazin. 1978 veröffentlichte er seinen ersten Roman, mit dem er so viel Geld verdiente, dass er sich eine Glückskeksfabrik! kaufte, von deren Gewinn er zwölf Jahre leben konnte. In den USA hat er sich durch zahlreiche Publikationen, aber vor allem in der Kinder- und Jugendliteraturszene einen Namen gemacht, in Deutschland gehört sein Werk "Die Welle" zum Literaturkanon an deutschen Schulen. In seinen Romanen behandelt er imer wieder sensible und gesellschaftskritische Themen, wie der Umgang mit Drogen, Gewalt und Jugendkriminalität oder den Nationalsozialismus. Für seine Werke wurde Morton Rhue mehrfach ausgezeichnet. Sein richtiger Name ist Todd Strasser, sein Künstlername nach eigenen Angaben aus den französischen Wort Mort (Tod-Todd) und Rue (Straße-Strasser).

Handlung:
Der 15-jährige Connor ist intelligent, hat gute Noten in der Schule und nur einen einzigen Fehler. Er ist nicht dass KInd, welches sich seine Eltern wünschen und hat eine Beziehung zu seiner Lehrerin, die überdies zehn Jahre älter ist, als er selbst. Seine Eltern wissen sich, nach einigen Gesprächen und Ermahnungen, sich nicht mehr mit ihr zu treffen, nicht mehr zu helfen und bezahlen Geld an professionelle "Transporteure", die Connor des Nachts in eines der berüchtigten Umerziehungslager, sog. Boot-Camps, bringen, die ihren Jungen nach den Wünschen der Eltern formen sollen. Doch dort herschen Druck, Gewalt und Psycho-Terror, gegen jeden, der nicht so ist, wie die Gesellschaft ihn oder sie haben will. Die jüngsten Insassen sind gerade einmal zwölf Jahre alt, die Ältesten beinahe volljährig. Connor begreift schnell, was hinter diesen System steckt und mischt sich in diversen Situationen ein, um z.B. den schwächeren Pauly zu helfen, doch zieht er damit noch mehr Aufmerksamkeit und damit Ärger und körperliche Gewalt auf sich. Heraus kommt nur der, der volljährig ist oder dessen Eltern nicht mehr bereit sind, zu bezahlen oder dessen Willen und Denken gebrochen ist. Doch, Connor kämpft dagegen an und will sich nicht umkrempeln lassen. Doch, auch Connor kann sich dem System von "Lake Harmony" nicht ewig entziehen. Denn, dort "kommt man nicht heraus, wenn du ihnen vorspielst, was sie haben wollen. Du komst hier erst heraus, wenn du bist, was sie haben wollen.".

Rezension:
Als ich zum ersten Male vor einigen Jahren von Boot Camps hörte, war ich entsetzt, dass so etwas möglich ist. Gerade in einen Land, welches demokratisches und freiheitliches Denken oft meint, für sich gepachtet zu haben und dazu noch eines, welches unsere Geslleschaft leider immer mehr bestrebt ist, nachzueifern. Doch, wenn man an die Oberfläche herangeht und mal darunter schaut, bleibt davon nicht mehr viel übrig und schon Kinder und Jugendliche bekommen die volle gesellschaftliche Härte zu spüren, wenn sie sich nicht vollständig in dieser integrieren und einfügen wollen und welcher Jugendliche will das schon? So zeichnet Morton Rhue auch in diesen Roman, der zwar für die Zielgruppe von Jugendlichen geschrieben wurde, aber bitte auch von Erwachsenen zur Kenntnis genommen werden sollte, ein besonders eindrückliches, ja erdrückendes Bild eines der Auswüchse amerikanischen Denkens nach, welches sich so wohl nur in der Kindeer- und Jugendliteratur unterbringen lässt, denn wie bei den Schattenkindern von Haddix, spart Morton Rhue nicht mit Kritik und lässt seinen Hauptprotagonisten die finsteren Seiten der Boot Camps in seiner ganzen Härte erleben und wir als Leser zittern mit jeder Zeile, mit jeden gelesenen Wort, möchten dieses Buch weglegen und etwas anderes erfreuliches lesen, können dies aber nicht.

Der Schreibstil Rhues ist in der Tat packend und fesselnd, dazu kommt ein knallhartes Nachwort, zusammen ergibt sich ein wunderbares Werk, welches jeden Platz im Bücherregal verdient hat, den es bekommen kann. Die Geschichte Connors ist glaubwürdig, zumal nur zu Teilen der Phantasie des Autors entsprungen, tatsächlich merkt man, dass dem Schreiben unglaubliche Recherche-Arbeit vorausgegangen sein muss, denn nichts ist erschreckender und abstoßender als die Wahrheit und nicht nur Amerika-Basher (ja, ich weiß, ihr mögt Anglizismen nicht) werden dieses Buch verschlingen. Tatsächlich wird hier, verpackt natürlich, wirkliche und fundierte Kritik geübt, an einer Gesellschaft, an einen System, welches sich durch solche Auswüchse in meinen Augen für bankrott erklärt, wenn es nicht fähig ist, ohne dies zu leben. Am Ende bleibt nur eine Erkenntnis, der Autor hätte auch ein schlimmeres Szenario innerhalb der Boot-Camps sich denken können und es wäre immer noch realistisch gewesen.

Unbedinge Empfehlung.

Euer samuel.

P.s. Vielleicht kann jemand von euch, der Kontakte zu Amerikanern hat oder hatte, vielleicht eine Weile dort gelebt hat, mal die Sichtweise der Amerikaner erläutern. Würde mich mal interessieren und andere sicherlich auch. Über Sinn und Unsinn, den Streit, wie man Jugendliche auch hierzulande behandeln sollte, wurde schon in diversen Zeitungen berichtet. Irgendwo habe ich auch eine Karte gesehen, auf der die Verteilung dieses Boot Camps zu sehen ist, aber finde sie jetzt nicht mehr. Auch für diese Information wäre ich dankbar.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »samuel« (21. April 2013, 21:00)

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