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samuel

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441

Dienstag, 11. August 2015, 05:51

​Nun habe ich auch "1984" von George Orwell gelesen, mein Urteil fällt aber leider nicht ganz so positiv aus. Natürlich ist es ein erschreckendes Szenario, was Orwell hier beschreibt und sicherlich für damalige Verhätlnisse revolutionäres Gedankengut, zumal, wenn man beachtet, was heute technisch schon möglich ist. Angefangen bei so lückenlos überwachten Städten wie London oder solchen Regimen wie sie in Russland, China, in der Türkei oder den USA herrschen (Ja, ich nenne bewusst auch die USA.). Dabei ist es tröstlich, dass bis jetzt jedes Staatensystem einen Aufstieg, eine Hochphase aber im Laufe der Geschichte auch Abstiege und Zerfall kennt. Dauert bei dem einen oder anderen halt länger. Für die Geschichte gebe ich dann auch gut und gerne drei Sterne. Leider hat mir aber der Schreib- und Erzählstil Orwells gar nicht gefallen.

Die Handlung springt mir zu sehr, an manchen Stellen ging mir das einfach zu schnell und an wieder anderen war die Geschichte zäh wie Kaugummi. An, meines Erachtens, falschen Stellen gab es Auslassungen, die kontraroduktiv waren und überhaupt habe ich ca. 100 Seiten gebraucht, um in das Buch hinein zu kommen. Bei knapp 400 Seiten, wovon man bei meiner Ausgabe auch noch Vor- und Nachwort abziehen muss, einfach zu viel des Guten. Übrigens, wer meine Ausgabe hat, spare sich bitte Vor- und Nachwort oder lese beides zuletzt. Abgesehen vom Thema, was seine Berechtigung natürlich hat und über das man diskutieren sollte, ist mir George Orwells "1984" trotzdem zu sehr gehypt. Ausschließliche Lobeshymnen kann ich hier nicht nachvollziehen.

In Sterne ausgedrückt, wären es wohl 3 von 5.

Und jetzt bitte nicht auf mich einschlagen. Drei Sterne sind trotzdem eine gute Bewertung.
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Hibiki

Hüter des Lichts

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442

Dienstag, 11. August 2015, 12:42

Ich habe das Buch als Jugendlicher gelesen; ausgerechnet über Weihnachten und es hat mich irgendwie agressiv gemacht. An Schwierigkeiten beim Lesen kann ich mich nicht erinnern.
Hast Du mal den Film gesehen?
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samuel

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443

Dienstag, 11. August 2015, 21:51

Wobei man dazu sagen muss, dass ich fünf sterne, wenn man bei der Bewertungsskala bleiben will, praktisch nie vergebe. Vier Sterne sind an sich das Höchste der Gefühle. Und drei sind da noch gutes Mittel.

Den Film habe ich noch nicht gesehen, weil ich ja erst das Buch lesen wollte. Eine filmische Umsetzung stell ich mir widerum spannend vor. Könnte sogar einer der wenigen Fälle sein, wo der Film eindrucksvoller und besser ist als das Buch. Zumindest ist das ein Kandidat dafür.
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Ender

Torwächter

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444

Mittwoch, 12. August 2015, 00:25

@samuel

Irgendwie bin ich enttäuscht, dass Du keine bessere Meinung zum Buch "1984" hast. Schließlich habe ich es Dir empfohllen.
Ich finde es seit den 60er Jahren, als ich es das erste Mal las, ein irrinnig spannendes Buch. Und aus heutiger Sicht ist es erschreckend, wie nahe diesere "Zukunftsroman" der Wahrheit in der Gegenwart bereits kommt.

Es gibt übrigens zwei (drei) Verfilmungen dieses Romans.

Die erste von 1956 ist bereits großartig(übrigens gab es schon eine Verfilmung der BBC)
Dann im Jahr 1984 wurde eine neue Fassung gedreht, die ebenfalls als großartig einzustufen ist.

Laut imdb ist wohl gerade eine weitere Neufassung in der Entwicklungsphase.

Auf jeden Fall sehenswert, wenn man die Filme bekommt. Und das ist möglich, z.B. über Amazon. 1984 (1956) 1984 (1984).


Ender
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Hans-Dietrich Genscher
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Hibiki

Hüter des Lichts

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445

Mittwoch, 12. August 2015, 16:33

Ich kenne nur die Version mit John Hurt und Richard Burton - letzeren habe ich danach "gehasst" wie die Pest :zwinkern:.
Werde mir die ältere Version mal besorgen, ist ja interessant.
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samuel

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446

Samstag, 15. August 2015, 18:41

Bram Stoker: Dracula

[attach]52119[/attach]

Titel: Dracula
Autor: Bram Stoker
Aufmachung: E-Book
ISBN: B00D6NGFJI
Verlag: Null Papier Verlag

Aufmachung:
Der Klassiker ist mein erstes E-Book überhaupt gewesen und ich bin erstaunt, wie gut sich dieses lesen ließ. Die Handhabung im Reader war in Ordnung und mein Lesetempo war anfangs noch wirklich langsam aber mit zunehmender Gewöhnung merklich schneller. Für ein Buch, was in der Print-Version über 500 Seiten hat, benötige ich normalerweise um die sieben Tage. Hier habe ich nur 4 Tage gebraucht. Ich bin sicher, in der Masse an Büchern, die ich lese, rechnet sich dies. Ich habe die Schrift und Schriftgröße auf Verlagseinstellung gelassen, nur die Hintergrund-Beleuchtung ab und an variiert. "Dracula" von Bram Stoker lässt sich sehr gut als E-Book lesen.

Autor:
Abraham "Bram" Stoker wurde 1847 in der Nähe von Dublin geboren und war ein irischer Schriftsteller. Bis zu seinem siebten Lebensjahr war er durch eine Krankheit ans Bett gefesselt und konnte alleine weder stehen noch gehen. Diese traumatische Erfahrung prägte seine spätere literarische Arbeit und spiegelt sich in den Themen -Ewiger Schlaf- und -Wiederauferstehung von den Totden- wieder. Nicht nur seine Krankheit auch seine Genesung war ein Wunder für seine Ärzte. Er wurde sogar Athlet und Fußballstar seines Colleges. Doch diese Tätigkeit stellte ihn nicht zufrieden, weshalb er später als Journalist zu arbeiten begann. So arbeitete er für das Dublin University Magazine und freundete sich mit dem Schriftsteller John Irving an. 1879 veröffentlichte er seinen Vampir-Romman "Dracula", an dem er sieben Jahre lang gearbeitet hatte, nachdem er 1890 zum ersten Mal von der Legende hörte. Den großen Erfolg seines Werkes erlebte Stoker indes nicht mehr und starb 1912 in London.

Handlung:
Der Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker reist nach Transsilvanien. Er soll dort den Grafen Dracula beraten, der nach England auswandern will nd zu diesem Zweck ein Grundstück in London erwirbt. Während seiner Reise trifft Harker auf sehr misstrauische und abergläubische Gestalten, die ihn vor dem Grafen warnen. Im Schloss des Grafen verlaufen die Tage zunächst ruhig, da sich der Gastgeber selbst bei Tage nicht blicken lässt. Aber dann schöpft Harker Verdacht, denn der Graf hat kein Spiegelbild. Bald schon ahnt der junge Engländer von der unheimlichen Macht seines Gegners. Und er weiß, dass er die Mauern des Schlosses nie lebend verlassen wird, wenn er nicht flieht. In London wartet ein Heer von ahnungslosen Opfern auf den Vampir. (Klappentext)

Rezension:

Die Geschichte des Grafen aus Transilvanien dürfte wohl bekannt sein, jedenfalls muss man zum Inhalt des Urvaters aller Vampir-Romane nichts mehr sagen. Der Klassiker unter den Grusel-Romanen überzeugt auch heute noch. Stokers Schreib- und Erzählstil, der die einzelnen Protagonisten in Form von Tagebucheinträgen und Briefwechseln auftreten lässt, lässt die einzelnen Figuren greifbar und nachfühlbar werden. Zeitweise vermag man sogar für den Grafen gewisse Symmpathien empfinden. Die Geschichte kommtm dabei schnell ins Rollen, ohne allzu erschreckend daherzukommen. Vielmehr verspürt man beim lesen einen leichten Schauer über den Rücken laufen und beginnt sich für die Geschichte dieser Figur zu interessieren. Bram Stoker hat hier den Grundstein für ein ganz eigenes Genre so gut gelegt, dass wohl alle Nachfolger es schwer haben, sich zu behaupten.

Denn "Dracula" ist der unangefochtene Platzhirsch. Heutige Vampire zünden doch zumeist nur Teelichter an und sind zu Figuren typischer Frauenromane verkommen (Wo habe ich diese Formulierung bloß gelesen? Mir fällt es wirklich nicht mehr ein aber ich finde sie ganz passend.). Ganz sicher nicht eine Vorstellung, die ich von diesen von Blut lebenden Untoten habe und auch nicht haben will. So wird "Dracula" vorerst der einzige Vammpir-Romman bleiben, den ich gelesen habe. Ohne, dass es mir leid täte. Dazu ist Bramm Stokers Geschichte einfach zu genial, auch wenn man über das Frauenbild der damaligen Zeit heute nur den Kopf schütteln kann.
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Ender

Torwächter

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447

Sonntag, 16. August 2015, 13:29

Wenn man sich schon mit der Figur des Dracula beschäftigt, sollte man auch die geschichtlichen Hintergründe kennen.
Vorbild für den berühmetesten "Vampir" dürfte wohl der Fürst Vlad III. Draculeagewesen sein.
Ja, Transsylvanien gibt es wirklich.

Ender
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samuel

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448

Sonntag, 16. August 2015, 18:12

Wenn man sich schon mit der Figur des Dracula beschäftigt, sollte man auch die geschichtlichen Hintergründe kennen.
Vorbild für den berühmetesten "Vampir" dürfte wohl der Fürst Vlad III. Draculeagewesen sein.
Ja, Transsylvanien gibt es wirklich.

Ender


Das ist schon richtig und die wirkliche Geschichte ist, in Ergänzung dazu, genau so interessant. Zumindest für mich als Geschichts-Freak. Aber selbst, wer sich nicht dafür begeistern kann, "Dracula" liest sich wirklich spannend.

Bilanz des Wochenendes:
- ein E-Book gekauft
- ein Hardcover gekauft
- ein Medimops-Paket mit 7 Büchern bestellt
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samuelclemens

Herrscher über Raum, Zeit und Materie

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449

Sonntag, 16. August 2015, 19:46

Ich nehm an ein realitätsgetreues Historienfilm über den echten Vlad III. Draculea würdo wohl so manchen Gruselschocker bei weitem übetreffen...

Zitat

Allerdings stimmen alle Versionen in dem Punkt überein, dass Vlad wegen Ehrenkränkung und Beleidigung, real oder imaginär, die Kopfbedeckungen der Beschuldigten an deren Köpfe nageln ließ, wohl auch wegen deren Weigerungen, ihre Kopfbedeckungen im Beisein Vlads abzunehmen.


Wäre doch eine gute Idee für ne Nachfolgeserie nach Game of Thrones! [attach]52129[/attach]

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »samuelclemens« (16. August 2015, 22:50)

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samuel

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450

Sonntag, 16. August 2015, 22:43

Heute hast du leider nur als Teelicht- und liebeshungriger Vampir eine Chance im Fernsehen erfolgreich zu sein. Leider. Deswegen vermeide ich so etwas auch sonst, wie der Vampir die Knoblauchzehe.
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samuel

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451

Dienstag, 18. August 2015, 07:40

Etwas verspätet, weil schon seit ein paar Tagen ebenfalls ausgelesen nun die Rezension zu...

J. M. Coetzee "Der Junge"

[attach]52153[/attach]

Autor: J. M. Coetzee
Titel: Der Junge
Seiten: 200
ISBN: 3-596-14837-5
Verlag: Fischer Taschenbuch

Autor:
John M. Coetzee wurde 1940 in Kapstadt geborenn und studierte nach der Schule Literatur. Seur 1972 lehrte er an verschiedenen Universitäten Literatur, seit 1996 ust er zudem Mitglied des Committee of Social Thought der University of Chicago. Seine Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. zwei Mal mit dem Booker Prize. 2003 bekam er den Nobelpreis für Literatur. Der Autor lebt heute in Australien.

Handlung:

J. M. Coetzee eindringliches, vollkommen unsentimentales, dbei oft genug hochpetischens Buch der Erinnerung an eine schwierige Kindheit in einem öden Provinznest unweit von Kapstadt liest sich wie ein Roman. Als Meisterwerk narrativer Autobiographik von der Kritik gefeiert, zeichnet dieses Buch das Porträt eines Jungen, in dem sich schon früh der Schriftsteller ankündigt. (Klappentext)

Rezension:
Er ist ein intelligenter Beobachter seiner Umgebung, Klassenprimus aus Angst davor, wegen schlechter Leistungen den Rohrstock seiner Lehrer spüren zu bekommen und obwohl noch Kind schon tonangebend in seiner Familie. Dem Vater, der seine Familie ins Unglück stürzen wird misstraut, die Mutter vergöttert er und quält sie zugleich mit seinen Forderungen. Der kleine Bruder ist nur ein Abklatsch seiner selbst. Dies ist die Geschichte der Kindheit Coetzees, der später Schriftsteller werden und 2003 den Nobelpreis für Literatur erhalten sollte. Ein autobiographischer Roman, der es in sich hat, im Hintergrund des Apartheid-Regimes Südafrikas als Nachkömmling europäisch-burischer Eltern seinen Platz in der Gesellschaft suchend. So beschreibt der Autor detaillreich, ohne Längen, das Aufwachsen in diesem sonderbaren Land der Gegensätze und man beginnt Coetzee zu begreifen und damit auch eine ganze Generation von weißen Jungen, die noch im System der Rassen-Ideologie erzogen wurden und später erlebten, wie ein Land sich verändern musste.

Es ist ein beeindruckender kleiner Roman ohne Längen. Der Schreibstil zieht einem in den Bann. Fast ist es als wäre man selbst dieser Junge, der zwar mittendrin ist aber doch irgendwie immer Außenseiter. Ob in der Schule, wo er sich zwanghaft irgendwo einordnen versucht oder in der Familie, wo er ebenso seinen Platz nicht wirklich finden will oder kann. Ein Roman über einen Jungen, der gerne wie jeder andere wäre, "normal" und zugleich weiß, dass er es nicht ist, sondern schon früh begreift, dass er einmal ein vollkommen anderes Leben einschlagen wird als in seiner Schicht, in seiner Familie akzeptiert wird. Mir hat es unheimlich Spaß gemacht über die Kindheit des Autors in dieser Form zu lesen, die ständig zwischen der Tyrannei und dem Jähzorn, dann wieder Intelligenz und Liebenswürdigkeit eines kleinen Jungen hin und her pendelte. Mehr muss man dazu nicht sagen.
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Damiano

Torwächter

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452

Dienstag, 18. August 2015, 22:30

Da dir der Coetzee-Roman gefallen hat, empfehle ich dir von ihm "Die Kindheit Jesu".

Liebe Grüße,

Damiano
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danielad

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453

Mittwoch, 19. August 2015, 00:48

Danke für die Rezension. Hab drei Romane von Coetzee gelesen. Und jeder hat mich zutiefst beeindruckt.

Dieses Stück von "fictionalised Autobiography", wie es in der Wiki bezeichnet wird, wird auch sicherlich sehr gut sein. Die "Kindheit Jesu" klingt auch besonders spannend.

Allerdings ist der Literaturnobelpreis sowieso DIE ultimative Auszeichnung. Und wenn ich mir die Liste der Preisträger ansehe, zumindest bei den 18 (nur 18!) von den ich mind. 2 Werke schon mal gelesen hatte, kommt es mir vor, dass diese Schriftsteller/innen generell nicht in der Lage sind, ein schlechtes Buch zu schreiben...
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samuel

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454

Mittwoch, 19. August 2015, 06:51

Leute, ihr macht mich arm. :) Ich werde auf jeden Fall noch weiteres von Coetzee lesen.
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samuel

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455

Freitag, 28. August 2015, 16:59

Diesen Monat habe ich doch tatsächlich meinen persönlichen Rekord gebrochen und ich war nicht einmal daran schuld. Nein, da waren zum einem böse Internet-Rabatt-Aktionen, ein Medimops (Böser Hund!) und eine Mängelexemplarkiste. Gut, ein zwei Neuerscheinungen sind auch dabei gewesen aber die anderen sind alle gebraucht oder bemängelt gekauft und damit nicht ganz so ins Portemonaie einschlagend, wie es sonst gewesen wäre. Und ich weiß ehrlich nicht, wie ich den Bücherbestand bis zur nächsten Buchmesse (die Leipziger im März, Frankfurt wird aus organisatorischen Gründen boykottiert) merklich abbauen soll? Wer einen Tipp hat, der nichts mit wegschmeißen oder weggeben, auslagern oder ähnlichen Dingen zutun hat, immer her damit. Und im Herbst kommen ja schon wieder neue Bücher heraus und dann wäre auch noch mein bereits vorhandener SuB zu berücklsichtigen. Hilfe. Jedenfalls sind es diesen Monat 14! Bücher geworden. Einfach so.

Und das quer durch den Gemüsegarten. Ich lese halt alles, wo Schrift zu finden ist und so ist eine Vielzahl von Genres (Oder sagt man Genren?) zusammengekommen.

Renee Knight "Deadline"
Das ist so einer dieser Cover-Käufe aber auch vom Klappentext her sehr spannend klingender Krimi. Der Umschlag fühlt sich wie Sandpapier an, das Cover lässt auch ahnen, dass die Geschichte irgendwo an der Küste spielt und ich bin ganz hin und weg. Hach.

Peter van Gestel "Wintereis"
Eine Geschichte mit Casperworld-Potential. Will sagen, davon bekommt ihr vielleicht zu hören, wenn ich es nicht vergesse. So eine Mischung aus Kinder- und Jugendbuch, vermischt mit Hostorie gefällt mir ja.

Jen Campbell "Verkaufen Sie auch Bücher?"
Was erlebt man in einer Buchhandlung? Schon sehr viel als Käufer aber für die Verkäufer muss es noch kurioser sein. Hier sind allerhand Kundensprüche aufgelistet, zum Verzweifeln, Schmunzeln und Lachen.

Zelarias Kebraeb "Hoffnung im Herzen, Freiheit im Sinn"
Der ganzen Flüchtlingsdebatte muss man Gesichter geben, damit der Mob endlich mal ruhig gestellt, die Menschen informiert werden und die Politiker handeln. Und was passt da besser als die eine oder andere Geschichte zu erzählen? Zekarias Kebraeb erzählt von seiner vierjährigen Flucht nach Deutschland.

Renata Juras "41 und 14"
Noch so ein Buch, was ich eigentlich irgendwo versteckt erwartet hätte aber es stand genau zwischen den Jugend- und den Erwachsenenbüchern. Eine (einseitige?) Liebe, die nicht sein darf aufgrund des Altersunterschiedes. Ein kontroverses und sicher zu diskutierendes Thema.

Ralf Schmitz "Schmitz' Katze" und "Schmitz' Mama" und "Schmitz' Häuschen"
Ralf Schmitz ist witzig, finde ich und nach den ganzen ernsthaften Sachen brauche ich sicher etwas um den Kopf frei zu bekommen. Warum also nicht so etwas? Sein Programm oder zumindest das, was man auf Youtube findet, finde ich nicht ganz unlustig also warum nicht?

Maximilian Buddenbohm "Marmelade im Zonenrandgebiet"
und "Es fehlt mir nicht am Meer zu sein"
Mein Lieblingsblogger schreibt auch Bücher oder hat schon vier geschrieben und das sind da zwei davon. Sein Blog ist für mich Pflichtlektüre und überhaupt ist das alles sehr lesenswert.

Gary Shteyngart "Kleiner Versager"

Bei dem Autoren-Namen verschreibe ich mich jedes Mal, ich tue es aber immer wieder gerne. Man kann das Buch nämlich nicht oft genug erwähnen. Wegen des Covers, der Geschichte und überhaupt, das stelle ich euch noch näher vor.

Alan Philps "Wolkengänger"
Das war ein Lückenfüller oder ich weiß auch nicht mehr, warum ich das auf meine Wunschliste gepackt hatte. Ich bin sicher, ich hatte gute Gründe dafür und werde sie auch irgendwann mal mit euch teilen. Medimops hat nur vergessen, den Schutzumschlag mitzuliefern. ;(

Lisa O'Donnell "Die Geheimnisse der Welt"
Eine Jungen-Geschichte, ein Familienroman und ein wunderschönes Cover sowie interessanten Klappentext. Was will man eigentlich mehr? Auch das werde ich euch vorstellen. Irgendwann.

Gilles Paris "Der Glühwürmchensommer"

Gibt es einen besonderen Sommer, ein besonderes Jahr in eurer Kindheit, an das ihr zurückdenkt? Eines, was so vorher und nachher nie dagewesen ist?
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samuelclemens

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Freitag, 28. August 2015, 17:26

Wer einen Tipp hat, der nichts mit wegschmeißen oder weggeben, auslagern oder ähnlichen Dingen zutun hat, immer her damit.


Wir hatten da mal in nem Seminar diverse Techniken zum Schnelllesen vorgestellt bekommen und angeübt. Natürlich ging es dabei eher um das wesentliche aus diverser Korrespondenz und anderen Schriftstücken zu erfassen.
Aber im Prinzip sind die Techniken auch auf Unterhaltungsliteratur zu übertragen.
Es strengt aber meiner Meinung nach etwas mehr an und hat mit genießen nichts mehr zu tun. Wenn du aber unbedingt mehr weglesen willst... :bw:

Eventuell könntest och n paar NAchbarskinder für ne Markfufzich anheuern die die einfacheren Schmöker für dich lesen und dir dann das wesentliche Nacherzählen. Praktisch isses da wenn man als Deutschlehrer oder so Arbeitet, dann kann man die klenen auch dafür einspannen und lernen noch was dabei... :rolleyes:
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samuel

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457

Montag, 7. September 2015, 22:07

Ich habe morgen einen Literatur-Termin in Weimar und zudem schon jetzt diverses gelesen, was ich euch noch vorstellen werde. Nach meinen Urlaub ist die Pause hier also vorbei.
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samuel

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458

Samstag, 12. September 2015, 21:21

Bruno Apitz "Nackt unter Wölfen"

[attach]52316[/attach]

Autor: Bruno Apitz
Titel: Nackt unter Wölfen
Seiten: 586
ISBN: 978-3-7466-3026-7
Verlag: aufbau verlag

Autor:
Bruno Apitz wurde 1900 in Leipzig geboren und kam 1917 wegen Antikriegspropaganda ins Gefängnis. Danach begann er eine Buchhändlerlehrhre und betätigte sich als Schauspieler. Seit 1927 Mitglied der KPD wurde er ab 1933 mehrfach inhaftiert. Von 1937 bis zur Befreiung war er im KZ Bucvhenwald interniert. In der DDR betätigte er sich als Redakteur, Verwaltungsdirektor der Städtischen Bühnen Leipzig und Dramaturg bei der DEFA. 1955 lebte er als freier Autor in Berlin und starb 1979. Sein erster Roman "Nackt unter Wölfen" wurde 1963 verfilmt, vor kurzem neu verfilmt.

Handlung:
Der Roman "Nackt unter Wölfen" erzählt die bewegende Geschichte eines dreijährigen Kindes, das unter den unmenschlichen Bedingungen des KZ Buchenwald von Häftlingen gerettet wird. Aber er handelt ebenso von den Konflikten seiner Retter, die ihrem Gewissen folgen und dabei die Gesetze des kommunistischen Lagerwiderstands brechen.
(Klappentext)

Rezension:
Genau so wie das Werk von Bruno Apitz neu verfilmt wurde, gab der aufbau-Verlag 2015 eine neue Ausgabe eines Weltbestsellers heraus, der er anfangs gar nicht werden sollte. Als Bruno Apitz die Geschichte schrieb war er länger auf der Suche nach einem Verlag. Nicht wenige lehnten die Geschichte ab. Sie passte anfangs nicht in das Geschichtsbild und Bewusstsein, was der damals noch junge Staat DDR von sich hatte und man wusste auch noch nicht, wie man damit am besten umgehen sollte. Schließlich waren die Jahre der NS-Diktatur noch allzu frisch und der Umgang mit früheren Zeiten mehr als heikel. Zumal unter ideologischen Gesichtspunkten des ostdeutschen Staates. Nachdem zahlreiche Verlage der DDR die Geschichte abgelehnt hatten, sagte schließlich der Mitteldeutsche Verlag zu, druckte eine kleine Auflage. Nach unzähligen Änderungen. Zum Einen wurde die Geschichte der Buchenwalder Kommunisten von der Staatsführung kritisch beäugt, zum anderen war man sich uneins über bestimmte einprägsame Szenen, die den Alltag im KZ beschrieben. Zwischen Leben und Sterben. Doch der Roman avancierte schnell zum Erfolg und war bald restlos ausverkauft.

So bewegend wie die Geschichte an sich, ist auch die des Autors und die der Entstehung des Romans, sowie des ersten Filmes. Dies rechtfertigt schon alleine diese Neuauflage, die nicht nur die weltbekannte Fassung, sondern auch alle Änderungen sichtbar macht, die Bruno Apitz zähneknirschend hinnehmen musste, um seinen Roman veröffentlichen zu können. Ergänzt wird dies durch eine Biografie des Autors sowie der Erläuterung der Entstehungsgeschichte des Romans, welche als Zusätze diese Ausgabe zu etwas Besonderen machen. Dabei wird auch auf die tatsächliche Geschichte des Stefan Jerzy "Buchenwald-Kindes" aufmerksam gemacht, die nur in der von Apitz veränderten Form zu DDR-Zeiten Beachtung fand und als Tatsache hingestellt wurde.

Dies tut der Großartigkeit des Rimans keinen Abbruch. Er ist aufrüttelnd und spannend, sofern man davon reden mag, zugleich. Der Schreibstil tut sein übriges dazu und mehr gibt es an sich nicht zu sagen, doch empfiehlt es sich wirklich auch mit der Geschichte von Buchenwald an sich und mit der wahren Geschichte von Stefan Jerzy zu beschäftigen. Auch, wenn dies ins Uferlose führt, für ein umfassendes Gesamtbild ist dies unerlässlich. Ich kann für diese Ausgabe eine unbedingte Empfehlung aussprechen, sei es auch nur wegen der Ergänzungen, die andere Ausgaben nicht haben. Es lohnt sich.
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samuel

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459

Sonntag, 13. September 2015, 21:16

Von den oberen Zehntausend abgesegnet.

Russell James "Naked Series"

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Titel: Naked Series
Autor: Russell James
Art: E-Book
Verlag: Amazon Media
ASIN: B014XF59RQ

Bemerkung: Dies ist ein Sammelband, welcher drei Bücher enthält. Diese sind als Self-Publishing bei Amazon im Verkauf. Gibt es als E-Book und Taschenbuch, die wahlweise auch einzeln zu erwerben sind. Bisher nur in englischer Sprache erschienen.

Buch 1: Naked a Camp Freedom

Übersetzung: Nackt im Camp Freiheit

Mitchell ist zehn Jahre alt und soll seine Ferien in einem Camp verbringen. Anfangs wollte er auch, doch nun, kurz vorher macht er sich Sorgen. Zum ersten Mal von zu Hause weg, alleine unter fremden Kindern und Jugendlichen. Und das allerschlimmste, ohne Privatsphäre. Von seinem Vater dorthin gebracht, erfährt er vom Lager-Leiter, dass das Sommerlager für seine Altersgruppe an sich schon vorüber ist und jetzt ältere Kinder ihre Ferien dort verbringen, doch der gleichaltrige Xander, Enkel des Camp-Besitzers ist ebenfalls dort. Kurzerhand werden die Jungs in ein Zimmer gesteckt und verstehen sich prächtig. Doch Xander ist aufgredreht, leicht verrückt und scheint nicht nur freundschaftliche Gefühle für Mitchell zu entwickeln.

Buch 2: Naked
Übersetzung: Nackt

Drew und Mitchell sind im selben Schwimverein und wieder einmal steht ein Wettkampf bevor. Doch ihr Team hat bisher immer verloren. Das liegt u.a. daran, dass einige Jungs, so der Trainer, keine "ordentlichen" kurzen Schwimmhosen tragen, sondern längere Bermudas. So auch Drew, dessen Hose als schlechtes Beispiel herhalten muss. Im Gegensatz zu Mitchell, der eine "ordentliche" Schwimmhose trägt. Drew muss bis zum Wettkampf unbedingt eine solche bekommen, doch wie anstellen, wenn die eigenen Eltern extrem konservativ sind, ihn nur zu Hause, nicht in der Schwimmhalle direkt duschen lassen und auch ansonsten keine privaten Gefühle aufkommen lassen? Drew sucht Hilfe, ausgerechnet bei der Mutter von Mitchell, was seine Eltern sehr kritisch beäugen.

Buch 3: The Naked Club
Übersetzung: Club der Nackten

Mitchell ist umgezogen und Drew nun allein. Einzig sein Cousin Ryder und ein älterer Freund namens Kent sind noch zum Spielen nach der Schule d. Es wird getobt, es wird gespielt und trotzdem ist es nicht das gleiche für Drew ohne Mitchell. Doch die Jungs raufen sich zusammen, unternehmen viel und gründen eine Art Club/Bande der ganz anderen Art. Unbekümmerte Spiele in der Kindheit. Doch wissen sie auch, dass dies nicht jeder Erwachsene gern sieht. Als Drew entdeckt, wohin Mitchell gezogen ist und sich beide Freudne wieder treffen, sind auch diese Spiele unbekümmerter als vorher.

Klappentexte und Inhalte sind frei übersetzt.

Autor:
Über den Autoren weiß ich nicht viel zu sagen, außer dass es noch einen viel beachteten Akt-Photographen zu geben scheint, gleichen Namens, der trotz des Themas wohl nichts mit diesen Büchern zu tun hat.

Rezension:
Unsere Gesellschaft wird immer konservativer und immer strenger in ihren ansichten, gleichwohl uns die Medien etwas anderes vorgauckeln. Oder vielleicht zeigen die Medien heute das, was so in der Öffentlichkeit nicht mehr stattfindet oder stattfinden darf? Egal. Wie man es auch dreht und wendet, gehören Lebensweisen und Ansichten, wie sie in diesen Büchern dargestellt werden, für viele Menschen in den Giftschrank. Nicht, dass diese Bücher in irgendeiner Art und Weise anstößig wären oder pubertäre Gelüste lostreten würden aber die beschriebene Natürlichkeit von Nacktheit, die Kinder unbekümmert zur Schau stellen können, welche spätestens mit der Pubertät verloren geht, dürfte nicht jedem Leser gefallen. Deshalb ist es wichtig, daran erinnert zu werden, dass es weder anstößig ist, ein Kleinkind nackt am Wasser planschen zu lassen oder ein Kind, was nackt am See spielt, zumal an solcherlei gekennzeichneten Badestellen. Ein Aufruf zu mehr Toleranz und Freiheit, der in der heutigen Zeit schon als mutig zu bezeichnen ist.

Diese Romane gibt es bisher nur in englischer Sprache, warum wohl, und lassen sich selbst mit mittelmäßigen Kenntnissen einwandfrei ohne Probleme lesen. Flüssig und leicht verständlich, passiert an sich nicht viel außer, dass vielleicht einige Denkanstöße für mehr Toleranz gegeben werden. Der Autor kommt dabei selbst aus dem anglikanischen Raum, ich vermute direkt USA, wo diese Werke einen Frontalangriff auf den dort herrschenden Konservatismus bedeuten. James Russell ruft diesen erwachsenen Lesern ins Gedächtnis, dass es einst auch in ihrer Kindheit eine Natürlichkeit gegeben hat, die vergessen und bewusst verdrängt wurde. Diese, so der durchgehende Appell, sollte wenigstens bei den heutigen Kindern so lange wie möglich erhalten bleiben.
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samuel

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Samstag, 19. September 2015, 15:49

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