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Cole

Wily Werewolf

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41

Mittwoch, 3. Juli 2013, 20:48

Lad: A Yorkshire Story (UK 2012, 96 Min.)



Der 13-jährige Tom (Bretten Lord) lebt mit seiner Familie in Yorkshire, einer Grafschaft in Nordengland, wo jeder jeden kennt. Tom spielt Fußball und hängt gerne mit seinem älteren Bruder Nick (Robert Hayes) ab. Dann stirbt der Vater, Nick geht zum Militär und Toms Mutter (Nancy Clarkson) sucht händeringend nach einem neuen Job, um die Raten fürs Haus weiter zahlen zu können. Die Bank droht nämlich schon mit Pfändung. Tom klaut einen Gülletraktor, fährt in die Stadt und verunreinigt die Bankfiliale... :D Zur Strafe muss er Sozialstunden beim Yorkshire-Ranger Al (Alan Gibson) ableisten, der ihn einfach nur "Lad" (ugs. "Bursche") ruft. Tom macht das zunächst nur widerwillig, mit der Zeit entwickelt sich Al jedoch zum emotional wichtigen Vaterersatz. Doch das ist nicht das Ende dieser Geschichte.

Dan Hartley, der als Video Operator an sämtlichen Harry-Potter-Sets gearbeitet hat, drehte sein Langfilm-Debüt in der Gegend, wo er selbst aufwuchs - großteils mit örtlichen Laiendarstellern. Deshalb hielt er sich streng ans Drehbuch, legte jede einzelne Einstellung und Dialoge vorher punktgenau fest und setzte sie plangetreu um. Trotzdem wirkt alles echt und nicht gestellt - ein wahres Kunststück mit diesem Cast. Hauptdarsteller Bretten Lord wächst mit zunehmender Filmdauer immer besser in seine Rolle hinein und kommt herrlich sympathisch-ungekünstelt rüber. Der trockene britische Humor kommt bei ihm ebenfalls nicht zu kurz.

Mir hat der Film gefallen, alle Nordengland-Fans kommen mit Landschafen voller Wiesen und Schafe auf ihre Kosten. Der Himmel ist durchgehend trüb, also durchaus realistisch. ;) Die Handlung ist zwar nicht gerade neu, aber die Darsteller sind einfache Leute von nebenan, die dem ganzen Film seinen Reiz verpassen. Höhepunkt natürlich die Gülletraktor-Szene... was bin ich froh, dass ich die Schweinerei hinterher nicht wieder wegmachen musste... :rolleyes:

Website zum Film

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Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens. Und: Denken hilft.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Cole« (3. Juli 2013, 20:54)

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Registrierungsdatum: 19. Dezember 2003

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Danksagungen: 12

42

Mittwoch, 3. Juli 2013, 21:59

Die Geschichte erinnert mich irgendwie an den Film Probezeit von 1994
Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben,
aber es hat nur genau so viel Sinn wie wir ihm geben.
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Cole

Wily Werewolf

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Beiträge: 3 717 Aktivitäts Punkte: 20 430

43

Mittwoch, 3. Juli 2013, 22:44

Der Rest vom Fest, Teil 1/2

Bevor ich euch morgen Abend zum Abschluss der ausführlichen Filmkritiken noch einmal eine deutsche Produktion vorstelle, kommt hier in aller gebotenen Kürze der erste Teil der zehn YS-Filme, die ich gerne noch gesehen hätte, aus Zeitgründen aber nicht mehr geschafft habe. Filme 6 bis 10 folgen am Freitag.

1. What Maisie Knew (USA 2012, 99 Min.)
Dt. Kinostart als "Das Glück der großen Dinge" am 11. Juli




2. Les Reines du Ring (F 2013, 98 Min.)
Wrestling Queens




3. De Ontmaagding van Eva van End (NL 2012, 94 Min.)
The Deflowering of Eva van End




4. Talgat (KAZ 2012, 87 Min.)
Filmfest-Link
Wer was Gutes tun möchte, kann hier mal einen Trailer auftreiben.

5. Heli (MEX 2013, 105 Min.)
gewann den Regiepreis in Cannes



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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Cole« (3. Juli 2013, 22:55)

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Cole

Wily Werewolf

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44

Donnerstag, 4. Juli 2013, 23:31

Ich fühl mich Disco (D 2013, 100 Min.)

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Frühjahr 2008, Axel Ranisch ist noch Filmstudent in Potsdam und hat die Idee für einen Film. Das Drehbuch überzeugt eine ZDF/Arte-Redakteurin beim "Kleinen Fernsehspiel", nur einige kleine Änderungen müssen noch vorgenommen werden. Aus den kleinen Änderungen werden viele, und nach der fünften Fassung hat Ranisch keine Lust mehr. Er schreibt lieber ein Drei-Seiten-Skript und dreht für 512 Euro an zehn Tagen in der Wohnung seiner Oma die Impro-Komödie "Dicke Mädchen". Gewinnt einen Haufen nationaler und internationaler Festivalpreise und weckt schnell wieder Begehrlichkeiten bei den Öffentlich-Rechtlichen. Also versucht man es noch einmal miteinander. Sieben weitere Drehbuchfassungen später ist der Plan vom ausformulierten Skript passe. Es gibt für acht Seiten Szenenaufstellung ohne Dialoge 500.000 Euro Förderung (!) - 26 Drehtage später ist das Ergebnis da: Ich fühl mich Disco.



Dieser Titel des Osnabrücker Lokalstars Christian Steiffen (der sich selbst spielt und gegen den der Wendler, der zum Glück nicht mitspielt, echt altbacken aussieht...) steht Pate für diesen Film:

Teenager Flori (großartig: Frithjof Gawenda) versteht sich blendend mit seiner Mutter (Christina Große), die - wie Mütter eben so sind - noch viel mehr über ihn weiß als er selbst. Mit Vater Hanno (Heiko Pinkowski) klappts hingegen nicht ganz so - der ist Schwimmlehrer, Autofahrer, Fußballgucker, Biertrinker und Angler. Als Mama eines Tages aus heiterem Himmel jedoch der Schlag(anfall) trifft und sie ins Koma fällt, müssen Vater und Sohn sich zusammenraufen. Gar nicht so leicht, trifft Flori doch zur selben Zeit - ebenfalls ziemlich überraschend - ein Liebespfeil, als er Papas rumänischen Musterschüler Radu (Robert Alexander Baer) beim Turmspringen beobachtet.

"Ich mag es nicht, wenn schwule Themen als Problemfilm verkauft werden", gesteht Ranisch, der bei "Ich fühl mich Disco" genau wie sein Kameramann nicht zum ersten Mal auch mit Rosa von Praunheim zusammengearbeitet hat. Da hat er durchaus einen Punkt - noch besser ist es meinen Augen, wenn das Ganze überhaupt kein Thema mehr ist und einfach als Ist-Zustand in die Handlung eingebunden wird. Die gerade in der heutigen Jugend Europas neu aufkommende Homophobie zeigt jedoch wohl, dass auch dieser Film absolut seine Daseinsberechtigung hat. Und trotz dieser kleinen Kritik ist er großartig, lustig, sympathisch und keinesweg aufdringlich. Die inneren Konflikte des pubertierenden Sohnes, des seine eigene Toleranz entdeckenden Vaters, Floris großer Liebe Radu, der sein Coming-in noch nicht vollzogen hat, bieten weitaus mehr Lach-Fläche als man meinen könnte. Und wie es der Zufall will, gibt es auch eine Remineszenz ans "Kaliber 35", denn an Floris Jungenzimmerwand hängt doch tatsächlich das Filmposter von - na? - "The Centrifuge Brain Project". Wenn das mal nicht ins dramaturgische Konzept dieses Threads passt. Ein absolut würdiger Abschluss einer überdurchschnittlichen Festivalwoche. Einfach Disco! Und genau wie Christian Steiffens erste "Major CD" - wie es Ranisch nennt - demnächst auch in Eurem Kino!

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Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Cole« (4. Juli 2013, 23:48)

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Jonny

Torwächter

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Beiträge: 3 622 Aktivitäts Punkte: 19 150

45

Freitag, 5. Juli 2013, 00:01

REUBER

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REUBER (D 2013)
von Axel Ranisch - dem Regisseur von "Dicke Mädchen" (D 2011) und "Ich fühl mich Disko" (D 2012)

Inhalt: Robbi hat Mist gebaut. Und weil er sich nicht mehr nach Hause traut, flüchtet er kopflos in den Wald. Dort allerdings leben finstere Gesellen, die nur so auf kleine verzweifelte Jungs warten, die sich in den Wald verirren. Der Zauberer Stefan hat es auf Robbies Kindheit abgesehen und der schlecht gelaunte Räuberhauptmann Rüdiger schleicht mit seiner Machete durch den Wald. Kein Wunder, dass sich Robbi innerhalb kürzester Zeit in größten Schwierigkeiten befindet.

YS-Hauptrolle: TADEUS RANISCH ist Robby Reuber
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Bilder (zum Vergrößern anklicken)

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Gruß Jonny :sun:
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Cole

Wily Werewolf

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46

Freitag, 5. Juli 2013, 00:04

Der Rest vom Fest, Teil 2/2

Ganz zum Schluss wie angekündigt der zweite Teil der zehn YS-Filme, die ich gerne noch gesehen hätte:

6. La Noche de Enfrente (CHI/F 2012, 110 Min.)




7. Mei Jie (CN 2012, 91 Min.)
The Love Songs of Tiedan




8. Ella ja Kaverit (FIN 2012, 81 Min.)
Ella und ihre Freunde




9. Reuber (D 2013, 70 Min.)
Ich fühl mich Disco Reloaded: von Axel Ranisch, mit Tadeus Ranisch und Heiko Pinkowski
Website zum Film



==> EDIT: Jonny, du nimmst mir die Filme weg... :D


10. Meu Pé de Laranja Lima (BRA 2012, 99 Min.)
Mein kleiner Orangenbaum




That's all folks! Danke fürs Lesen. Ich fahre jetzt erst einmal ans Meer und lass die Seele baumeln. :urlaub:

Euch allen viel Spaß im Kino!
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Cole« (5. Juli 2013, 00:21)

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Kasus

Zauberer

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47

Freitag, 5. Juli 2013, 13:20

in den Wald. Dort allerdings leben finstere Gesellen, die nur so auf kleine verzweifelte Jungs warten, die sich in den Wald verirren.


Da muss man schon schmunzeln :D
Willst du glücklich sein im Leben…
trage bei zu and’rer Glück,
denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eig’ne Herz zurück.
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Cole

Wily Werewolf

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48

Sonntag, 21. Juli 2013, 15:40

Zitat

Wer den Wettbewerb gewonnen hat, schreibe ich hier beizeitenn noch rein.


"Beizeiten" ist ein dehnbarer Begriff... da ich meine Versprechen aber einhalte und auch um alle Zwischendurch-Sommerurlauber noch in den Genuss dieses Threads kommen zu lassen, hier noch der Sieger des Kaliber 35-Wettbewerbs: "Welcome and... our Condolences". Sehr lustiger Film mit typisch-jüdischem Humor. Spielt sogar ein YS mit, wenn auch nur hinter der "Kamera"... :)

Genießt die Sonne!
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Cole

Wily Werewolf

Registrierungsdatum: 1. November 2002

Beiträge: 3 717 Aktivitäts Punkte: 20 430

49

Samstag, 15. März 2014, 00:10

Einige Termin-Updates:

"Bekas" startet am 10. April in den deutschen Kinos.
"Soshite chichi ni naru" erscheint als "Like Father, Like Son" am 28. April in UK auf DVD und BD.
"Believe" startet am 9. Mai in den britischen Kinos.
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samuel

unregistriert

50

Mittwoch, 26. März 2014, 06:53

Der Film "Bekas" kommt am 10.04.2014 in die regulären Kinos.
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samuel

unregistriert

51

Mittwoch, 26. März 2014, 06:54

Der Film "Bekas" kommt am 10.04.2014 in die regulären Kinos.
@ Cole: Oh, schon gepostet. Habe ich nicht gesehen. :D Termin ist notiert.
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Cole

Wily Werewolf

Registrierungsdatum: 1. November 2002

Beiträge: 3 717 Aktivitäts Punkte: 20 430

52

Samstag, 23. Januar 2016, 23:33

Kurzkritik zu "Reuber"

Habe dann heute auch endlich mal "Reuber" gesehen, der Anfang Dezember auf DVD erschienen ist. Der Impro-Brüllfilm macht so einiges anders und geht eher als kunstvolles TV-Experiment durch, könnte sogar als Fortsetzungsepisode innerhalb der "Sesamstraße" zum Thema "Kinderräuber und -verkäufer" laufen (naja, jedenfalls fast). Erzählt eine märchenhafte, kindertaugliche Geschichte und fesselt für 70 Minuten an den Fernsehschirm. Bizarre Situationskomik und schöne brandenburgische Landschaftsaufnahmen. Oder, um es mit den Worten von Hauptdarsteller Tadeus Ranisch zu sagen: "Räuber, lass die Schuhe an - deine Füße stinken. Setz dich an den Tisch und iss - es gibt Rum und Schinken." Oder Ihr haltet es wie die Gegenpartei: "Ich geh jetzt zu dir nach Hause. Und dann geh ich in dein Zimmer. Und dann furz ich in dein Bettchen. Und dann esse ich Roulade mit brauner Soße."

:D
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Cole« (23. Januar 2016, 23:44)

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