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mikexxx

Eroberer

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1

Dienstag, 26. Dezember 2006, 00:44

Khaled Hosseini - Drachenläufer


(english: The Kite Runner; français: Les cerfs-volants de Kaboul)



Kabul, Afghanistan in den 70er Jahren.
Amir wächst bei seinem Vater auf, den er Baba nennt. Er möchte seinem Vater gefallen, aber er genügt dessen Ansprüchen nicht. Konflikten weicht er aus und, wenn er doch in einen Konflikt gerät, verteidigt er sich nicht. Fußballspielen kann er auch nicht. Er wünscht sich, von seinem Vater auf den Schoß genommen zu werden, doch das geschieht nur selten. Amir mag Geschichten, denkt sich auch selbst Geschichten aus und liest was er bekommen kann. Mit der Zeit hat sich in seinem Kinderzimmer eine stattliche Bibliothek angesammelt.
Mit im Haus seines Vaters lebt Ali (der mit Amirs Vater zusammen aufgewachsen ist) als Diener sowie dessen Sohn Hassan, mit dem Amir die meiste Zeit seiner Kindheit verbringt. Hassan ist ein Jahr jünger als Amir und der liebste Freund, den man sich nur denken kann. Er würde für Amir alles tun. Wenn er Amir einen Wunsch erfüllen kann, sagt Hassan immer: „Für dich – tausend mal.“
Amir hingegen ist oft gemein zu Hassan und lässt ihn spüren, dass dieser zu einer in Afghanistan wenig geachteten ethnischen Minderheit (der Hazara) gehört.
Hassan kann auch nicht Lesen und Schreiben wie Amir und, obwohl Hassan nicht dumm ist, bringt Amir Hassan das Lesen und Schreiben auch nicht bei und genießt wohl auch etwas den Vorteil, den er durch das Lesenkönnen hat. Aber er liest Hassan oft Geschichten vor und Hassan liebt es, von Amir Geschichten vorgelesen zu bekommen. Einmal, beim Vorlesen, liest Amir Hassan nur den Anfang der Geschichte vor und den Rest denkt er sich selbst aus, tut aber weiterhin so, als ob er vom Buch abliest. Hassan bemerkt dies nicht. Als Amir Hassan hinterher fragt, wie ihm die Geschichte gefallen hat, begann Hassan zu klatschen.


"Was machst Du denn?" fragte ich.
"Das war die beste Geschichte, die Du mir seit langem vorgelesen hast", sagte er, immer noch klatschend.
Ich lachte. "Wirklich?"
"Wirklich."
"Faszinierend", murmelte ich.
...
...
...
Hassan fragte mich etwas.
"Wie bitte?" sagte ich.
"Was bedeutet >faszinierend<?"
Ich lachte. Packte ihn, zog ihn heftig in meine Arme und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.
"Wofür war das denn?", fragte er erstaunt und errötete.
Ich versetzte ihm einen freundschaftlichen Schubser. Lächelte.
"Du bist ein Prinz, Hassan. Du bist ein Prinz, und ich liebe Dich."
...


Amir beginnt von diesem Zeitpunkt an, alle Geschichten die er sich ausdenkt aufzuschreiben.
Mit dem Winter beginnt auch die Saison des Drachensteigens, dessen Höhepunkt ein Wettkampf ist. Die Schnüre der Drachen sind mit Glasstaub beschichtet und es gilt, mit der Schnur des eigenen Drachen die Schnüre anderer Drachen durchzutrennen und diese so vom Himmel zu holen. Der Besitzer des Drachen, der als letzter oben ist, hat gewonnen. Amir und Hassan sind ein eingespieltes Team. Sie haben schon viele Drachen heruntergeholt. Amir will natürlich gewinnen. Sieht er doch die Chance, damit auch endlich die Anerkennung seines Vaters zu erlangen, die er sich so sehr wünscht, denn dem Gewinner des Drachenwettkampfes ist ein hohes Ansehen garantiert.
Um es vorwegzunehmen, Amir gewinnt den Kampf. Es gelingt ihm, die Schnur des blauen Drachens, der als letzter Konkurrent von Anfangs über 50 Drachen noch am Himmel ist, durchzutrennen. Nun gilt es, diesen blauen Drachen zu finden, damit Amir diesen seinem Vater als Trophäe vorzeigen kann. Eine ganze Schar von Kindern setzt sich in Bewegung, um diesen Drachen zu suchen. Einer der besten Drachenläufer allerdings ist Hassan. Es ist für ihn keine Frage, diese Trophäe für seien Freund Amir zu holen. Hassan sprintet los und ... bleibt verschwunden. Amir beginnt Hassan zu suchen. Die Dunkelheit bricht herein. Erst spät, als es bereits völlig dunkel ist, findet er Hassan in einem Hinterhalt. Er wird von drei älteren Jungs bedroht, denen er schon einmal nur um Haaresbreite entkommen war. Sie stellen ihn vor die Wahl, entweder den blauen Drachen herauszugeben, oder es würde etwas Schreckliches mit ihm passieren. Als Angehöriger der Hazara würde es ohnehin kaum jemand interessieren, wenn ihm etwas zustößt. Das alles beobachtet nun Amir aus sicherer Entfernung und ... getraut sich nicht, seinem Freund zu helfen. Hassan hat zwar Angst, aber für Amir tut er alles und so gibt es für ihn nur eine Möglichkeit sich zu entscheiden ... was dazu führt, dass ihm von einem der älteren Jungs schweres Leid zugefügt wird. Amir sieht von weitem zu und ist hin und her gerissen von seinem Gewissen, Hassan zu helfen, und seiner Angst. Letztlich ist bei Amir wieder einmal die Angst stärker und er lässt seinen Freund im Stich. Erst als die 3 Älteren das Weite suchen geht er zu Hassan, der ihm weinend den blauen Drachen übergibt...
Amir erhält nun all die Anerkennung von seinem Vater, die er sich immer gewünscht hat. Sein Vater gibt ihm zu Ehren sogar ein Fest. Aber Amirs Gewissen ist belastet. Er hofft, dass Hassan nicht bemerkt hat, dass er schon früher an der Stelle war, wo er ihm hätte helfen können. Ein Irrtum. Statt sich bei Hassan zu entschuldigen, zu versuchen sich mit ihm zu versöhnen, - es gibt einige Situationen, wo Hassan auf ihn zugeht – beginnt Amir ihm aus dem Weg zu gehen. Amir kann Hassan nicht mehr in die Augen sehen und seine Gegenwart nicht mehr ertragen. Er verkriecht sich in seinem Kinderzimmer bei seinen Büchern und versucht, jede Begegnung mit Hassan zu vermeiden. Und er versucht darüber hinaus das Verhältnis zwischen ihm und Hassan zusätzlich zu belasten. Er beginnt sich zu wünschen, dass Hassan nicht mehr da wäre. Am Ende eines Prozesses des seelischen sich Entfernens von Hassan, versteckt er sogar Geld unter dessen Bettmatte, damit es so aussieht, als hätte Hassan es gestohlen und so kommt es letztlich dazu, dass Ali und Hassan vom Haus Amirs und seines Vaters Abschied nehmen.


...
Regen rann über meine Fensterscheibe. Ich sah, wie Baba den Kofferraum zuschlug. Dann ging er, schon ziemlich nass, zur Fahrerseite hinüber, lehnte sich in den Wagen und sagte etwas zu Ali, der auf dem Rücksitz saß; vielleicht war es ein letzter Versuch, ihn zum Bleiben zu bewegen. Sie unterhielten sich eine Weile, bis Baba, der vornübergebeugt dastand, einen Arm auf das Dach des Wagens gelegt, völlig durchnässt war. Aber als er sich aufrichtete, da sah ich an seinen eingesackten Schultern, dass das Leben, wie ich es seit meiner Geburt gekannt hatte, vorüber war. Baba glitt hinter das Steuer. Die Scheinwerfer wurden eingeschaltet und schnitten parallele Schneisen aus Licht in den Regen. Wenn dies einer der Hindi-Filme wäre, die Hassan und ich uns so oft angeschaut hatten, dann wäre dies der Teil, in dem ich nach draußen renne und meine nackten Füße durch das aufspritzende Regenwasser platschen. Ich laufe hinter dem Wagen her und bringe ihn mit lauten Schreien zum Anhalten, zerre Hassan vom Rücksitz und sage ihm - während sich meine Tränen mit dem Regenwasser vermischen -, wie Leid, wie schrecklich Leid mir das alles tut. Und dann umarmen wir uns mitten im Wolkenbruch. Aber das hier war kein Hindi-Film. Es tat mir wohl Leid, aber weder weinte ich, noch rannte ich dem Wagen hinterher. Ich sah zu, wie Babas Auto losfuhr und den Menschen mitnahm, dessen erstes gesprochenes Wort mein Name gewesen war. Ich erhaschte einen letzten, verschwommenen Blick auf Hassan, der zusammengesunken auf dem Rücksitz saß, bevor Baba an der Straßenecke, an der wir so viele Male Murmeln gespielt hatten, nach links abbog. Ich trat zurück und sah nur noch den Regen wie schmelzendes Silber die Fensterscheibe hinablaufen.
...


Amirs weiteres Leben ist auch eine permanente Flucht vor seinem Gewissen und seiner Schuld. Nach über 26 Jahren ergibt sich eine späte Möglichkeit, seine Schuld zu tilgen. Amir nimmt sie wahr...

LG mikexxx


PS.: Film ist bereits in arbeit:
http://www.imdb.com/title/tt0419887/
Laut Cinefacts ist der Deutschlandstart am 22.11.2007

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »mikexxx« (2. Januar 2007, 03:22)

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Damiano

Torwächter

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2

Dienstag, 26. Dezember 2006, 01:03

Das klingt interessant, aber vielleicht hast du für eine kurze Vorstellung schon zu viele Details verraten?!? Nun denn, muss man trotzdem im Auge behalten!

Liebe Grüße,

Damiano
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mikexxx

Eroberer

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3

Dienstag, 26. Dezember 2006, 01:10

Zitat

Original von Damiano
Das klingt interessant, aber vielleicht hast du für eine kurze Vorstellung schon zu viele Details verraten?!? Nun denn, muss man trotzdem im Auge behalten!

Liebe Grüße,

Damiano


Ich denke, dass ich höchstens ein viertel des Buches verraten habe. Das restliche dreiviertel des Buches lohnt es auf jeden Fall immer noch, es zu lesen. Aber Du hast schon recht. Die Geschichte hat mich eben sehr berührt und ich habe es einfach nicht geschafft, mich kürzer zu fassen.

VG mikexxx
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Jimbo

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4

Dienstag, 26. Dezember 2006, 02:25

Ja, die "Bücherecke" braucht definitiv etwas Auffrischung... eine starke Brise wäre wohl besser ;)

Deshalb: Ein großes Dankeschön an dich für deine Buchvorstellung. Hört sich interessant an, vielleicht ist sie ja sogar Kaufanreiz für den ein oder anderen (sehe grade, bei Amazon kostet es 10.50, bei Ebay ist es für den gleichen Preis ohne Versandkosten erhältlich).

Zitat

Die Geschichte hat mich eben sehr berührt und ich habe es einfach nicht geschafft, mich kürzer zu fassen.


Ist doch schön, wenn man wenigstens einen (kleinen) Teil dieses Gefühls auf diese Weise transportieren kann.

Ich lese solch (persönliche) Buchvorstellungen immer gerne - deshalb :knuddel_2:

Liebe Grüße,

Jimbo
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mikexxx

Eroberer

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5

Dienstag, 2. Januar 2007, 14:10

Weil in diesem Forum auch sehr junge User unterwegs unterwegs sind, hab ich nun meinen ersten Beitrag doch noch etwas editiert, weil insbesondere eine Stelle in meiner Wortwahl für diese Altersgruppe evtl. zu direkt war...
Unabhängig davon einen lieben Dank an die (bis jetzt) zwei Poster, die meinen Beitrag für würdig befanden, ein paar Worte dazu zu schreiben.
Ich hoffe, dass das Filmrelease dieses Jahr ein wichtiges Filmereignis sein wird. Ich jedenfalls bin schon sehr gespannt.
In dem Film sind 3 Hauptrollen mit Youngstars zu besetzen. In meinem ersten Beitrag ist nur von zwei Jungen die Rede, was zeigt, dass es mir doch gelungen ist, ein paar Details der Geschichte noch nicht zu verraten ;). Allerdings ist auf dieser Website noch ein Castinginserat zum Film zu finden (nicht mehr ganz aktuell, der Film ist ja schon produziert) in dem nur zwei Kinderdarsteller gesucht werden. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Junge, der am Ende der Geschichte eine Hauptrolle spielt, vom Darsteller des Hassan in einer Doppelrolle gespielt wird, denn er ist ja dem Hassen vom Wesen her nicht ganz unähnlich (woran auch immer das liegen mag...). Ist aber nur eine Mutmaßung.
Meine Google und Youtube-Recherchen haben bisher nur spärliche Ergebnisse gebracht. Allerding war in einem Youtubevideo ein Foto enthalten, welches ich Euch nicht vorenthalten möchte. Es könnte! ein echtes Foto des Hassandarstellers sein. Falls dem so ist, wäre ich mit der Besetzung seiner Rolle nicht ganz unzufrieden. :)

Liebe Grüße

mikexxx
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mikexxx

Eroberer

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6

Donnerstag, 2. August 2007, 00:10

"Vor der von schwer bewaffneten Soldaten gesicherten Ankunftshalle stellten mir bettelnde, in Lumpen gekleidete Kinder nach. Eines von ihnen - ein schwächlicher Junge von sechs oder sieben Jahren - wurde von den anderen Kindern schikaniert. Der Fünf-Afghani-Schein, den ich ihm durch das Autofenster zugesteckt hatte, fiel ihm aus der dreckverschmierten Hand, worauf er einen verzweifelten Schrei ausstieß, der mir für den Rest des ersten, schrecklichen Tages in den Ohren widerhallte."
...
...

"Am Kota-i-Sangi habe ich einem Jungen Geld zustecken wollen, doch er schüttelte den Kopf und sagte: "Ich bin kein Bettler, Kaka." Dann lud er mich zu einer Tasse Tee zu sich nach Hause ein. Das "Haus" war ohne Dach und bestand nur aus dreieinhalb zerschossenen Mauern. Nicht zum ersten Mal war ich zu Tränen gerührt."

Aus dem Artikel "Träumend in Titanic City" von Khaled Hosseini im aktuellen SPIEGEL. (Im Augenblick nur in der gedruckten Ausgabe, im Online-SPIEGEL habe ich den Artikel noch nicht gefunden)

Für die wenigen, die es vielleicht interessiert: Khaled Hosseini war nach 30 Jahren mal wieder in seiner Heimat und hat seine Eindrücke im o.g. Artikel niedergeschrieben. Aus seinen Zeilen glaube ich einen vorsichtigen Optimismus herauszuhören. Meinen Pessimismus angesichts der offiziellen Meldungen aus dieser Region mag das kaum beschwichtigen. Und ja, ein neues Buch hat er auch wieder geschrieben. Die deutsche Übersetzung soll jetzt im September erscheinen.

mikexxx
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Damiano

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7

Montag, 26. November 2007, 13:36

So, ich bin endlich dabei, das Buch zu lesen und habe bisher ca. ein Drittel geschafft. In meinen Augen ist es ein großartiges Buch. Besonders positiv hervorzuheben sind die Darstellungen der zwischenmenschlichen Beziehungen, hier natürlich insbesondere der Freundschaft zwischen Amir und Hassan, aber auch die schwierige Vater-Sohn-Beziehung. Die Schilderungen sind bewegend, nachvollziehbar, wunderschön, gnadenlos traurig. Hinzu kommt, dass man sehr sehr viel über Afghanistan erfährt. Ich bin auf den weiteren Verlauf jedenfalls mehr als gespannt und kann den Roman nur wärmstens empfehlen (gibt wohl aber nicht so viele Leser hier... :rolleyes: ). Ich musste jedenfalls gestern im Zug mehrfach aufkommende Tränen unterdrücken...

Liebe Grüße,

Damiano
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mikexxx

Eroberer

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8

Dienstag, 27. November 2007, 00:20

Danke Damiano, habe mich sehr über Deine Worte gefreut. :)
Wo Du es nun auch empfohlen hast, springt ja der Funke vielleicht doch noch auf den einen oder anderen über, mal einen Blick in dieses Buch zu werfen.

Ob der Film, der ja nun bald, genauer am 17. Januar, in Deutschland in die Kinos kommt, an das Buch heranreichen wird, bleibt abzuwarten. Ein paar Meinungen hatte ich irgendwo im Netz gefunden, die sagten, dass er nicht so gut ist wie das Buch. Ich bin trotzdem gespannt. Trailer

Liebe Grüße
mikexxx
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Jimbo

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9

Dienstag, 27. November 2007, 00:36

Dazu vielleicht noch ein interessanter, nicht ganz unkritischer Artikel (thx to Octo)...
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Damiano

Torwächter

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10

Dienstag, 27. November 2007, 01:13

Vielen Dank für den Trailer und die Information! Ich bin sehr gespannt auf den Film und denke, dass die beiden Hauptdarsteller rein äußerlich gut ausgewählt worden sind!

Liebe Grüße,

Damiano
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mikexxx

Eroberer

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11

Sonntag, 16. Dezember 2007, 23:36

Dazu vielleicht noch ein interessanter, nicht ganz unkritischer Artikel (thx to Octo)...

Lieber Jimbo, danke für den Hinweis und entschuldige bitte, dass ich erst jetzt dazu gekommen bin, auf Deinen Beitrag einzugehen. Danke natürlich auch an Octo. Ich hatte gedacht, dass ich es noch schaffen würde, bevor ich zur Poppys-Gala gereist bin, etwas dazu zu schreiben. Weil aber ein paar mehr Wort dazu zu sagen sind, habe ich es leider doch wieder nicht eher geschafft.

Die Sache als Solche war mir aber bekannt. Der Artikel war am 15.10. im Spiegel. Bereits am 4.10. war dieser Artikel im Spiegel, der ja das Debakel bereits ankündigte.

Du schreibst, "ein interessanter, nicht ganz unkritischer Artikel"... Fragt sich natürlich, wer hier kritisiert wird, der Autor des Buches oder der Filmemacher oder beide.
Ich glaube, dass das Buch wie auch der Film dazu geeignet sind, auf die ethnische Konstellation des Landes in dem die Handlung spielt, also auf Afghanistan, eine positive Wirkung auszuüben, sofern Film und Buch nicht, wie man befürchtet, auf eine Szene reduziert werden. So gesehen gibt es meines Erachtens nichts zu kritisieren.
Da man aber nicht sicher ist, wie der Film in Afghanistan "ankommt", wie er von den einzelnen ethnischen Gruppen gedeutet wird, und man, sicher aus bestimmten Erfahrungen heraus, irrationale Reaktionen wohl nicht ganz ausschließen kann, finde ich es schon richtig, dass man bestimmte Darsteller im Film, insbesondere die Kinderdarsteller, vorallem den des Hassan und wahrscheinlich auch den des Amir, vorsorglich in Sicherheit, am besten außer Landes bringt.

Merkwürdig finde ich an dem Artikel, dass in ihm steht, dass auch die Hazara den Schauspieler (der den Hassan spielt) hassen würden, weil sie als Vergewaltigte dargestellt würden.
Dazu kann ich eigentlich nur sagen, dass sich die Hazara durch das Buch hoch geehrt fühlen müssten. Hassan ist faktisch ein Junge ohne negative Eigenschaften. Einer der (fast) immer lächelt und sich für seinen Freund aufopfert. Ich hab einen gewissen Rest von Hoffnung, dass man das auch im islamischen Kulturkreis, naja wenigstens innerhalb der ethnischen Gruppe der Hazara, so deuten könnte, bzw. so deuten wird. Oder gilt die Tugend des sich aufopferns im Islam nichts? Für mich jedenfalls ist Hassan ein Gott! Wüsste nicht, wie man seine Figur nach dem Lesen des Buches geringer bewerten sollte.

Dass die Paschtunen die Jungen hassen würden, weil sie (die Paschtunen) als Vergewaltiger dargestellt würden, ist für mich ebenfalls schwer nachvollziehbar. Wie kann man Kinder hassen, nur weil sie eine Rolle in einem Film gespielt haben? Das gilt natürlich auch für den vorherigen Abschnitt über die Hazara. Weiter will ich da garnicht darauf eingehen, denn der islamische Kulturkreis stellt mich sowieso vor einige Rätsel...

Das Ende des Artikels, der ja das Ende des Buches beschreibt, zeigt meines Erachtens, dass der Autor (des Artikels) das Buch nicht, oder nicht richtig gelesen hat. Das Ende des Buches ist keinesfalls so pessimistisch, wie es in dem Artikel dargestellt wird. Nur, das ist eben das Interessante, dass der Optimismus, der vielleicht auch nur ein Hauch von Optimismus ist, nicht dadurch erzeugt wird, was der Junge am Ende des Buches macht, sondern was Amir macht. Der Schluss vermittelt zwar keine Friede-Freude-Eierkuchengewissheit, aber er gibt dem Leser doch ausreichend Hinweise in die Hand, die für eine nicht unbegründete Hoffnung auf eine weitere positive Entwicklung ausreichend sind. Ich halte auch das Endes des Buches für genial und einem großen Roman würdig. Ich hoffe, ich hab jetzt nicht wieder zu viel verraten...

Auf IMDB steht neben dem Release-Datum für die USA "limited". Weiß nicht ganz, was das zu bedeuten hat. Ob der Film nur in bestimmten Filmpalästen gezeigt wird? Wie auch immer. Bei den Nominierungen für die Golden Globes 2007 taucht der Film bereits auf, in der Kategorie Ausländischer Film und Filmmusik.

Liebe Grüße,
mikexxx
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Damiano

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12

Montag, 17. Dezember 2007, 23:39

Hallo Mike,

hast du eigentlich auch das neueste Werke Hosseinis "Tausend strahlende Sonnen" gelesen? Ich muss gestehen, dass mich eine Freundschaftsgeschichte zweier Frauen (natürlich) nicht so interessiert wie die zweier Jungen. Doch andererseits erfährt man wohl wieder eine Menge über Afghanistan und vor allem zwingen einen Drachenläufer und die Schreibweise Hosseinis dazu, alles von ihm zu lesen, was einem in die Hände fällt. Für mich ist Drachenläufer jedenfalls das beste Buch, das ich in diesem Jahr und vielleicht sogar seit vielen Jahren gelesen habe. Und ich glaube, so feucht wurde es bei mir zuletzt bei Goethes Werther.

Liebe Grüße,

Damiano
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mikexxx

Eroberer

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13

Dienstag, 18. Dezember 2007, 23:12

Hallo Damiano,
schön dass Dir das Buch gefallen hat. Ich hätte mich ganzschön gewundert, wenn es Dir nicht gefallen hätte.
Das Buch "Tausend strahlende Sonnen" habe ich mir natürlich sofort gekauft. Gelesen hab ich es aber noch nicht. Zwar habe ich angefangen, aber zwischendurch wieder zur Seite gelegt und anderes angefangen. Habe mir aber vorgenommen es wieder in Angriff zu nehmen.
Nun ja, die Protagonisten der von mir bevorzugten Lektüre sind eigentlich auch immer männlich und ihre Geschichten beginnen idealer Weise in ihrer Kindheit. (z.B. Frank mcCourt) So gesehen ist der Anreiz, dieses zweite Buch von Khaled Hosseini zu lesen, auch für mich nicht so groß wie beim Drachenläufer. Aber wie Du schon sagst, die Schreibweise, seine anschauliche und irgendwie warme menschliche Sprache erkennt man in dem neuen Buch wieder, weshalb ich doch denke, dass es auch ein lesenswertes und gutes Buch sein wird.

Von Goethe kenne ich nur den ersten Teil vom Faust genauer und das Gedicht "Der Zauberlehrling". Den Werther werd ich mir wohl auch mal ansehen müssen.

Liebe Grüße,
mikexxx
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Brundibar

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Mittwoch, 13. Februar 2008, 13:36

Vielen Dank mikexxx für diese begeisterte Buchbesprechung! Ich bin erst über den Filmstart auf "Drachenläufer" aufmerksam geworden! Ich war neugierig und tat gut daran erst das Buch zu lesen! So eine wundervolle und gleichzeitig furchtbare Geschichte hab ich schon lange nicht mehr in die Finger bekommen! Amir's Verzweiflung ging mir sehr nah! Ich fühlte mich selbst an meine Kindheit erinnert in der ich auch einen Freund in einer brenzligen Situation im Stich ließ! Natürlich bei weiten nicht so ein furchtbares Erlebnis wie es dem armen Hassan wiederfährt! Aber ich schäme mich Heut noch dafür! Die im ersten Drittel des Buches beschriebene Freundschaft zwischen den Jungen hab ich gradezu verschlungen! Hassan's "Für dich tausendmal!" treibt mir immer noch die Tränen in den Augen. Und obwohl er von Amir mehrmals entäuscht wird vergibt er ihm immer wieder! Umso härter traf mich dann Hassan's endgültiges Schicksal! Im zweiten Drittel macht das Buch einen harten Schnitt. Die Erlebnisse in den USA ließ mich glauben daß jetzt alles in eine Soap abrutscht. Aber nach dem Anruf aus der Heimat wird die Geschichte wieder sehr fesselnd und bis zum Ende sehr dramatisch! Ein sehr empfehlenswertes Buch! Die Geschichte von Hassan und Amir hat mich wirklich sehr berührt! Und man bekommt einen tiefen Einblick in die Afghanische Kultur.Ich hab daraufhin angefangen mich im Internet mehr über die Geschichte Afghanistans zu informieren. Wenn ein Buch dazu anregt ein wenig mehr über den Tellerrand zu schauen hat es seinen Zweck sehr erfüllt! Ich werd noch diese Woche ins Kino gehen und mir den Film anschauen! Die Trailer fand ich schon sehr vielversprechend! Bin sehr gespannt! Und allen anderen die das Buch noch nicht gelesen haben sei es auch von mir an dieser Stelle sehr ans Herz gelegt!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Brundibar« (13. Februar 2008, 14:16)

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Hibiki

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Montag, 7. Juni 2010, 02:21

Dazu vielleicht noch ein interessanter, nicht ganz unkritischer Artikel (thx to Octo)...

Seltsamer Artikel.
Wieso hat man eigentlich nicht afghanische oder pakistanische Kinder im Ausland (Exil) für den Film genommen, damit sie nicht der grenzenlosen, anscheinend tödlichen Dummheit im eigenen Land ausgesetzt sind?
Alle, die er (Regisseur Forster) gefragt hatte, hätten ihm erklärt, Afghanistan sei reif für diesen Film, sei bereit für Heilung und Befreiung. Er selbst hätte es eigentlich besser wissen müsse nach Gesprächen mit Hosseini, der lapidar sagt: "Literatur und Film erzählen eben nicht von glücklichen Menschen, die an herrlichen Orten glückliche Dinge tun. Sie erzählen von dem, was wichtig ist"
Ach ja, er lebt Außerhalb, sozusagen im Exil.
Geldgeilheit oder Naivität?
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